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Rahel Szalit-Marcus
Rahel Szalit-Marcus, Scholem Alechem, 1920, Lithographie, Sammlung Gruber Wittenberg, Blatt: Im Emigrantenbüro, 27 x 22 cm, Foto © Sammlung Gruber Wittenberg

Rahel Szalit-Marcus (3.7.1894 Chjenty, Bezirk Kaunas/RU-1942, ermordet im KZ Auschwitz) war eine polnisch-deutsche Malerin und Graphikerin mit jüdischer Herkunft. Sie lebte und arbeitete in Berlin. Szalit-Marcus war 1927-32 Mitglied im VdBK. Sie beteiligte sich 1929,1930 und 1932 an den Vereinsausstellungen. Material befindet sich im Archiv des VdBK in der Akademie der Künste.

1911 studierte Rahel Szalit-Marcus an der Münchner Kunstakademie. Sie befreundete sich mit den Künstlern Henri Epstein und Marcel Slodki und heiratete den Schauspieler Julius Szalit, der später Selbstmord beging.

Studienreisen führten die Künstlerin nach Paris und London. 1916 ging sie nach Berlin, wo sie sich der Novembergruppe anschloss. Szalit-Marcus spezialisierte sich zunächst auf Landschaften und Stadtansichten, dann malte sie Portraits und Stillleben. Auch illustrierte sie Bücher, wie „die Geschichte des Rabbi Nachman“ von Martin Buber, „Shalom Aleichem“ (Menschen und Szenen), „Hebräische Melodien“ von Heinrich Heine, „die Kreuzersonate“ von Lew Tolstoi, „das Krokodil“ von Fjodor Dostojewski und „Londoner Bilder“ von Charles Dickens. Dazu entstanden eigene Mappenwerke mit Lithographien, Steindrucken und Radierungen.

Nach 1933 floh Rahel Szalit-Marcus vor den Nationalsozialisten nach Frankreich. Hier fasste sie künstlerisch erneut Fuß, wurde jedoch 1942 von den Deutschen deportiert und im KZ Auschwitz ermordet. Ihr Atelier wurde geplündert. Ihre Aquarelle und Ölbilder sind bis heute nahezu ausnahmslos verschollen. Erhalten haben sich Buchillustrationen und Mappenwerke , aus denen ihre stilistische Prägung zum expressiven Primitivismus deutlich zu erkennen ist.

Szalit-Marcus stellte in Berlin und Frankfurt/M. aus.

Ihre Werke befinden sich in der Sammlung Gruber, Wittenberg.

Birgit Szepanski
»Moving Female Sculpture«, 2023, 3-teilige Publikation zum gleichnamigen Performanceprojekt, Helene Nathan Verlag, Berlin. Postkarten, Booklet, Stoffbeutel hier: Performance zu Renée Sintenis. Steinplatz vor der Universität der Künste, Berlin Fotos: Birgit Szepanski

Dr. Birgit Szepanski ist Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin und seit 2026 im VdBK 1867.

Ihre künstlerische Arbeit, das Schreiben von Texten und ihre Kunstvermittlung sind miteinander verbunden. Sie recherchiert zu Orten in der Stadt, ist an vergessenen, historischen Geschichten interessiert und transformiert diese in die Gegenwart. So kann beispielsweise ein Spaziergang in der Stadt eine Recherche im Archiv auslösen, dann in einen Text münden und zu einer Ausstellung mit textilen Materialien werden.

»Missing Female Stories«, 2025Ausschnitt aus der Installation mit zerbrochenen Vasen und Tischdecken Dokumentationszentrum für NS-Zwangsarbeit, Berlin Foto: Frank Peters
»Missing Female Stories«, 2025
Ausschnitt aus der Installation mit zerbrochenen Vasen und Tischdecken
Dokumentationszentrum für NS-Zwangsarbeit, Berlin
Foto: Frank Peters

In Walks und Gesprächen bindet Szepanski die Rezipient:innen mit ein. Beispiele dafür sind »Missing Female Stories« (2022/2025) ein Rechercheprojekt zu einer »Bordell-Baracke« (1943-1945), in denen ausländische Frauen Sex-Zwangsarbeit leisten mussten.

In ihrem urbanen Projekt »Remains of the City« (2025), das sie während ihres Artist-in-Residency in Thessaloniki entwickelte, macht sie die vergessene Geschichte von jüdischen Grabsteinen, die in der Stadt verbaut wurden, wieder sichtbar. Erinnerungskultur und das Vergessene, feministische Perspektiven auf Kunst und Stadt bilden Birgit Szepanskis Schwerpunkte.

