Einladungskarte für die Ausstellung Marmorpalais von Susanne Ahner

Raumarbeit von Susanne Ahner für den Projektraum des Vereins der Berliner Künstlerinnen 1867

Ausstellung vom 16. Oktober bis 22. November 2026

Vernissage: Donnerstag, 15. Oktober 2026, 18—22 Uhr
Begrüßung: Zuzanna Skiba, Vorstand VdBK 1867
Einführung: Claudia Beelitz, Kunsthistorikerin

Gespräch: am Samstag, 14. November um 17 Uhr
Der Marmor als Fluch und Segen für die künstlerische Praxis
Susanne Ahner mit den Bildhauerinnen Birgit Cauer und Susanne Specht

Finissage: Sonntag, 22. November 2026, 14—18 Uhr

Susanne Ahner geht in ihrer künstlerischen Arbeit stets von Orten und Räumen aus. Im Falle der Ausstellung Marmorpalais im Projektraum des Vereins der Berliner Künstlerinnen 1867 richtet sie ihren Blick als Bild- hauerin auf den grau-wolkigen Marmorboden, der dem ehemaligen Antiquitätengeschäft einen Hauch von repräsentativer Kostbarkeit verleihen sollte.
Vom Boden aus entspannt Ahner ein Geflecht an Bezügen. Der Marmor führt sie zurück in ihre Kindheit, bestand doch der Boden ihres Elternhauses aus unregelmäßig gebrochenen Marmorplatten unterschiedlicher Provenienz und Färbungen. Diesen implantiert Ahner nun in die vorhandenen Marmorfliesen – ein kunstvoller Hinweis auf die verbreiteten Natursteinimitate. Ahner verknüpft insofern Erinnerung hier eng mit den Gegebenheiten des Ausstellungsraums. Zugleich verweist das Zusammenspiel von Bodenplatten und Fotografien auf die große Bandbreite im Einsatz von Marmor – echt, als steinerner Fake oder als Imitationsmalerei, historisch wie aktuell.
Claudia Beelitz

Susanne Ahner ist die fünfte Trägerin des Marianne-Werefkin-Preis des VdBK1867 2001/2002.
Pressemitteilung mit Text von Claudia Beelitz: PM Marmorpalais als PDF
Einladungskarte Marmorpalais als PDF


Susanne Ahner auf vdbk1867.de und im Netz:
www.vdbk1867.de | susanne-ahner.de | tapetenwechsel-rennebogen.de | willi-frohwein-platz.de

Herstory-Walk um den Nollendorfplatz - Foto: Birgit Szepanski, 2026
Herstory-Walk um den Nollendorfplatz - Foto: Birgit Szepanski, 2026

Freitag, 30. Oktober, pünktlicher Beginn um 16.00 Uhr, Dauer: eine Stunde
Treffpunkt : VdbK1867 Projektraum, Eisenacher Straße 118, 10777 Berlin

Nach dem Walk laden wir herzlich ein zum Besuch der aktuellen Ausstellung:

Marmorpalais (Himmel und Hölle)
der Marianne-Werefkin-Preisträgerin Susanne Ahner.

Ausstellung vom 11. September bis 11. Oktober 2026

Janine Eisenächer
Daniela Fromberg
Harriet Groß
Steffi Weismann

Vernissage: Donnerstag, 10. September 2026, 18 — 22 Uhr
Begrüßung: Zuzanna Skiba, Vorstand VdBK 1867
Einführung: Veronika Witte
Performative Raumaktivierung: Janine Eisenächer

Performance am Samstag, 26. September, 19 Uhr
MARBLE MARBLE
Janine Eisenächer
+ Steffi Weismann

Finissage: Sonntag, 11. Oktober 2026, 14 — 18 Uhr

Die intermediale Ausstellung MIKROTONAL ECHO richtet den Blick auf die leisen, mikrotonalen Stimmungen von Interaktionen. Janine Eisenächer, Daniela Fromberg, Harriet Groß und Steffi Weismann verbinden Klangkunst, Notation und Performance zu einem Zusammenspiel, in dem sich feine Abweichungen und Zwischentöne im Echo verstärken und so einen subtilen Kontrapunkt zum allgegenwärtigen Lärm bilden.

