Ulrike Seyboth
Ulrike Seyboth, IONIAN SEA, 2016, Öl auf Leinwand, 205 x 185 cm, ©Ulrike Seyboth / Bildbearbeitung Judith Solger

Ulrike Seyboth wurde 1970 geboren. Seit 1989 lebt und arbeitet sie in Berlin und ebenso seit 1999 auch in Frankreich. Die Künstlerin ist seit 2017 Mitglied des VdBK 1867.

Ulrike Seyboth
Ulrike Seyboth, La pleintitude, 2018, Collage, Mischtechnik auf Papier, 110 x 130 cm, Foto: Ludwig Kupfer / Bildbearbeitung Walter Fotografie. ©Ulrike Seyboth

Nach dem Abitur und einer Ausbildung in der Industrie bis 11/89 studierte sie ab 1992 Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee (Diplom) und wurde 1999 Meisterschülerin bei Prof. Dieter Goltzsche. 1995 erhielt sie eine sechsmonatige ERASMUS-Förderung in Salamanca (E). Mit einem Stipendium des Berliner Kultursenats an der Cité des Arts siedelte sie von 1999 bis 2000 nach Paris und danach bis 2008 in die Bourgogne um. Diese Zeit prägte ihr Werk nachhaltig.

2011 wurde sie mit einem Stipendium der Hans und Charlotte Krull Stiftung, 2012 mit einem Residenzstipendium des Goethe-Instituts/HIAP in Helsinki (FIN) sowie 2018 mit einem Aufenthaltsstipendium des MFWK Brandenburg auf Schloss Wiepersdorf ausgezeichnet und erhielt außerdem mehrere Projektförderungen. Ihre künstlerische Arbeit wurde für den Prix de Vitry (F) und für den Wilhelm-Morgner-Preis nominiert.

Das malerische Werk von Ulrike Seyboth zeichnet sich durch intensive Farbmanifeste aus, welchen die Beobachtung von Licht und Natur zugrunde liegt. Auf ausgedehnten Studienreisen durch Südamerika, den Maghreb, Island, Skandinavien und Europa erforscht sie – neben der Erkundung der Kulturen und Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen – die verschiedenen Einflüsse des Lichts auf die Malerei.

Ulrike Seyboth
Ulrike Seyboth, Hémisphères I-III, 2016, Mischtechnik auf Papier, a 39 x 29,5 cm, ©Ulrike Seyboth / Bildbearbeitung Judith Solger

Seit 2011 beteiligt sie sich maßgeblich an der Leitung des Kunst- und Projekthauses Torstraße 111, einem nichtkommerziellen Ausstellungs- und Begegnungsort in Berlin und kuratiert mit dem Künstler Ingo Fröhlich neun Ateliers und vielfältige Ausstellungsprojekte.

Die Künstlerin nimmt an Ausstellungen im In- und Ausland teil und ist in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. 2011 begann ihre Zusammenarbeit mit dem Zeichner Ingo Fröhlich an verschiedenen Orten der Welt mit dem Projekt: „Ich zeichne die Zeit, Du malst den Moment“. Es folgten mehrere Katalogeditionen.

Ulrike Seyboth, Website

Kunst- und Projekthaus, Torstraße 111

Abbildungsrechte: Ulrike Seyboth & VG Bildkunst

 

 

 

 

 

Nadja Siegl
Nadja Siegl, waterscape # 3, Fotografie 70 x 50 cm, aus dem mehrjährigen Projekt “waterscape”, 2018, ©Nadja Siegl

Nadja Siegl (*1967) ist Fotokünstlerin, sie lebt und arbeitet in Teltow bei Berlin. Seit 2017 ist sie Mitglied im VdBK 1867.

Nadja Siegl, „Meeresrauschen”, 4-teilige Fotoarbeit zu “Das Meer vor La Spezia” von L. Corinth, 80 x 60 cm, aus der Arbeit „Fotografische Reflexion zu L. Corinth – 15 Ansichten”, 2018, ©Nadja Siegl

Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit stehen die Auflösung von Realität und das Schaffen neuer Ansichten. Mittel dazu sind verschiedene fotografische Techniken mit der Kamera und im Labor. Nadja Siegl deutet Motive an, spart aus und reduziert, um so Gedankenbilder zu schaffen. Ihr Material findet sie in der sie umgebenden Natur und Kultur. Dazu entstandene mehrteilige Projekte sind: „Die gefangene Nachtigall“, „Blue – Dip“, „Off Wall“, „Metropolis Garden“ und „Kröten Alte Meister“.

