NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin) Wenn ich schwach bin, bin ich stark. Schneewittchen NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin) Wenn ich schwach bin, bin ich stark. Schneewittchen Ölkreide und Collage auf Papier, 21 x 29,7 cm ©2026 NÄNZI Nachlass, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn
NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin) Wenn ich schwach bin, bin ich stark. Schneewittchen Ölkreide und Collage auf Papier, 21 x 29,7 cm ©2026 NÄNZI Nachlass, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn

Ausstellung: 07.08–05.09.2026

Vernissage: Donnerstag 6. August, 18 Uhr
Begrüßung: VdBK 1867 Vorstand, Zuzanna Skiba
Einführung: Dr. Helen Adkins, Nachlassbetreuerin, Kuratorin der Ausstellung

Jeden Samstag 17 Uhr, Führung zus. mit Dietmar H. Heddram, dem langjährigem Partner von NÄNZI
Finissage: Samstag 5. September, 14–19 Uhr

Öffnungszeiten: Do–Sa.16–19 Uhr + n. V. 
Kontakt:  +49 30 2161585 / helen@helenadkins.de

Die Einladung des VdBK 1867, die Bildhauerin NÄNZI in einer Soloausstellung zu zeigen, ist eine besondere Auszeichnung. NÄNZI, die nicht Mitglied war, wurde 30 Jahre lang für ihre besondere Persönlichkeit und einzigartige Kunst in der Berliner Szene als Edelpunkerin und Bildhauerin geschätzt.

Schon früh entdeckte NÄNZI Kunst als Lebensprinzip. Als sie 1983 nach Westberlin kam, war sie Teil der ausgefallenen Punkszene, die ihre Gesinnung bis zuletzt prägte. Sie studierte Bildhauerei an der Hochschule der Künste bei Joachim Schmettau.

NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin) Minna muß zum Film, 2010 Keramik, Textil, bemalt 40 x 19 x 16 cm Foto: Nicolaus Schmidt ©2026 NÄNZI Nachlass, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn
NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin)
Minna muß zum Film, 2010
Keramik, Textil, bemalt 40 x 19 x 16 cm
Foto: Nicolaus Schmidt
©2026 NÄNZI Nachlass, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn

Minna muss zum Film ist ein bekanntes Lied der Berliner Kabarettsängerin Claire Waldoff aus dem Jahr 1931. Das Lied erzählt der Geschichte der Hausangestellten Minna, die ihre Anstellung aufgibt, um ein großer Filmstar zu werden. Bei NÄNZI ist Minna zu einer Schwarzwaldbäuerin mutiert.

Claire Waldoff. Minna muß zum Film (1931)
Ick muß zum Film
ick habe doch Talent
In meinem Busen fühle ich’s
mächtig wogen
Das ist das heilije Feuer, det da
brennt
Ick hab Talent – wahrhaftich
unjelogen

NÄNZI thematisiert Schmerz und Gewalt an Frauen aus weiblicher Perspektive und ganz zeitgenössisch durch figürliche Plastik. Die Dargestellten sind aus dem Leben gegriffen und mythisch aufgeladen. Anstatt männliche Eroberer und Märtyrer, formte sie ein Kanon weiblicher Entschlossenheit und Willensstärke.

Wenn ich schwach bin, bin ich stark, eine Zeile des Paulus aus dem Neuen Testament, steht für Hoffnung. Es ist ein Zitat unter vielen, das NÄNZI in ihre Kunst eingebettet hat. Bei ihr werden diese Worte allerdings als Zitat der Grimm’schen Märchenfigur Schneewittchen genannt.

Themenschwerpunkt der Ausstellung ist der Ungehorsam von Frauen. Es werden rund 40 Arbeiten inklusive Wandinstallationen gezeigt. Die Präsentation wird einen Bogen spannen zwischen dem Frühwerk der Punkerin und den späteren bekleideten, frisierten und geschminkten naturalistischen Figuren aus Gips und Beton.

NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin)
Die Überlebende, 2001/04
Pigmentdruck von Betonskulptur
(100 x 182 x 88 cm auf Eisentisch)
42 x 56 cm
©2026 NÄNZI Nachlass, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn
NÄNZI (Ueffingen 1962 – 2013 Berlin)
Die Überlebende, 2001/04, Pigmentdruck von Betonskulptur (100 x 182 x 88 cm auf Eisentisch) 42 x 56 cm
©2026 NÄNZI Nachlass, Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn

Erotik, Weiblichkeit und Gewalt sind große Themen der Menschheit, die in antiken und indigenen Plastiken gefasst wurden. NÄNZI hat sie aktuell und kompromisslos behandelt. 30 Jahre ihres Wirkens in Berlin fanden noch keine museale Würdigung.

