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Anna Fiegen
geflickt, 2025, Öl auf Leinwand, 160 x 170 cm / Foto: Anna Fiegen, © Anna Fiegen / VG Bild-Kunst

Anna Fiegen (*1981) ist Malerin und Druckgrafikerin. Sie studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Münster, schloss ihr Studium 2011 als Meisterschülerin ab und lebt seitdem in Berlin.
Seit 2026 ist sie Mitglied im VdBK1867 e. V.

o. T. (Februar), 2025, Siebdruck auf Hahnemühle-Bütten, 60 x 40 cm, Auflage 150 + 5apFoto: Anna Fiegen, © Anna Fiegen / VG Bild-Kunst
o. T. (Februar), 2025, Siebdruck auf Hahnemühle-Bütten, 60 x 40 cm, Auflage 150 + 5ap / Foto: Anna Fiegen, © Anna Fiegen / VG Bild-Kunst

Anna Fiegens Inspirationsquelle ist Architektur als gebaute Umwelt. Sie löst urbane Architektur aus ihrem Kontext und inszeniert sie unter Einsatz von Schattenwürfen in menschenleeren Landschaften aus Farbflächen. Die Form reduziert sie stark, um in den Flächen malerisch und grafisch frei agieren zu können und der Materialität von Farbe in verschiedenen Zuständen – mal flüssig, mal pastos – Raum zu geben. Flächen und Kanten variieren von klarer Schärfe bis zur buchstäblichen Auflösung.

Fiegens besonderer Fokus liegt auf dem Spannungsfeld des Illusionsraums im Bild und der Sichtbarkeit von Material als Bruch der Illusion.

Ölmalerei und Werke in verschiedenen Techniken der Druckgrafik entstehen in Wechselwirkung miteinander, bei der Anna Fiegen Aspekte der einen Technik in die andere gleichsam übersetzt. Druckserien, in dem jedes Blatt Unikatcharakter hat, und serielle Malereien derselben Komposition bei nahezu identischer Farbgebung stellen die vorausgesetzte Definition von Druck als Vervielfältigungstechnik und Malerei als Unikat in Frage.

 

 

Anna Fiegens Werke waren in zahlreichen Ausstellungen vertreten, z. B.: zeitlos, 2026, Junge Kunst Berlin Showroom, Berlin (Einzelausstellung) / unbewegt, 2025 Städtische Galerie Lehrte (Einzelausstellung), Fassaden in Serie, 2024 UNESCO Weltkulturerbe Faguswerk, Alfeld an der Leine (Einzelausstellung) / Randzone, 2019 GASAG-Kunstraum Mitte, Berlin (Einzelausstellung) / Archipelago, 2018 Goldrausch Künstlerinnenprojekt, Berlin u.v.m.

Anna Fiegen ist außerdem Mitglied des bbk berlin e. V. und im Internationalen Künstler Gremium (IKG).

aufgetaucht, 2024, Öl auf Leinwand, 80 x 70 cmFoto: Anna Fiegen, © Anna Fiegen / VG Bild-Kunst
aufgetaucht, 2024, Öl auf Leinwand, 80 x 70 cm / Foto: Anna Fiegen, © Anna Fiegen / VG Bild-Kunst

Links Anna Fiegen

https://www.annafiegen.de

https://www.instagram.com/anna_fiegen

Daniela Fromberg
ROLLERCOASTER & HOBOS, 2018 @ Daniela Fromberg Schaumstoff, Jalousielamellen, Packband (Grösse: 350 x 350 x 100 cm)

Daniela Fromberg
HESPERIDIEN, 2020 © Daniela Fromberg
Peddigrohr, Gelatine, Körperschallwandler, Kabel, Waveplayer, Verstärker (Objektmaße jeweils 25 x 25 x 200 cm), 8-Kanal-Komposition (20 min 44 sek)

Daniela Fromberg ist Bildhauerin und arbeitet intermedial im Bereich Skulptur, Fotografie, Film, Klang und Intervention im öffentlichen Raum. Sie lebt in Berlin und ist seit 2021 Mitglied im VdBK 1867.