 

»On traces with Amalie Kreisberg and a female city«, 2024Verhüllung der Bronzestatue Amalie Kreisberg (Streikanführerin in der Textilfabrik Narva, 1879-1906) Artist-in-Residency in Naart, Narva Estland Foto: David Ross
»On traces with Amalie Kreisberg and a female city«, 2024
Verhüllung der Bronzestatue Amalie Kreisberg (Streikanführerin in der Textilfabrik Narva, 1879-1906)
Artist-in-Residency in Naart, Narva Estland
Foto: David Ross

Sie studierte bildende Kunst in Münster (Meisterschülerin Prof. Ulrich Erben) und absolvierte den Masterstudiengang am Institut für Kunst im Kontext, UdK Berlin (beide Studiengänge gefördert vom Cusanuswerk). Sie promovierte mit dem Promotionsstipendium Stiftung Pro Exzellenzia an der Hochschule für bildende Kunst in Hamburg zu »Erzählte Stadt – der urbane Raum bei Janet Cardiff und Jeff Wall« (transcript Verlag). Ihr Projekt »Female Sculptures. Performative Lectures zu Bildhauerinnen der Moderne« (2023) wurde in Berlin von »Stadt findet Kunst« gefördert.

Sie veröffentlicht Künstlerhefte in dem von ihr 2016 gegründeten »Helene Nathan Verlag«.

Der Verlag ist ein Kunstprojekt in Hommage an die jüdische Bibliothekarin Helene Nathan (1885-1940). Birgit Szepanski ist Dozentin beim bbk Bildungswerk und Kunstvermittlerin im Kunsthaus Das Minsk mit dem Schwerpunkt HerStorys.

birgitszepanski.de

taz.de/Zwangsprostitution-im-NS/!6073435

stadtfindetkunst.de/projekte-aus-2020-2024/projekte-aus-2023

transcript-verlag.de/author/szepanski-birgit-30733

Lucy Teasdale
Lucy Teasdale, Grandly National, 2017, Acrystal, 36 x 66 x 22 cm, Foto: Eric Tschernow

Lucy Teasdale (*1984) ist eine britisch-deutsche Bildhauerin. Sie lebt und arbeitet in Berlin. 2017 war sie Gast in der Ausstellung „Fortsetzung Jetzt! Teil 4, 150 Jahre VdBK 1867 e.V.“

Lucy Teasdale, Polo
Lucy Teasdale, Polo! 2017, Acrystal und Messing, 52 x 28 x 28 cm, Foto: Eric Tschernow

„Ich würde meine Arbeit als eine Suche nach interessanten Formen beschreiben. Ich beschäftige mich oft mit den Fragen: Wie viel muss getan werden, damit ein Motiv erkannt werden kann? Wann hört der Ton auf, ein formloser Klumpen zu sein. Ich ergründe bildhauerische Probleme, z.B. wie kann man Bewegung in einer Skulptur zeigen oder wie kann man die Empfindlichkeit und Stärke einer organischen Form zeigen? Ich sehe meine Arbeit als einen produktiven und poetischen Kampf mit dem schweren Tonmaterial“ (LT).

Lucy Teasdale studierte 2003-2006 am Chelsea College of Art & Design, University of the Arts, London. Ein Erasmusstipendium führte sie 2006/7 an die UdK Berlin. Danach studierte sie 2007-2010 Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf, wo sie als Meisterschülerin von Tony Cragg 2010 abschloss.

Die Künstlerin hat folgende Projekte und Auszeichnungen: Projekt „Art SchoolPalestine – Online Idea exchange between Artists in London/Ramalla“ (2008), Stipendium des Goldrausch Künstlerinnen Projekt Art IT (2013) und Nominierung für das Stipendium „Junge Kunst“ STAFF STIFTUNG, Lemgo (2014). 2015 wurde sie zum Entwurf einer Skulptur im Rahmen des Kunst am  Bau-Projektes zum Gedenken an Franz Josef Strauß am Flughafen-Franz-Josef Strauß, München eingeladen und nominiert.

Lucy Teasdale wird von der Galerie Mikael Andersen in Kopenhagen und der Galerie Born in Berlin vertreten.

Lucy Teasdale
Lucy Teasdale, Toad, 2018, Acrystal, 46 x 18 x 17 cm, Foto: Eric Tschernow

Die Bildhauerin hatte folgende Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Holland und Dänemark (Auswahl): 2011: Gyre and Gimble (mit Sonja Gerdes), Galerie Gebr. Lehmann, Berlin. Sebastian Dacey and Lucy Teasdale, Galerie Mikael Andersen, Kopenhagen. 2012: New Positions, Solo presentation, Stand Galerie Mikael Andersen, Art Cologne. 2015: Körnelia: Goldrausch 2013, Galerie im Körnerpark, Berlin. One for the Birds (mit Fritz Bornstück), Galerie Mikael Andersen, Kopenhagen. Balancing Act, Galerie Born Berlin. 2016: Lucy Teasdale & Yannis Markantonakis, Galerie Born, Darss. Silent Empire, Funkhaus, Berlin. 2018: Serious Play (mit Michael Markwick), Galerie Born.

Lucy Teasdale, Website

Goldrausch-Stipendium, Lucy Teasdale

Mikael Andersen Galerie, Lucy Teasdale

Galerie Born, Lucy Teasdale

 

Anja Teske
Diptichon 2

Ich fotografiere, indem ich über das Licht Räume finde.