Pressemitteilung NÄNZI

RESET THE SETUP ©Irène Hug
RESET THE SETUP ©Irène Hug

Christel Fetzer, Irène Hug, Inken Reinert, Anke Völk
kuratiert von Irène Hug

Ausstellung: 4. Juli – 2. August 2026
Eröffnung: Freitag, 3. Juli, 18 Uhr

Begrüßung: VdBK1867_Vorstand

Finissage: Sonntag, 2. August 14 – 18 Uhr

Öffnungszeiten: Donnerstag – Samstag 16 – 19 Uhr

Bei dieser Ausstellung im Projektraum des Vdbk 1867 soll die Gelegenheit genutzt werden, raumgreifende Arbeiten zu realisieren, die nicht einem verkaufbaren Wert dienen müssen wie in einer kommerziellen Galerie. Um mit den spezifischen Eigenschaften des Ausstellungsraums – etwa dem dominanten Marmorboden, den zahlreichen Nischen und den Durchgängen – umzugehen, bedarf es eines besonderen Setups. 

Die Arbeiten der vier Künstlerinnen nutzen den vorgegebenen Raum jeweils auf unterschiedliche Weise und beziehen ihn aktiv ein, sodass er Teil der Arbeit wird – oder umgekehrt die Arbeiten Teil des Raums. Der Titel »Reset the Setup« verweist sowohl formal als auch inhaltlich auf ein Umstellen, Umdenken oder einen Neubeginn der vorgefundenen Situation und Anordnung im Allgemeinen und der hier räumlichen Konstellation im Besonderen. 

Inken Reiner: Past Present, Installation 2026, Maße variabel, gefundene Möbelteile ©Inken Reinert
Inken Reiner: Past Present, Installation 2026, Maße variabel, gefundene Möbelteile ©Inken Reinert

Inken Reinert und Irène Hug
verwenden für ihre Installationen Fundstücke aus dem Alltag: Straßenfunde wie Überreste von nicht mehr gebrauchten Gegenständen, Möbel, Industriemüll und vieles mehr. Die Dinge können als Relikte ideologischer und gesellschaftlicher Systeme gelesen werden, und zwar sowohl aus ost- als auch westdeutschen Kontexten, wie bspw. der Idee von grenzenlosem Wachstum, Konsumversprechen und sozialem/ sozialistischem Fortschritt. Ebenso waren sie selbst einst autonome Objekte, für die ein/e Gestalter*in jeweils ein spezifisches Design entwickelt hat. Ästhetik und Verwendungszweck sollen sich darin vereinen gemäß der Formel: Form follows function. 

Daily News, 2026, Objektassemblage ca. 130 x 75 x 28 cm, gefundene Gegenstände, Baumaterial ©Irène Hug
Irène Hug: Daily News, 2026, Objektassemblage ca. 130 x 75 x 28 cm, gefundene Gegenstände, Baumaterial ©Irène Hug

Die Objekte fungieren einerseits als Erinnerungen ihrer Zeit, andererseits erzeugen sie durch ihre Neu-Anordnung eine eigenständige Ästhetik und entwickeln eine neue künstlerische Aussage. The material is the message. In diesem Sinne werden Reste und Überbleibsel zu Symbolen dessen, was eines Tages wieder aufgebaut werden könnte.

Auch die Akkumulation – das Sammeln und Anhäufen von Vorhandenem statt einer permanenten Neuproduktion – ist ein bewusst gesetztes Statement. Sie versteht sich als Gegenentwurf zu einer Logik des unbegrenzten Wachstums und der fortwährenden Warenproduktion.

Bei Christel Fetzers Arbeit wird die Baustelle vor dem Ausstellungsraum zum Resonanzraum der Installation. Rot-weiße Absperrungen, die den öffentlichen Raum neu ordnen, finden im Inneren ihre Entsprechung. Linien, Flächen und Farbfelder treten aus ihrer funktionalen Rolle heraus und entwickeln eine eigene räumliche Präsenz. Die Installation setzt fort, was draußen begonnen hat: Sie markiert, lenkt, trennt und verbindet. Der Ausstellungsraum wird so zu einem Echo des Stadtraums – und der Stadtraum zu einer Erweiterung der Ausstellung. 