2002-2004 machte Nadja Siegl eine Ausbildung im Musischen Zentrum der Ruhr-Universität Bochum im Bereich Fotografie mit dem Schwerpunkt Schwarzweiß, u.a. bei Felix Freier (DGPh). Es folgten weitere kunstfotografische Ausbildungen und Studienaufenthalte im In- und Ausland.

Nadja Siegl
Nadja Siegl, “Blue Dip # 8”, Fotografie 50 x 70 cm aus der 12-teiligen Fotoarbeit “BLUE DIP”, 2016, ©Nadja Siegl

Seit 2003 ist die Künstlerin auf Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten. Auswahl: 2005: “Lichtspiel”, Musisches Zentrum Ruhr-Universität Bochum. „75 Jahre Ennepe-Ruhr-Kreis“, Westfälisches Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen. Silk Mill, New York mit dem Projekt der Galeria Bezdomna. 2010: “Teltower Künstler”, Rathaus Teltow. 2011: „Semper Verde“, Frauenmuseum Bonn. 2012: Vision Sternwarte, Hamburg-Bergedorf. 2014: OFF-WALL, Rathaus Berlin Steglitz-Zehlendorf. 2015: Haiku-Interpretationen, WORTGEBILDE Acht Ansichten, Imago Fotokunst Berlin-Mitte. 2016: BLUE DIP – Silberbeize, Projekt über „Der Schlaatz“, Bürgerhaus Schlaatz Potsdam. 2017: „Die gefangene Nachtigall“, in der Gedenkstätte Mori Ogai der Humboldt-Universität zu Berlin. 2018: Fotografische Reflexion über Lovis Corinth, Ausstellung zum Sommerabend in der kleinen Kapelle Südwestkirchhof Stahnsdorf.

Website von Nadja Siegl

Clara Siewert
Clara Siewert, vor dem Ausgang, o.J., Tusche/Papier, 22 x 29 cm, Privatbsitz, Foto: Eric Tschernow

Clara Siewert (9.12.1862 Gut Budda, Westpreußen-11.10.1945 Berlin) war eine deutsche Malerin, Graphikerin und Bildhauerin. Sie lebte und arbeitete in Königsberg und Berlin. Siewert studierte 1884 an der Zeichen- und Malschule des VdBK bei Karl Stauffer-Bern und Max Koner. Sie war 1927 VdBK-Mitglied und im selben Jahr auf der Vereinsausstellung vertreten. Material befindet sich im Archiv VdBK.

Clara Siewert erhielt 1878 ersten Malunterricht in Königsberg. Dort setzte sie ihre Ausbildung 1880-1886 bei Rudolf Maurer und Friedrich Gustav Naujock fort und studierte 1883-1884 parallel dazu bei Karl Stauffer-Bern und Max Koner. 1888 nahm sie außerdem Unterricht bei Hugo Vogel. Die Künstlerin eignete sich umfassende Kenntnisse in der Zeichnung, Radierung und Druckgrafik an. Auch setzte sie sich intensiv mit dem Symbolismus von Max Klinger und Arnold Böcklin auseinander.

Studienreisen führten Siewert nach Weimar, München, Salzburg und 1906 nach Paris. Ende der 1890er Jahre ließ sie sich in Berlin nieder und eröffnete ein eigenes Atelier. Sie lebte mit ihren beiden Schwestern Victoria und Elisabeth zusammen.

In ihrer Kunst entwickelte Siewert eine eigene symbolistische Bildsprache mit mystischen Frauengestalten, Motiven aus Märchen und der Literatur. Auch schuf sie Sinnbilder für ihre persönliche emotionale und psychische Zerrissenheit. Die Künstlerin pflegte Freundschaften mit Käthe Kollwitz, Maria Slavona, Linda Kögel, Betty Wolff, Aenny Löwenstein und Cornelia Paczka-Wagner. Auch pflegte sie Kontakte zu Lovis Corinth, Walter Leistikow, Max Liebermann, Max Slevogt und Alfred Kubin.

1901-1912 war Clara Siewert Mitglied in der Berliner Secession, der Deutschen Künstlergenossenschaft, im Deutschen Künstlerbund, im Lyceum-Club, der Verbindung bildender Künstlerinnen, im Frauenkunstverband und nach 1933 in der Reichskulturkammer.

Die Künstlerin stellte u.a. in München und Berlin aus. Sie war auf der Weltausstellung für Buchgewerbe und Graphik 1914 in Leipzig und der Großen Berliner Kunstausstellung vertreten. Die Galerien Fritz Gurlitt, Eduard Schulte, Kunstsalon Casper und der avantgardistische Salon Keller & Reiner sowie die Kupferstichkabinette in Berlin und Dresden präsentierten ihre Arbeiten.