Akustische und skulpturale Elemente treten miteinander in Kommunikation und machen kleinste Verschiebungen erfahrbar. Dabei wird auch der Ausstellungsraum selbst zum Teil der Arbeit: Die beiden Räume mit ihrem weißen Marmorboden bilden ein klanglich ungewöhnliches, beinahe abweisendes Umfeld. Bewusst greifen die Künstlerinnen dies mit harten, hellen Materialien auf und lassen daraus eine spannungsreiche Beziehung zwischen Klang, Raum, Objekt und Körper entstehen.

Die hellen Keramikobjekte der Klangarbeit von Daniela Fromberg tragen ihren experimentellen Herstellungsprozess sichtbar in sich. Aus dünnen Oberflächen entstehen Hohlformen, die das Innen mit dem Außen verbinden. Die widerständige Fragilität dieses Materials wird durch die Soundebene aufgenommen und um eine raumfüllende Präsenz erweitert.

In Harriet Groß’ Gitternotation wird die Frage gestellt, wie Verunsicherung sich ihren Weg bahnt in unseren scheinbar so gesicherten Strukturen. Die Klänge der Pfeifen – sind es Sirenen oder Pan Pan Signale – locken die „Ratten der Lüfte“ mit ihrem vielstimmigen Gurren heran und setzen in das allgemeine Rauschen ihre Synkopen.

In ihren beiden Installationen und der gemeinsamen Performance MARBLE MARBLE spielen die Klangkünstlerinnen und Composer-Performerinnen Janine Eisenächer und Steffi Weismann mit verschiedenen Dingen des Alltags. Mit ihnen erkunden sie im Raum Oberflächen, Texturen und klangliche Materialeigenschaften, wobei dialogische Momente zwischen Aktivität und Stille entstehen.

MIKROTONAL ECHO macht für die Besucher*innen jene feinen Verschiebungen hör- und erfahrbar, die sich zwischen Material, Körper, Raum und Begegnung ereignen.

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Harriet Groß
Daniela Fromberg
Steffi Weismann © Golo Föllmer
Janine Eisenächer
Collage Fromberg & Groß

Janine Eisenächer www.readymaking.com & www.instagram.com/janine_eisenaecher
Daniela Fromberg www.daniela-fromberg.com & www.instagram.com/danielafromberg
Harriet Groß www.harrietgross.com & www.instagram.com/harriet.r.gross
Steffi Weismann www.steffiweismann.de & www.instagram.com/steffi_weismann

Pressemitteilung MIKROTONAL ECHO

Gefördert durch die Dezentrale Kulturarbeit Tempelhof-Schöneberg

NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin) Wenn ich schwach bin, bin ich stark. Schneewittchen NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin) Wenn ich schwach bin, bin ich stark. Schneewittchen Ölkreide und Collage auf Papier, 21 x 29,7 cm ©2026 NÄNZI Nachlass, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn
NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin) Wenn ich schwach bin, bin ich stark. Schneewittchen Ölkreide und Collage auf Papier, 21 x 29,7 cm ©2026 NÄNZI Nachlass, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn

Ausstellung: 07.08–05.09.2026

Vernissage: Donnerstag 6. August, 18 Uhr
Begrüßung: VdBK 1867 Vorstand, Zuzanna Skiba
Einführung: Dr. Helen Adkins, Nachlassbetreuerin, Kuratorin der Ausstellung

Führungen:
Dr. Helen Adkins zusammen mit Dietmar H. Heddram, dem langjährigem Partner von NÄNZI:

Samstag, 08. August um 17 Uhr
Samstag, 15. August um 17 Uhr
Samstag, 22. August um 17 Uhr
Samstag, 29. August um 17 Uhr

Finissage: Samstag 5. September, 14–19 Uhr

Öffnungszeiten: Do–Sa.16–19 Uhr + n. V. 
Kontakt:  +49 30 2161585 / helen@helenadkins.de

Die Einladung des VdBK 1867, die Bildhauerin NÄNZI in einer Soloausstellung zu zeigen, ist eine besondere Auszeichnung. NÄNZI, die nicht Mitglied war, wurde 30 Jahre lang für ihre besondere Persönlichkeit und einzigartige Kunst in der Berliner Szene als Edelpunkerin und Bildhauerin geschätzt.