Ihre Arbeiten handeln von Oberflächen – sowohl ganz konkret als abgeformte Hülle, Gehäuse und Haut als auch abstrakt im Sinne projizierter Rollenbilder. Durch formgebende Experimente verhilft sie “armen” Materialien oder gebrauchten Objekten in einem schnellen Impuls zu neuem Eigenleben. Ihre Vorliebe gilt hierbei Naturprodukten, Lebensmitteln, Klängen, Fundstücken oder entsorgten Baustoffen, von Jalousie-Lamellen und Fensterflügeln über Schaumgummi, Pappmaché oder Gelatine bis zu Tapioka-Perlen. Ursprünglich durch die Knappheit persönlicher Ressourcen bedingt, entstehen aus relativ wertlosen, zugänglichen Alltagsmaterialien unter Einbeziehung von Klang, Film, Fotografie und Performance ihre oftmals nomadischen Raumaneignungen.

1968 in Celle geboren, wuchs Daniela Fromberg in Deutschland und den Niederlanden auf, bevor sie 1993 das Studium der Bildenden Kunst zuerst in Hannover und später Mexiko-Stadt aufnahm. Nach Ihrer Ernennung zur Meisterschülerin von Prof. Ulrich Eller im Jahr 2000 wurde sie in das Dorothea-Erxleben-Programm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur zur Qualifizierung von Frauen für eine Professur an künstlerisch-wissenschaftlichen Hochschulen aufgenommen. Seitdem unterrichtet sie regelmäßig an verschiedenen Institutionen, Hochschulen und Universitäten. Sie verfügt außerdem über einen Master of Arts / Art in Context der Universität der Künste Berlin.

Daniela Fromberg
ÉTANT DONNÉS: LE CHATEAU NOIR, 2018 @ Daniela Fromberg
10-teilige Serie von Lochkamera-Diapositiven in Leuchtkästen (Grösse: 40 x 50 cm)

Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- wie auch Gruppenausstellungen in Deutschland, Mexiko, Litauen, Österreich und Schweden gezeigt, und sie veröffentlichte Tonträger in den Verlagen Senufo Editions und Edition Telemark. Sie erhielt unter anderem Förderungen vom DAAD, musikfonds sowie der Heinrich-Böll-Stiftung und nahm an internationalen künstlerischen Residenzprogrammen und Landart-Symposien teil. Neben ihrer Arbeit als Bildender Künstlerin ist sie Co-Gründerin von geräusch[mu’si:k], einem vielfach ausgezeichneten Projekt zur Vermittlung von Klangkunst.

www.daniela-fromberg.com

Eugenie Fuchs
Fuchs, Eugenie: Winterlandschaft, 1931. Herkunft/Rechte: Stiftung Stadtmuseum Berlin / Oliver Ziebe, Berlin (CC BY-NC-SA)

Der Lexikoneintrag über Eugenie Fuchs ist in Arbeit. Bis dahin möchten wir auf die folgenden Links aufmerksam machen:

Ihr Bild „Winterlandschaft“ befindet sich im Besitz der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Die Abbildung auf dieser Webseite erfolgt unverändert unter der Creative Commons License CC BY-NC-SA 4.0 Deed. Fuchs, Eugenie: Winterlandschaft, 1931. Herkunft/Rechte: Stiftung Stadtmuseum Berlin / Oliver Ziebe, Berlin (CC BY-NC-SA).

Eugenie Fuchs
Stolperstein für Eugenie Fuchs, 2023. An der Urania 7 (ehemals Nettelbeckstraße 23, letzter Wohnort der Künstlerin in Berlin)

Im Lukas-Verlag erschien 2023 das Buch Eugenie Fuchs 1873 – 1943 – Leben und Werk einer vergessenen Berliner Malerin von Lutz Mauersberger.

Eugenie Fuchs bei wikipedia

Ricoh Gerbl
Ricoh Gerbl, aus der Serie: Die Mutter & Co, Pfropfungen, Nr. 1, 1996, 184 cm x 123 cm, C-Print, Aludibond

Ricoh Gerbl ist in einem katholisch geprägten Dorf in Bayern aufgewachsen und zog mit vierundzwanzig Jahren nach Berlin. Sie ist Künstlerin und Autorin. Ihr bildkünstlerisches Werk umfasst inszenierte Fotografie, konzeptuelle Arrangements und Objekte. Literarisch artikuliert sie sich in Romanen, Erzählungen und Mikrotexten. Sie befasst sich mit weiblichen Selbst- und Fremdbildern und der poetischen Kraft des Alltäglichen. Sie beobachtet Absurditäten, Abgründe und Verstrickungen und übersetzt sie lakonisch und mit feinsinnigem Humor in visuelle und literarische Sprache. Sie lebte vorübergehend in New York und Barcelona.