Christel Fetzer: Stopping , Installation 2026, Maße variabel, Detail ©Christel Fetzer
Christel Fetzer: Stopping , Installation 2026, Maße variabel, Detail ©Christel Fetzer

Das strukturierte Ensemble wird bei Anke Völk völlig aufgelöst. Freie, schwungvolle Formen sind mit sehr breitem Pinselstrich direkt an die Wand gemalt. Sie schafft durch diese sichtbar gemachte Bewegung eine weitere Dimension in den Raum. Die aufgetragene Farbe schimmert verführerisch durch die Verwendung irisierender Pigmente. Die abstrakte Malerei erscheint lapidar konkret durch einfache und zugleich komplexe Elemente im Zusammenspiel von Farbe und Bewegung.

Anke Völk: Mural, 2026 Acryl, Flashe, Pigmente auf Wand, Maße variabel ©Anke Völk
Anke Völk: Mural, 2026, Detail, Acryl, Flashe, Pigmente auf Wand, Maße variabel ©Anke Völk

christelfetzer.de Instagram: christelfetzer
irenehug.com instagram: hug_irene
inken-reinert.de Instagram: inkenreinert
anke-voelk.de Instagram: anke_voelk

Ines Doleschal, Kette und Schuss #7, 2023, Tusche, Acryl auf Papier (Collage), 32 x 24 cm (©Doleschal/VG Bild-Kunst)
Ines Doleschal, Kette und Schuss #7, 2023, Tusche, Acryl auf Papier (Collage), 32 x 24 cm (©Doleschal/VG Bild-Kunst)

Ausstellung vom 17. April -17. Mai 2026

Ines Doleschal, Berlin – Zeichnungen, Collagen
Veronika Kaiping, Dessau – Keramik, Illustration
Verena Kyselka, Berlin – Videoinstallation
Anja Wolf, Dessau – Collagen, Textil
Angela Zumpe, Berlin – Fotografie

Vernissage: Donnerstag, 16. April 2026 um 18 Uhr
Begrüßung durch N.N.
Einführung in die Ausstellung: Ines Doleschal (Künstlerin und Kuratorin)

Ausstellungsführungen mit Ines Doleschal
Samstag, 25. April 2026, 17 Uhr sowie
Freitag, 1. Mai 2026, 17 Uhr (Gallery Weekend)

Das »Neue Sehen« und Studieren in Dessau
Angela Zumpe berichtet von Erfahrungen und Perspektiven der Lehre am Standort Dessau.
Samstag, 18. April 2026, 17.00 Uhr

Finissage: Sonntag, 17. Mai 2026 von 14-18 Uhr
Anja Wolf initiiert als „FrauBauhaus“ im Kostüm einen lebendigen zeitgenössischen Blick auf das Frausein und die abstrakten Kostümideen des historischen Bauhauses

Anlässlich des Jubiläumsjahres des Umzugs des Bauhauses von Weimar nach Dessau 1925/26 zeigt der Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 e.V. unter dem Titel Gegen den Strich – Künstlerinnen* am Bauhaus eine fokussierte Präsentation von Werken dreier Berliner und zweier Dessauer Künstlerinnen, die sich mit dem Leben und Werk von Frauen am Bauhaus beschäftigen.

Angela Zumpe, »Studieren am Bauhaus« 2015, ©Zumpe/Lux VGBild-Kunst 2019
Angela Zumpe, »Studieren am Bauhaus« 2015, ©Zumpe/Lux VGBild-Kunst 2019

Nachdem Frauen jahrhundertlang der Zugang zu den Kunsthochschulen verwehrt war, konnten sie sich mit Beginn der Weimarer Republik für ein Kunststudium entscheiden. Großer Anziehungspunkt war das von Walter Gropius 1919 in Weimar gegründete Staatliche Bauhaus, das in seinem Programm Innovation und Gleichberechtigung versprach: „Als Lehrling aufgenommen wird jede unbescholtene Person ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht, deren Begabung und Vorbildung vom Meisterrat als ausreichend erachtet wird.“ hieß es in der Gründungsakte. Doch schon bald fürchtete Gropius, dass die große Anzahl von Frauen dem Ansehen der Schule schaden würde. Er forderte eine „scharfe Aussonderung gleich nach der Aufnahme, vor allem bei dem der Zahl nach zu stark vertretenen weiblichen Geschlecht“. Damit war der Weg der jungen Frauen vorgezeichnet: Sie mussten ihre Ausbildung in der Werkstatt für Weberei absolvieren.