Schon früh entdeckte NÄNZI Kunst als Lebensprinzip. Als sie 1983 nach Westberlin kam, war sie Teil der ausgefallenen Punkszene, die ihre Gesinnung bis zuletzt prägte. Sie studierte Bildhauerei an der Hochschule der Künste bei Joachim Schmettau.

NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin) Minna muß zum Film, 2010 Keramik, Textil, bemalt 40 x 19 x 16 cm Foto: Nicolaus Schmidt ©2026 NÄNZI Nachlass, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn
NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin)
Minna muß zum Film, 2010
Keramik, Textil, bemalt 40 x 19 x 16 cm
Foto: Nicolaus Schmidt
©2026 NÄNZI Nachlass, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn

Minna muss zum Film ist ein bekanntes Lied der Berliner Kabarettsängerin Claire Waldoff aus dem Jahr 1931. Das Lied erzählt der Geschichte der Hausangestellten Minna, die ihre Anstellung aufgibt, um ein großer Filmstar zu werden. Bei NÄNZI ist Minna zu einer Schwarzwaldbäuerin mutiert.

Claire Waldoff. Minna muß zum Film (1931)
Ick muß zum Film
ick habe doch Talent
In meinem Busen fühle ich’s
mächtig wogen
Das ist das heilije Feuer, det da
brennt
Ick hab Talent – wahrhaftich
unjelogen

NÄNZI thematisiert Schmerz und Gewalt an Frauen aus weiblicher Perspektive und ganz zeitgenössisch durch figürliche Plastik. Die Dargestellten sind aus dem Leben gegriffen und mythisch aufgeladen. Anstatt männliche Eroberer und Märtyrer, formte sie ein Kanon weiblicher Entschlossenheit und Willensstärke.

Wenn ich schwach bin, bin ich stark, eine Zeile des Paulus aus dem Neuen Testament, steht für Hoffnung. Es ist ein Zitat unter vielen, das NÄNZI in ihre Kunst eingebettet hat. Bei ihr werden diese Worte allerdings als Zitat der Grimm’schen Märchenfigur Schneewittchen genannt.

Themenschwerpunkt der Ausstellung ist der Ungehorsam von Frauen. Es werden rund 40 Arbeiten inklusive Wandinstallationen gezeigt. Die Präsentation wird einen Bogen spannen zwischen dem Frühwerk der Punkerin und den späteren bekleideten, frisierten und geschminkten naturalistischen Figuren aus Gips und Beton.

NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin)
Die Überlebende, 2001/04
Pigmentdruck von Betonskulptur
(100 x 182 x 88 cm auf Eisentisch)
42 x 56 cm
©2026 NÄNZI Nachlass, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn
NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin)
Die Überlebende, 2001/04, Pigmentdruck von Betonskulptur (100 x 182 x 88 cm auf Eisentisch) 42 x 56 cm
©2026 NÄNZI Nachlass, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn

Erotik, Weiblichkeit und Gewalt sind große Themen der Menschheit, die in antiken und indigenen Plastiken gefasst wurden. NÄNZI hat sie aktuell und kompromisslos behandelt. 30 Jahre ihres Wirkens in Berlin fanden noch keine museale Würdigung.

Beitrag von Anja Caspary zur NÄNZI-Ausstellung im VdBK 1867, rbb24 TV, 06.08.2026

Pressemitteilung NÄNZI

RESET THE SETUP ©Irène Hug
RESET THE SETUP ©Irène Hug

Christel Fetzer, Irène Hug, Inken Reinert, Anke Völk
kuratiert von Irène Hug

Ausstellung: 4. Juli – 2. August 2026
Eröffnung: Freitag, 3. Juli, 18 Uhr

Begrüßung: VdBK1867_Vorstand

Finissage: Sonntag, 2. August 14 – 18 Uhr

Öffnungszeiten: Donnerstag – Samstag 16 – 19 Uhr

Bei dieser Ausstellung im Projektraum des Vdbk 1867 soll die Gelegenheit genutzt werden, raumgreifende Arbeiten zu realisieren, die nicht einem verkaufbaren Wert dienen müssen wie in einer kommerziellen Galerie. Um mit den spezifischen Eigenschaften des Ausstellungsraums – etwa dem dominanten Marmorboden, den zahlreichen Nischen und den Durchgängen – umzugehen, bedarf es eines besonderen Setups. 

