Erica Feist
La Guerre, Porzellan und Raku

1937 im Elbe-Weser-Dreieck geboren, entwickelte Erica Feist geb. Junge bereits früh die Neigung, Menschen zu zeichnen. Gerade 16 Jahre alt, begann sie 1953 ein Kunststudium an der Meisterschule für Mode in Hamburg und schloss 1957 mit Diplom, inkl. Graduierung ab. Schwerpunkt: Bewegungsstudien und Illustration, Lehrer: Wilhelm M. Busch, Siegfried Oelke, Erna Schmidt-Caroll.

1965 Umzug mit Familie nach Berlin (West). Sie liebte die Verbindung von Kunst und Handwerk und führte ihre erste Wandgestaltung in Glasmosaik 1967 im Schwimmbad Bremervörde aus. Bis 1987 folgten in Berlin sechs Wandgestaltungen in Schulen und Kindergärten.

Erica Feist
Kirchenfenster im Paul Gerhardt Stift zu Berlin 1990

1980 folgte die Gestaltung einer großen Glaswand und zwei Kirchenfenster im Landschaftsfriedhof Berlin-Gatow. In farbigen, mundgeblasenem Antikglas folgten 1990 im Paul Gerhardt Stift zu Berlin neun Fenster zu Kirchenliedern von Paul Gerhardt, 1999 zwei Fenster im Krankenhaus Moabit.

Von 1971 bis zur Wende baute Erica Feist in der Abt. Sozialwesen Spandau kunst- und beschäftigungstherapeutische Gruppen auf. Die Halbtagsanstellung behielt sie bis zur Berentung bei. Um Erfahrungen und Wissenschaft zu verbinden, studierte sie parallel an der Hochschule der Künste Berlin bis zum Abschluss Kunsttherapie/Kunstpädagogik.

Neben der Arbeit mit Ton in der Geriatrie begann privat die Arbeit mit formbarer Porzellanmasse, um die Schönheit der Bewegung in Reliefs umzusetzen. Seit Jahren erlernte sie Historische Tänze, u.a. bei Prof. Karl Heinz Taubert an der Musikhochschule Berlin. Die Kleireliefs waren gefragt, es gab regelmäßige Ausstellungen in Berlin, in Westdeutschland, Wien und Beteiligungen Riga/Lettland und Monaco sowie 1987 in der Cityhall Boca Raton, USA. Ab 1992 Ergänzungen in Raku.

Erica Feist
Odyssee. Kohle und Gouache

Mitte der 1990-er Jahre tendierte sie wieder zur Zeichnung. Grund: Ausstellung 1995/96 in der Hamburger Oper mit Zeichnungen zu Choreographien von John Neumeier. Vier Jahre konnte sie vorab in Bühnenproben und Aufführungen skizzieren, die sie in ihrem Atelier umsetzte. 1998 folgte im Foyer der Deutschen Oper Berlin eine Ausstellung.

Seit der Jahrtausendwende konzentrierte sich Erica Feist vermehrt auf den Historischen Tanz. Seit 1983 unterrichtet sie mehr als 35 Jahre an der Musikschule Spandau.

Fazit nach 70-jährigem Künstlerleben: Vielseitigkeit, Verbindung von Kunst und Therapie/Pädagogik, Freude am Erlernen und Umsetzen neuer Techniken, alles gepaart damit, fünf Kinder großzuziehen.

Website: www.erica-feist.de

Daniela Fromberg
ROLLERCOASTER & HOBOS, 2018 @ Daniela Fromberg Schaumstoff, Jalousielamellen, Packband (Grösse: 350 x 350 x 100 cm)

Daniela Fromberg
HESPERIDIEN, 2020 © Daniela Fromberg
Peddigrohr, Gelatine, Körperschallwandler, Kabel, Waveplayer, Verstärker (Objektmaße jeweils 25 x 25 x 200 cm), 8-Kanal-Komposition (20 min 44 sek)

Daniela Fromberg ist Bildhauerin und arbeitet intermedial im Bereich Skulptur, Fotografie, Film, Klang und Intervention im öffentlichen Raum. Sie lebt in Berlin und ist seit 2021 Mitglied im VdBK 1867.

Ihre Arbeiten handeln von Oberflächen – sowohl ganz konkret als abgeformte Hülle, Gehäuse und Haut als auch abstrakt im Sinne projizierter Rollenbilder. Durch formgebende Experimente verhilft sie “armen” Materialien oder gebrauchten Objekten in einem schnellen Impuls zu neuem Eigenleben. Ihre Vorliebe gilt hierbei Naturprodukten, Lebensmitteln, Klängen, Fundstücken oder entsorgten Baustoffen, von Jalousie-Lamellen und Fensterflügeln über Schaumgummi, Pappmaché oder Gelatine bis zu Tapioka-Perlen. Ursprünglich durch die Knappheit persönlicher Ressourcen bedingt, entstehen aus relativ wertlosen, zugänglichen Alltagsmaterialien unter Einbeziehung von Klang, Film, Fotografie und Performance ihre oftmals nomadischen Raumaneignungen.

1968 in Celle geboren, wuchs Daniela Fromberg in Deutschland und den Niederlanden auf, bevor sie 1993 das Studium der Bildenden Kunst zuerst in Hannover und später Mexiko-Stadt aufnahm. Nach Ihrer Ernennung zur Meisterschülerin von Prof. Ulrich Eller im Jahr 2000 wurde sie in das Dorothea-Erxleben-Programm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur zur Qualifizierung von Frauen für eine Professur an künstlerisch-wissenschaftlichen Hochschulen aufgenommen. Seitdem unterrichtet sie regelmäßig an verschiedenen Institutionen, Hochschulen und Universitäten. Sie verfügt außerdem über einen Master of Arts / Art in Context der Universität der Künste Berlin.

Daniela Fromberg
ÉTANT DONNÉS: LE CHATEAU NOIR, 2018 @ Daniela Fromberg
10-teilige Serie von Lochkamera-Diapositiven in Leuchtkästen (Grösse: 40 x 50 cm)

Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- wie auch Gruppenausstellungen in Deutschland, Mexiko, Litauen, Österreich und Schweden gezeigt, und sie veröffentlichte Tonträger in den Verlagen Senufo Editions und Edition Telemark. Sie erhielt unter anderem Förderungen vom DAAD, musikfonds sowie der Heinrich-Böll-Stiftung und nahm an internationalen künstlerischen Residenzprogrammen und Landart-Symposien teil. Neben ihrer Arbeit als Bildender Künstlerin ist sie Co-Gründerin von geräusch[mu’si:k], einem vielfach ausgezeichneten Projekt zur Vermittlung von Klangkunst.

www.daniela-fromberg.com