Viele Bauhauskünstlerinnen widersprachen dem von Gropius und seinen Meistern propagierten Frauenbild in ihrem konkreten Handeln: Lucia Moholy, Otti Berger und Grete Stern beispielsweise experimentierten und forschten formal und inhaltlich unabhängig von Konvention und Tradition, eigneten sich außerhalb ihrer Ausbildung Expertise an und wurden erfolgreiche Geschäftsfrauen. Doch trotz ihrer herausragenden Leistungen verblieben die Absolventinnen des Bauhauses bis auf wenige Ausnahmen in Forschung, Literatur und Ausstellungspraxis bis heute im Schatten der männlichen Kollegen.

Während die Dessauer Bauhaus-Stiftung ihr Jubiläum unter dem Titel „An die Substanz“ den Baustoffen und Materialien der Moderne widmet, geht es den Künstlerinnen Ines Doleschal, Veronika Kaiping, Verena Kyselka, Anja Wolf und Angela Zumpe um die (weiblichen) Persönlichkeiten und ihre herausragenden künstlerischen Leistungen am Bauhaus vor 100 Jahren. Die vorliegenden Arbeiten in Gegen den Strich – Künstlerinnen* am Bauhaus sind zeitgenössische Reflexe und Interpretationen auf Werke und Lebensrealität der Frauen, die in Dessau gelebt, gelehrt oder studiert haben – genau wie Doleschal, Kaiping, Kyselka, Wolf und Zumpe selbst.

Verena Kyselka, Die Frauenklasse, Videoinstallation mit bespannten Handwebrahmen, Wolle und  Animationsfilm, Kunsthalle Erfurt, 2019 (©Verena Kyselka)
Verena Kyselka, Die Frauenklasse, Videoinstallation mit bespannten Handwebrahmen, Wolle und Animationsfilm, Kunsthalle Erfurt, 2019 (©Verena Kyselka)

In ihren Collagen und Zeichnungen interpretiert die Berliner Künstlerin, Co-Initiatorin des Aktionsbündnisses fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen* e.V. und Mitglied des VdBK 1867 e.V. Ines Doleschal mit Faserstift, Pinsel und Skalpell die experimentellen Form- und Farbgestaltungen der Weberinnen neu. Die frühen Teppichentwürfe von Gertrud Arndt oder Anni Albers in ihrer Vorwegnahme von minimalistischer oder konkreter Kunst faszinieren die Künstlerin ebenso wie das verwirrende Spiel von Kett- und Schussfäden, das sie zeichnerisch nachempfindet.

Die in Dessau lebende Künstlerin Veronika Kaiping studierte Design an der Hochschule Anhalt in unmittelbarer Nähe zum Bauhaus Dessau. In ihren keramischen und grafischen Arbeiten setzt sie sich mit den Lehrkonzepten des historischen Bauhauses auseinander, die sich im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk bewegten. Besonders interessiert sie die Situation der Bauhaus-Studentinnen und deren Alltag innerhalb der Institution. In ihren Arbeiten verbindet Kaiping historische Perspektiven mit ihren eigenen Erfahrungen.

Die Videoinstallation „Die Frauenklasse“ der Berliner Künstlerin Verena Kyselka verweist zugleich unterhaltsam und kritisch auf das Kollektiv der Weberinnen am Bauhaus. Kyselkas Arbeiten beschäftigen sich mit den vielstimmigen Lebenswelten und Selbstverständnissen von Frauen – im besonderen Bewusstsein von Repressionen und Diskriminierung, die Kyselka selbst als Künstlerin des Underground und Mitglied der Künstlerinnengruppe Exterra XX in Erfurt in den 1980ern erlebte.

Wie Kaiping lebt und arbeitet auch die Künstlerin Anja Wolf in unmittelbarer Nähe zum Dessauer Bauhaus. Sie reflektiert ihr persönliches Wirken an dieser Institution in den Jahren 2006-2016, in denen sie an den berühmten jährlich stattfindenden Bauhaus-Festen mitarbeitete und Kostüme und Installationen entwickelte. Ihre Collagen und ihr Kostümexperiment, das sie performativ zum Einsatz bringt, sind eine Referenz an die Künstlerinnen des Dessauer Bauhauses vor 100 Jahren.