Siewerts Austritt aus der Secession hatte einen Karriereknick zur Folge, von dem sie sich nicht mehr erholte. 1944 wurde die Künstlerin durch einen Bombenangriff getötet, ihre Wohnung und ihr Atelier wurden komplett zerstört. Bis heute haben sich 250 Arbeiten erhalten, darunter Gemälde, Gouachen, Zeichnungen und Druckgraphiken.

Siewerts Werke befinden sich in folgenden Museen und Sammlungen: Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, Stiftung Stadtmuseum Berlin, Kupferstichkabinett Berlin.

Renée Sintenis
Platzhalter nach einem Plakat von Emil Orlik, 1895, Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Orlik_Poster_VDBK.jpg

Renée, Renate Alice, Sintenis, verh. Weiss (20.3.1888 Glatz/Schlesien-22.4.1965 Berlin) war eine deutsche Bildhauerin und Grafikerin. Sie lebte und arbeitete in Berlin. 1927, 1934 und 1942 beteiligte sich die Künstlerin als Gast an den Ausstellungen des VdBK. Material befindet sich im VdBK-Archiv.

Renée Sintenis studierte ab 1907 dekorative Plastik an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin bei Wilhelm von Haverkamp und Leo von König. Die Bekanntschaft mit Georg Kolbe im Jahr 1910 festigte ihren Wunsch, Bildhauerin zu werden. Sintenis schuf kleinformatige Tierplastiken, Statuetten von Sportlern, darunter der finnische Läufer Paavo Nurmi, Portraitbüsten berühmter Persönlichkeiten, wie André Gide und Joachim Ringelnatz, Akte und Selbstportraits. Die Expressivität und die Lebendigkeit, die sie vor allem den Tier- und Sportdarstellungen verlieh, machten sie international bekannt. Studienreisen führten die Künstlerin nach Paris und Italien.

1917 heiratete Sintenis den Künstler Emil Rudolf Weiss, mit dem sie auch gemeinsame Projekte durchführte, wie z.B. die Illustrationen und das Schriftbild zu 22 Liedern der Gedichte von Sappho. Die Bildhauerin gehörte zum Künstlerkreis des Romanischen Cafés und der Gesellschaftsfotografin Frieda Riess. Sie war mit Rainer Maria Rilke befreundet. 1930 begegnete sie Artistide Maillol.

1931 wurde Sintenis zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin ernannt. Die Nationalsozialisten entzogen ihr den Titel 1934 und beschlagnahmten Werke der ¼ Jüdin in öffentlichen Sammlungen. Sintenis blieb aber Mitglied in der Reichskulturkammer, ihre künstlerischen Aktivitäten im Dritten Reich sind noch nicht restlos erforscht. 1945 verlor die Bildhauerin einen Teil ihres Werks durch einen Bombenangriff.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Renée Sintenis an ihre früheren Erfolge anknüpfen. 1948-55 hatte sie eine Professur an der HfBK (jetzt UdK) Berlin und wurde zum Mitglied der neu gegründeten Akademie der Künste West-Berlin ernannt. Sie erhielt den Kunstpreis der Stadt Berlin, den Orden Pour le Mérite und 1953 das Große Bundesverdienstkreuz. Ihre Bronzeplastiken des Berliner Bären wurden im Großformat an Dreilinden, am Autobahnkreuz Zehlendorf, in Düsseldorf und München aufgestellt. Die Kleinplastik in Silber und Gold wird alljährlich an die Preisträger der Internationalen Filmfestspiele verliehen.

Renée Sintenis wurde von den Galerien Flechtheim, Wolfgang Gurlitt, Fritz Gurlitt und Alex Vömel vertreten. Sie stellte auf der Berliner Herbstausstellung, im Deutschen Künstlerbund, in der Berliner Secession und der Freien Secession, der Berliner Nationalgalerie Berlin, der Tate Gallery London, im Museum of Modern Art New York sowie in Glasgow, Paris und Rotterdam aus. 1958 zeigt das Haus am Waldsee Berlin eine Retrospektive.

Werke befinden sich in folgenden Museen und Sammlungen: Georg Kolbe Museum, Nationalgalerie, Stiftung Berlin-Museum, Kupferstichkabinett in Berlin, Sprengelmuseum Hannover, Wilhelm-Lehmbruck-Museum Duisburg, Wallraff-Richartz-Museum Köln u.a.