Einige meiner Zyklen stellen Personen dar, andere Orte und wiederum andere Personen und Orte. Immer jedoch interessieren mich räumliche Strukturen. Die Varianten der Raumerkundung sind ein Vergnügen: Mitunter betrachte ich eine Sache von allen Seiten, zum Beispiel einen Salat. Oder es wird eine Person aus verschiedensten Perspektiven beobachtet, um alle ihre Facetten zu entdecken. In einer anderen Arbeit schleiche ich in einem verlassenen Hotel als heimliche Beobachterin durch die Räume um die Eigenart des Besitzers zu erfassen. Und dann wurde ein Foto-Wald-Bild geknittert, um es wieder dem dreidimensionalen Raum zuzuführen. Für jedes Thema suche ich eine eigene Sprache.

Diptichon 1 Anja Teske © VG-Bildkunst

In den hier gezeigten Bildern bewege ich mich durch Räume ohne Personen. Das Licht befällt eine Wand über dem Sofa oder das Hintere eines Raumes oder geradeaus eine Tischdecke, ohne den Tisch zu beleuchten. Das Licht bestimmt, ob ich das Gefühl habe, ich darf in den Raum eintreten oder ich werde durch das nicht Beleuchtete abgebremst. Im Raum mit dem Sofa kommt das Licht von außen und lädt mich ein, durch die halboffene Tür zu schleichen und Platz zu nehmen, so werde auch ich vom Licht beschienen. Der zweite Raum lockt mich durch das Licht im Hinteren, was passiert dort? Ich muss erst über den Tisch steigen, mir Zugang verschaffen, um im hellen Raum stehen zu dürfen.

Scheinbar wird die Tischdecke vom nächsten Bild durch den Betrachter beschienen, der Betrachter muss näher kommen, damit auch der Tisch beleuchtet wird.

Anja Teske lebt in Berlin. Studium der Bildenden Kunst, Meisterschülerin bei Heinrich Riebesehl, Gaststudium am Repin Institut, St. Petersburg (RU), Master an der Slade School of Fine Art, UCL London.

Preise und Förderungen (Auswahl): Schloss-Balmoral-Jahresstipendium, Niedersächsischer Nachwuchskünstlerpreis, Jean Spencer Auszeichnung (London), Schloss Plüschow Stipendium, Auszeichnung der Heitland Foundation, Katalogförderung Berliner Senat für das Buch „Zuckerpuppe“. Ihre Arbeiten wurden national und international ausgestellt und in vielen Publikationen und Fachzeitschriften veröffentlicht

VG-Bildkunst

Webseite von Anja Teske

Lioba von den Driesch
Screenshot ludo_2 © Lioba von den Driesch

Lioba von den Driesch, geboren 1957 in Mainz, lebt und arbeitet in Berlin. Ihr künstlerischer Schwerpunkt ist die Animation. Dabei nutzt sie Stop Motion Techniken mit sehr einfachen Materialien wie Kreide oder Wasser, aber auch digitale Technologien. Ihr zentrales Thema sind alltägliche Menschen, ihr Interagieren mit ihrem Umfeld, ihre Fragilität. Menschliche Beweggründe und Absichten, die Konsequenzen in scheinbar trivialen Gesten und Szenerien. Auch ihre Zeichnungen, Collagen und Objekte kreisen um menschliches Handeln und seine Beweggründe.

"ene mene mu" Videoinstallation, Wasser auf Tafel , HABITATE, Schloß Biesdorf, 2022 Foto: Thomas Bruns
„ene mene mu“ Videoinstallation, Animation Wasser auf Schiefertafel , HABITATE, Schloß Biesdorf, 2022 Foto: Thomas Bruns

Ihre Animationen bleiben nicht in den Grenzen narrativer Kurzfilme. Sie zeigen sich auch in mehrteiligen Installationen, in sich zyklisch wiederholenden Abläufen, die einander durchkreuzen, sich stören und dabei immer neue Dialoge hervorrufen.
(„ene mene mu“ 2022, „Gezügelt“ 2023)

 

 

 

"Die Großen Badenden", Modularer 3D Druck, 2020, in "Kunst der Nachhaltigkeit", Group Global 3000, Berlin © Lioba von den Driesch
„Die Großen Badenden“, Modularer 3D Druck, 2020, in „Kunst der Nachhaltigkeit“, Group Global 3000, Berlin, © Lioba von den Driesch

 

 

Lioba von den Driesch studierte Grafik Design und Kunsterziehung in Mainz und  Kunst und Kulturarbeit in Berlin. Sie arbeitete als Künstlerische Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte für Film und Video u.a. an der HdK Berlin (heute UdK) und leitete von 2011-23 die Medienwerkstatt im Kulturwerk des bbk berlin.

Ihre Werke wurden international in Festivals und Ausstellungen gezeigt.
(Deutschland, Niederlande, USA, Brasilien, Kuba und Japan)

Seit 2023 ist sie Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen 1867.

lioba-vddriesch.de