Die Wohnungspfropfungen

Was geschieht, wenn ein Kunstwerk nicht im Museum, sondern mitten im Alltag auftaucht? Wenn es sich nicht auf einer weißen Wand entfaltet, sondern zwischen Bücherregalen, Zimmerpflanzen und Sofalandschaften positioniert? Ricoh Gerbl stellt genau diese Frage – und beantwortet sie mit einer ungewöhnlichen Praxis:
der Wohnungspfropfung. Seit 1998 bringt die Künstlerin großformatige Fotografien (128 x 188 cm) in Wohnungen ihr unbekannter Personen ein. Die Werke bleiben dort vier Wochen – als temporäre Gäste, als massive Störkörper, als eigenwillige Komplizen des Raumes. Allein durch ihre Größe beanspruchen die Bilder eine physische Präsenz, die nicht zu übersehen ist. Die Fotografien fügen sich dabei keineswegs nahtlos ein. Sie sollen irritieren, überlagern, verdrängen – oder manchmal, fast überraschend, in Resonanz mit dem Raum treten. Das Private wird zum Ausstellungsort, das Gewohnte gerät ins Schwanken.

Aus der Serie: Die Wohnungspfropfungen Nr. 07/09, 1998, jeweils 128 x 188cm, C-Print

Der Begriff „Pfropfung“ stammt ursprünglich aus der Botanik: Gemeint ist das Einfügen eines fremden Triebs in eine bestehende Pflanze, um sie zu kräftigen oder zu verändern. Auch Gerbl versteht ihre Arbeiten als solche Eingriffe – als das In-Beziehung-Setzen des Disparaten, als bewusste Konfrontation von Fremdem und Eigenem. Am Ende jeder vierwöchigen Pfropfung findet eine kleine Party statt. Die Bewohner:innen laden ihr Umfeld ein – Freund:innen, Bekannte, Nachbar:innen.

So entsteht eine Öffentlichkeit im Privaten, eine soziale Resonanz der künstlerischen Aktion. Die Gäste werden zu Zeug:innen und potenziellen Teilnehmer:innen weiterer Pfropfungen. Die Aktion wird fotografisch dokumentiert. In einem nächsten Schritt werden die Dokumentationsbilder selbst wieder vergrößert – und in neue Wohnungen eingepfropft. Die Serie entwickelt sich fort, zyklisch, wachsend, immer neu.

Die Wohnungspfropfungen operieren im Spannungsfeld von Kunstproduktion, sozialer Interaktion und prozesshafter Dokumentation. Sie entwickeln sich zyklisch weiter – als dynamisches System ästhetischer Infiltration.

Mitglied im VdBK 1867 seit 2013

Bibliografie:
»Bitch-up«, literarischer Blog mit monatlich erscheinenden Beiträgen, geführt von Dez. 2020 bis Okt. 2024.

»Fast. Eine Regung«, Roman plus Pfropfung, Mulitple, 2019, 187 Seiten.

»Leben im Luxus«, Erzählband, 2009, Mitteldeutscher Verlag, Halle, 159 Seiten.

Sammlung: Akademie der Künste Berlin 2025, Der Gemeine Hausengel., C-Print, 224 x 182 cm.

Stipendien/Residencies
2022 Neustart Kultur, Kunststiftung Bonn, 2021 Stipendium VG Bild-Kunst, Stiftung Kulturwerk, 2020 Stipendium für Kulturprojekte, Senat Berlin, 2017 Artist-in-residence, Havanna, Kuba, 2016 Artist-in-residence, Fundación Valparaiso, Mojácar, Spanien, 2014 Artist-in-residence, General Performances, Bern, Schweiz, 2012, Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste Berlin, 2010 Residenzstipendium für Literatur der Lina Thyll-Dürr-Stiftung, Elba, 2004 Residenzstipendium für Literatur, Salzwedel, 1996 Arbeitsstipendium für Bildende Kunst, Senat Berlin,1993 Arbeitsstipendium für Literatur, Senat Berlin,1994 Nominierung für den Open Mike, Literaturwerkstatt Berlin