Die Arbeiten der vier Künstlerinnen nutzen den vorgegebenen Raum jeweils auf unterschiedliche Weise und beziehen ihn aktiv ein, sodass er Teil der Arbeit wird – oder umgekehrt die Arbeiten Teil des Raums. Der Titel »Reset the Setup« verweist sowohl formal als auch inhaltlich auf ein Umstellen, Umdenken oder einen Neubeginn der vorgefundenen Situation und Anordnung im Allgemeinen und der hier räumlichen Konstellation im Besonderen. 

Inken Reiner: Past Present, Installation 2026, Maße variabel, gefundene Möbelteile ©Inken Reinert
Inken Reiner: Past Present, Installation 2026, Maße variabel, gefundene Möbelteile ©Inken Reinert

Inken Reinert und Irène Hug
verwenden für ihre Installationen Fundstücke aus dem Alltag: Straßenfunde wie Überreste von nicht mehr gebrauchten Gegenständen, Möbel, Industriemüll und vieles mehr. Die Dinge können als Relikte ideologischer und gesellschaftlicher Systeme gelesen werden, und zwar sowohl aus ost- als auch westdeutschen Kontexten, wie bspw. der Idee von grenzenlosem Wachstum, Konsumversprechen und sozialem/ sozialistischem Fortschritt. Ebenso waren sie selbst einst autonome Objekte, für die ein/e Gestalter*in jeweils ein spezifisches Design entwickelt hat. Ästhetik und Verwendungszweck sollen sich darin vereinen gemäß der Formel: Form follows function. 

Daily News, 2026, Objektassemblage ca. 130 x 75 x 28 cm, gefundene Gegenstände, Baumaterial ©Irène Hug
Irène Hug: Daily News, 2026, Objektassemblage ca. 130 x 75 x 28 cm, gefundene Gegenstände, Baumaterial ©Irène Hug

Die Objekte fungieren einerseits als Erinnerungen ihrer Zeit, andererseits erzeugen sie durch ihre Neu-Anordnung eine eigenständige Ästhetik und entwickeln eine neue künstlerische Aussage. The material is the message. In diesem Sinne werden Reste und Überbleibsel zu Symbolen dessen, was eines Tages wieder aufgebaut werden könnte.

Auch die Akkumulation – das Sammeln und Anhäufen von Vorhandenem statt einer permanenten Neuproduktion – ist ein bewusst gesetztes Statement. Sie versteht sich als Gegenentwurf zu einer Logik des unbegrenzten Wachstums und der fortwährenden Warenproduktion.

Bei Christel Fetzers Arbeit wird die Baustelle vor dem Ausstellungsraum zum Resonanzraum der Installation. Rot-weiße Absperrungen, die den öffentlichen Raum neu ordnen, finden im Inneren ihre Entsprechung. Linien, Flächen und Farbfelder treten aus ihrer funktionalen Rolle heraus und entwickeln eine eigene räumliche Präsenz. Die Installation setzt fort, was draußen begonnen hat: Sie markiert, lenkt, trennt und verbindet. Der Ausstellungsraum wird so zu einem Echo des Stadtraums – und der Stadtraum zu einer Erweiterung der Ausstellung. 

Christel Fetzer: Stopping , Installation 2026, Maße variabel, Detail ©Christel Fetzer
Christel Fetzer: Stopping , Installation 2026, Maße variabel, Detail ©Christel Fetzer

Das strukturierte Ensemble wird bei Anke Völk völlig aufgelöst. Freie, schwungvolle Formen sind mit sehr breitem Pinselstrich direkt an die Wand gemalt. Sie schafft durch diese sichtbar gemachte Bewegung eine weitere Dimension in den Raum. Die aufgetragene Farbe schimmert verführerisch durch die Verwendung irisierender Pigmente. Die abstrakte Malerei erscheint lapidar konkret durch einfache und zugleich komplexe Elemente im Zusammenspiel von Farbe und Bewegung.

Anke Völk: Mural, 2026 Acryl, Flashe, Pigmente auf Wand, Maße variabel ©Anke Völk
Anke Völk: Mural, 2026, Detail, Acryl, Flashe, Pigmente auf Wand, Maße variabel ©Anke Völk

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