Molly Cramer
Molly Cramer, Häuser in den Dünen, um 1910, 50 x 70 cm, Öl/Lwd., Galerie Panther, Freising

Molly Cramer (25.06.1852 in Hamburg-18.01.1936 ebenda) war eine Blumen-, Landschafts- und Porträtmalerin. Sie lebte und arbeitete in Hamburg. Cramer war Mitglied im VdBK von 1892-1916 und stellte dort 1896, 1898 und 1904 aus. Material befindet sich im VdBK-Archiv.

Molly Cramer stammt aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie und ist die Schwester der Malerin Helene Cramer. Gemeinsam mit Helene bildete sie sich ab 1882 künstlerisch aus. Sie studierte bei Theobald Riesfesell, Carl Rodeck und Hinrich Wrage in Hamburg. 1890 ging Molly Cramer nach Antwerpen zu Eugène Joors, der sie in der altholländischen Stilrichtung schulte. Ab 1898 wandte sie sich auch impressionistischen Landschafts- und Portraitdarstellungen zu. Nach ihrer Rückkehr nach Hamburg gewann sie die Unterstützung des Direktors der Kunsthalle, Alfred Lichtwark, der mehrere Werke für das Museum ankaufte. Auf Lichtwarks Vermittlung hin entstand der Kontakt zu den Hamburger Malern Ernst Eitner, Arthur Illies und Paul Kayser vom Hamburgischen Künstlerclub. Hier stellte Molly Cramer mit ihrer Schwester aus, wurde aber nicht Mitglied.

Das Haus der beiden Künstlerinnen wurde zum Treffpunkt der Hamburger Künstlerschaft, und Molly Cramer förderte ihre jungen Kollegen. Die Künstlerin stellte u.a. im Glaspalast München (1889-1902), auf der Großen Berliner Kunstausstellung (1893-1908) sowie in Moskau, Budapest, London und Chicago (1893) aus.

Werke der Malerin befinden sich in folgenden Museen und Sammlungen: Kunsthalle Hamburg, Kaiser Wilhelm Museum Krefeld, Galerie Panther München

Christa Düll
Christa Düll, Ostern, 1972

Die seit 1933 in Berlin lebende Kunstmalerin Christa Düll, geboren 1925 in Frankfurt/Oder, absolvierte zunächst eine Lehre als Apothekenhelferin. Im Anschluss an ihre künstlerische Vorbildung bei Richard Flockenhaus studierte sie von 1945 bis 1951 an der HfBK bei den Professoren Heinrich Ehmsen und Emil Schumacher und war seit 1949 Meisterschülerin bei Karl Hofer. 1952 folgte ein einjähriger Studienaufenthalt in Paris. Ihrem ersten offiziellen Großauftrag, das 1964 fertiggestellte Altarbild für die evangelische Kirche in Berlin-Mariendorf-Süd am Mariedorfer Damm 342, schlossen sich ab 1969 diverse Einzel- und Gruppenausstellungen in ganz Deutschland an. Christa Dülls Malerei und Grafik, die nur schwer in eine der geläufigen Strömungen abstrakter Kunst einzuordnen ist, wird von einem eigenwilligen, formauflösenden Erscheinungscharakter getragen, der auf scharf gesetzte, zuweilen aber auch stimmungsvoll arrangierte Farbkontraste setzt. Vor allem die lebenslange und schon zu Studienzeiten geknüpfte Freundschaft zum Maler Horst Heinen war für die Formensprache der Künstlerin eine wichtige Inspirationsquelle. Christa Düll ist seit 1964 Mitglied des VdBK, seit 1984 gehörte sie dem Vereinsvorstand an.

Emmy Gotzmann
Emmy Gotzmann, o.T. (Bülowstraße Berlin), 1914-18, Öl/Lw., Privatbesitz, ©Gr. Ferdinand Ruigrok van de Werve

Emmy Auguste Elisabeth Gotzmann (19.03.1881 Frankfurt/M. – 27.09.1950 Berlin) war eine deutsche Malerin. Ihr Werk ist dem Stil des Nachimpressionismus und dem expressiven Realismus zuzuordnen. Vermutlich besuchte sie 1901-1904 die Zeichen- und Malschule des VdBKK. Nachweislich war Emmy Gotzmann 1911 bis mindestens 1942 Mitglied, 1928-30 hatte sie das Amt der Vorsitzenden inne. Die Malerin war 1906, 1911, 1913, 1927, 1928, 1928/29, 1929, 1930, 1934, 1937, 1940 und 1942 auf den Vereinsausstellungen vertreten.