Ausstellungen und Beteiligungen
2022 Troubled Nature, HKM, Berlin, 2022 Im Zweifel ein Portrait, VdBk 1867, Berlin, 2022 Die Auswilderung wird verschoben, Projektraum VdBK, Berlin, 2021 RaumSchau, Galerie Goldwerk, Rostock, 2020 POP UP SHOW, Haus Kunst Mitte, Berlin, 2019 It’s Your Turn, ZAK, Zitadelle Spandau, Berlin, 2017 Fortsetzung jetzt, projektraum alte feuerwache, Berlin, 2017 Fortsetzung folgt, Kommunale Galerie, Berlin, 2013 Marianne Werfekin-Preis, Galerie Pankow, Berlin und im Spinnereirundgang Leipzig, 2008 Thank You For Judging, Berliner medizinhistorisches Museum Charitè, Virchowsaal, Berlin, 2006 Von der Angst, Kunstverein Tiergarten, Berlin, 2005 ZBO – Subduktive Massnahmen – 1500 Jahre Sonderschutz für 50 Kunstwerke, Zentraler Bergungsort Oberried, Breisgau, und in der Bundeskunsthalle Bonn, 2004 The Mother and Apartmentgrafting, Smack Mellon, New York, 2003 Die Wohnungspfropfungen, Brooklyn, New York, 2001 Familienbild, NGBK, Berlin, 2000 Local Hero, Kimmst amoi wieda zu mia, Künstlerhaus Bethanien, Berlin, 1996 casa tua e casa mia, Amerikanische Akademie, Rom, 1995 Three positions, Bronwyn Keenan Gallery, New York, 1992 Choice, Galerie A.I.R., New York

Collaborationen
2007 The Rape of the Sabine Women, Eve Sussman, Hamburger Bahnhof, Berlin(video/photos/notes) Fotografien von Ricoh Gerbl, 2006 The Rape of the Sabine Women, Eve Sussman, Thessaloniki Center for Arts and Culture, Thessaloniki,Fotografien von Ricoh Gerbl, 2006 The Rape of the Sabine Women, Eve Sussman, In the Company of Old Masters, Colnaghi Gallery, London, UK, Fotografien von Ricoh Gerbl.

ricohgerbl.de
vonhundert.de

Margarete Gerhardt
Margarete Gerhardt, Gehöft, Farblinolschnitt, 15 x 16 cm | Bild: Irrgang Fine Arts Berlin

Margarete Gerhardt (1873-1955) erhielt ihre Ausbildung bei Dora Hitz in der 1894 gegründeten Damen-Malschule in Berlin und war nicht nur langjähriges Mitglied (1911-1955), sondern von 1933 bis 1936 auch im Vorstand des seit 1867 bestehenden Vereins der Berliner Künstlerinnen. Margarete Gerhardt zeigte dort bis 1942 jedes Jahr ihre Arbeiten. Zudem war sie wiederholt auf der Großen Berliner Kunstausstellung vertreten.

Margarete Gerhardt, Häuschen hinter Bäumen
Margarete Gerhardt, Häuschen hinter Bäumen, Farblinolschnitt, 10 x 14,7 cm
Foto: Irrgang Fine Arts Berlin

Durch Dora Hitz wurde die Künstlerin maßgeblich vom Impressionismus beeinflusst. Von 1895 bis 1897 lernte sie dann bei dem Historienmaler Ernst Wilhelm Müller-Schönefeld die Portraitmalerei. Der Grafiker und Drucker Hermann Struck weckte bei Margarete Gerhardt schließlich das Interesse am Medium der Druckgrafik.

Auf Studienreisen nach 1911/1912, die Margarete Gerhardt nach Frankreich, Italien, in die Schweiz, nach Holland und Nordafrika und teilweise zusammen mit Dora Hitz unternahm, fand die Künstlerin ihre Motive.

Naturalistische Landschaftsaquarelle der Alpen, Farblithografien von Felsen der Faraglioni vor Capri oder Ölgemälde vom Treiben auf dem Markusplatz in Venedig bei abendlichem Sonnenlicht sind daraus entstanden.

Margarete Gerhardt, Im Gebirge, Farblinolschnitt
Margarete Gerhardt, Im Gebirge, Farblinolschnitt, 15,3 x 18,5 cm
Foto: Irrgang Fine Arts Berlin

Margarete Gerhardt heiratete nie und lebte mit ihrer Schwester Eleonore Gerhardt zusammen in Berlin Wilmersdorf, die bis zu ihrem Tod 1944 den gemeinsamen Haushalt führte. https://de.wikipedia.org/wiki/Margarete_Gerhardt

 

Hinweis auf eine Ausstellung 2024: Margarete Gerhardt