Szepanski Birgit
Dr. Birgit Szepanski ist Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin und seit 2026 im VdBK 1867.
Ihre künstlerische Arbeit, das Schreiben von Texten und ihre Kunstvermittlung sind miteinander verbunden. Sie recherchiert zu Orten in der Stadt, ist an vergessenen, historischen Geschichten interessiert und transformiert diese in die Gegenwart. So kann beispielsweise ein Spaziergang in der Stadt eine Recherche im Archiv auslösen, dann in einen Text münden und zu einer Ausstellung mit textilen Materialien werden.

Ausschnitt aus der Installation mit zerbrochenen Vasen und Tischdecken
Dokumentationszentrum für NS-Zwangsarbeit, Berlin
Foto: Frank Peters
In Walks und Gesprächen bindet Szepanski die Rezipient:innen mit ein. Beispiele dafür sind »Missing Female Stories« (2022/2025) ein Rechercheprojekt zu einer »Bordell-Baracke« (1943-1945), in denen ausländische Frauen Sex-Zwangsarbeit leisten mussten.
In ihrem urbanen Projekt »Remains of the City« (2025), das sie während ihres Artist-in-Residency in Thessaloniki entwickelte, macht sie die vergessene Geschichte von jüdischen Grabsteinen, die in der Stadt verbaut wurden, wieder sichtbar. Erinnerungskultur und das Vergessene, feministische Perspektiven auf Kunst und Stadt bilden Birgit Szepanskis Schwerpunkte.

Verhüllung der Bronzestatue Amalie Kreisberg (Streikanführerin in der Textilfabrik Narva, 1879-1906)
Artist-in-Residency in Naart, Narva Estland
Foto: David Ross
Sie studierte bildende Kunst in Münster (Meisterschülerin Prof. Ulrich Erben) und absolvierte den Masterstudiengang am Institut für Kunst im Kontext, UdK Berlin (beide Studiengänge gefördert vom Cusanuswerk). Sie promovierte mit dem Promotionsstipendium Stiftung Pro Exzellenzia an der Hochschule für bildende Kunst in Hamburg zu »Erzählte Stadt – der urbane Raum bei Janet Cardiff und Jeff Wall« (transcript Verlag). Ihr Projekt »Female Sculptures. Performative Lectures zu Bildhauerinnen der Moderne« (2023) wurde in Berlin von »Stadt findet Kunst« gefördert.
Sie veröffentlicht Künstlerhefte in dem von ihr 2016 gegründeten »Helene Nathan Verlag«.
Der Verlag ist ein Kunstprojekt in Hommage an die jüdische Bibliothekarin Helene Nathan (1885-1940). Birgit Szepanski ist Dozentin beim bbk Bildungswerk und Kunstvermittlerin im Kunsthaus Das Minsk mit dem Schwerpunkt HerStorys.
taz.de/Zwangsprostitution-im-NS/!6073435
stadtfindetkunst.de/projekte-aus-2020-2024/projekte-aus-2023