Die Tochter eines Reichsbankdirektors wuchs in Berlin/Groß-Lichterfelde auf. Emmy Gotzmann besuchte dort die Krahmersche höhere Mädchenschule und begann dann mit ihrer künstlerischen Ausbildung. Es ist zu vermuten, dass sie 1901-1904 an der Zeichen- und Malschule des VdBKK studierte, ihre Lehrer waren nach ihren Angaben Hans Baluschek, Martin Brandenburg und Max Uth. Nach Aussage der Familie nahm sie auch Privatunterricht bei Lovis Corinth.

1903 schloss sich die Malerin der Künstlerkolonie Ekensund bei Flensburg an und befreundete sich mit Anton Nissen und dem Mitbegründer der Berliner Secession Otto H. Engel. 1905 siedelte sie nach Flensburg über. 1905/6 und 1908/9 nahm sie Unterricht im Aktzeichnen beim Bildhauer Heinz Weddig an der Kunstgewerblichen Fachschule. In der Künstlerkolonie entstanden Landschaftsaquarelle und Ölgemälde mit Pleinairmotiven der Küstenlandschaft. 1908 zeigte Emmy Gotzmann 87 Ölgemälde, Ölstudien und Aquarelle in einer Doppelausstellung im Flensburger Kunstgewerbemuseum. Ein Jahr später zog die Malerin nach Berlin zurück und beteiligte sich unter anderem an Ausstellungen der Secession.

Emmy Gotzmann war 1905-1913 mit dem Juristen Walter Conrad verheiratet. In ihrer zweiten Ehe (1913-1928) mit dem jüdischen und zum christlichen Glauben konvertierten Rezitator Ludwig Hardt entstanden Kontakte zu berühmten Literaten wie Elias Canetti, Bertolt Brecht, Thomas Mann und Walter Benjamin. Ihre Bilder aus dieser Zeit werden dem expressiven Realismus zugeordnet.

In den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft distanzierte sich Gotzmann vom gleichgeschalteten Kunstbetrieb. Zunehmend geriet sie in die Isolation, in der ihr die jüdischen Freundinnen Else Milch und Helene Skaller zur Seite standen. Gotzmann selbst setzte sich ebenfalls für untergetauchte Jüdinnen und Juden ein.

Die Künstlerin war auf zahlreichen Ausstellungen vertreten, so in der Berliner Secession (1902/3, 1912). In der Kunsthalle Kiel beteiligte sie sich an einer Ausstellung des Schleswig-Holsteinischen Kunstvereins (1909). Im Münchner Glaspalast (1910), der Kunsthalle Bremen (1912), in der Schleswig Holsteinische Kunstgenossenschaft (1919) und im Kunstgewerbemuseum Berlin (1928). Gotzmann war nicht Mitglied der Berliner Secession, dafür war sie aber bis 1936 beim Deutschen Künstlerbund registriert.

Das Oeuvre der Künstlerin ging im Krieg fast vollständig verloren. Heute befindet sich ein kleiner Teil, bestehend aus Ölgemälden, Ölskizzen und Zeichnungen, im Familienbesitz.

Der Beitrag basiert auf den Angaben von Ruigrok van de Werve, Farbige Kraft in schwierigen Zeiten – Emmy Gotzmann. Eine Malerin der Berliner Secession 1881-1950, Verlag Ludwig 2016.

Angela Hampel
Angela Hampel, Minotaurus, o. J.

Die 1956 in Räckelwitz/Sachsen geborene Malerin Angela Hampel absolvierte zunächst eine Lehre zur Forstfacharbeiterin, der sich 1975 ein einjähriges Abendstudium in Bautzen anschloss. Von 1977 bis 1982 studierte sie Malerei an der Hochschule für bildende Künste in Dresden bei Prof. Jutta Damme und Dietmar Büttner und ließ sich anschließend als freischaffende Künstlerin in Dresden nieder. Ihr künstlerisches Oeuvre umfasst vor allem Gemälde und Grafiken, die, von feministischen Auffassungen geprägt, fast ausschließlich von Frauendarstellungen und Figuren aus der antiken Mythologie dominiert werden. Seit 1987 widmet sich Angela Hampel auch der Performancekunst, schafft Rauminstallationen, Environments, Künstlerbücher und war 1989 Mitgebründerin der Dresdner Sezession. In Anerkennung ihrer Verdienste als Künstlerin in der DDR wurde sie 1990 – neben Sabine Kasan und Pomona Zipser – mit dem Marianne-Werefkin-Preis geehrt, der erstmals vom Verein der Berliner Künstlerinnen vergeben wurde. Angela Hampel lebt und arbeitet in Dresden.

Angela Hampel

 

Sella Hasse
Sella Hasse, Rhythmus der Arbeit, Käthe Kollwitz gew., 1912-16, 34,4 x 29,1 cm, Linolschnitt, Akademie der Künste, Berlin, Blatt 2: Werft, © Akademie der Künste Berlin

Sella Hasse, geb. Schmidt, auch als Selly Schmidt und unter dem Pseudonym Essa Halles bekannt (12.02.1878 Bitterfeld-27.04.1963 Berlin), war eine deutsche Malerin und Grafikerin. Sie lebte und arbeitete in Berlin, Hamburg und Wismar. Die Künstlerin besuchte 1902 die Zeichen- und Malschule des VdBK und war 1901-43 Vereinsmitglied. Material befindet sich im Archiv des VdBK.

Sella Hasse nahm ab 1896 privaten Zeichenunterricht bei Walter Leistikow und Franz Skarbina, 1901 folgte ein Studium bei Lovis Corinth. 1902 wurde sie dann Schülerin von Käthe Kollwitz an der Zeichen- und Malschule des VdBK. Kollwitz prägte den Stil von Sella Hasse maßgeblich mit. Die beiden Künstlerinnen verband eine langjährige Freundschaft. Hasse war mit dem Mathematiker Robert Hasse (1867-1919) verheiratet und lebte mit ihm ab 1904 in Hamburg und ab 1910 in Wismar.

Zunächst als Pressezeichnerin tätig beschäftigte sich die Künstlerin mit sozialkritischen Themen, die sie in unterschiedlichen druckgraphischen Techniken verarbeitete. Es entstanden der Lithographie-Zyklus „Hafenarbeiter“ (1908-1910), der Käthe Kollwitz gewidmete Linolschnitt-Zyklus „Rhythmus der Arbeit“ (1912-1916) und der Holzschnitt-Zyklus “Kriegsblätter“ (1914-1918).

1912 unternahm Hasse eine Studienreise nach Paris, wo sie die Académie Suisse besuchte. 1916-1917 folgten Aufenthalte im Saargebiet und Lothringen. Auch reiste sie nach Holland, Wien und Prag. 1926 besuchte sie den X. „Congrès d´Alliance Internationale pour le Suffrage des Femmes“ in Paris. Ab 1930 wohnte die Künstlerin in Berlin.

Während des Nationalsozialismus galt ihre Kunst als „entartet“. 15 ihrer Werke wurden in öffentlichen Sammlungen beschlagnahmt. 1943-1945 hielt sich Hasse im Elsass auf, nach Kriegsende kehrte sie nach Berlin zurück und ließ sich im Ostteil der Stadt nieder. 1947 machte sie künstlerische Studien in Betrieben, u.a. im Stahl- und Walzwerk Henningsdorf und widmete sich erneut der Druckgrafik und den Themen aus der Arbeitswelt.

Hella Sasse war Mitglied im Deutschen Künstlerbund, Ehrenmitglied im Verband bildender Künstler und Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Künste Berlin. 1962 erhielt sie den Käthe-Kollwitz-Preis und den Vaterländischen Verdienstorden.

Die Künstlerin beteiligte sich an Ausstellungen der Berliner Secession (1902), des Deutschen Künstlerbunds in Bremen (1912 und 1913) und stellte auf der 1. Internationalen Graphischen Kunstausstellung in Leipzig (1914) und im Kunsthaus Zürich (1919) aus.

Ihre Werke befinden sich in folgenden Museen und Sammlungen: Berlinische Galerie, Kupferstichkabinett Berlin, Stiftung Stadtmuseum Berlin, Akademie der Künste Berlin, Städtische Kunstsammlung Chemnitz und Stadtgeschichtliches Museum der Hansestadt Wismar (78 Ölbilder und 250 Aquarelle).