Angela Zumpe lehrte von 1998 – 2019 am Department of Design der Hochschule Anhalt als Professorin für Audiovisuelle Medien. In ihren fotografischen Re-Inszenierungen der jüngeren Zeit thematisierte sie Fragen von Macht und Repräsentation von Frauen in berühmten Werken weiblicher Kunstgeschichte. Nach einer intensiven Auseinandersetzung über Lucia Moholy und ihren Kontext nähert Zumpe sich jüngst dem Werk und Leben der Bauhaus-Fotografinnen Grete Stern und Ellen Auerbach.

Obwohl den fünf Künstlerinnen eine ästhetische Reflexion und Neuinterpretation der Werke der Bauhaus-Künstlerinnen wichtig ist, möchten sie in ihren künstlerischen Annäherungen auch kritische und unbequeme Fragen zu stellen: Wie gendersensibel ist der heutige Bauhaus-Diskurs? Werden die blinden Flecken aufgearbeitet oder wird Design- und Architekturgeschichte wie bislang männerzentriert fortgeschrieben? Wie sieht die Lebenswirklichkeiten von Künstlerinnen heute aus vis-à-vis jener von vor 100 Jahren in Weimar, Dessau und Berlin? Und mit welchen strukturellen Hürden und patriarchalen Vorurteilen sind Künstlerinnen, vor allem jene mit Sorgeverantwortung, heute noch konfrontiert?

Gabriele Stötzer & Ans Swart
Gabriele Stötzer & Ans Swart

Ausstellung vom 6. März bis 12. April 2026

Vernissage: Donnerstag, 5. März 2026 um 18 Uhr
18.30 Uhr: Begrüßung durch Zuzanna Skiba vom Vorstand des VdBK
Einführung in die Ausstellung: Ina Bierstedt
19.30 Uhr: Aktionsmalerei von Gabriele Stötzer
Musik: Annika von Trier, Akkordeon und Gesang

Karfreitag, 3. April: Geschlossen

Finissage: Sonntag, 12. April von 13 – 18 Uhr
16 Uhr: Ausstellungsgespräch

Öffnungszeiten: Donnerstag – Samstag, 16 – 19 Uhr
Eisenacher Straße 118, 10777 Berlin

drip painting on textiles: Workshop mit Ans Swart
Mittwoch, 18. März und Sonntag, 22. März
jeweils von 14:00 bis 17:00 Uhr.
Teilnahmegebühr / workshop fee: 45 €
Anmelden / registration: veranstaltung@vdbk1867.de
Mehr siehe unten

„überleben und leben“ zeigt Ergebnisse der langjährigen künstlerischen Zusammenarbeit von Ans Swart und Gabriele Stötzer. Die Ausstellung wurde in Kooperation mit Ina Bierstedt (VdBK1867) entwickelt.

„Überleben“ und „Leben“ erscheinen hier nicht als Gegensätze wie Leben und Tod, sondern als eng miteinander verwobene Zustände. In ihren installativen Arbeiten, Malereien, Zeichnungen, Fotografien und einem Video untersuchen Ans Swart und Gabriele Stötzer, was es bedeutet, unter gesellschaftlichen, politischen oder persönlichen Bedingungen zu bestehen – und darüber hinaus als feministische Künstlerinnen Handlungsspielräume, Kraft, Energie und Würde zu behaupten.

Gabriele Stötzer ist Kaiserringträgerin der Stadt Goslar 2026. Ihr Werk ist eng mit Erfahrungen von Repression in der DDR-Diktatur, Körperpolitik und weiblicher Selbstbestimmung verbunden und reflektiert seit Jahrzehnten Formen von Anpassung und Widerstand. Ihre künstlerische Praxis ist geprägt von radikaler Subjektivität und der bewussten Aneignung des eigenen Körpers als Ort politischer Aussage. In ihren Arbeiten wird Überleben als aktiver, oft konflikthafter Prozess sichtbar – und Leben als bewusste Entscheidung für Ausdruck, Solidarität und Selbstbehauptung.
Siehe auch Artikel „Kein Schwein hat sich für mich interessiert“ in der taz vom 27. Januar 2026.

Ans Swart nähert sich dem Thema aus einer anderen Perspektive, die von psychologischer Tiefe und existenzieller Lebenserfahrung geprägt ist. Ihre Malereien und Performances thematisieren die Geschichte von Frauen, Grenzüberschreitungen und Sexualität. Ans Swart hat einen besonderen Bezug zu Berlin, da sie hier gelebt hat und Teil der lesbisch-feministischen Subkultur und Künstlerinnenszene der 80er Jahre Westberlins, rund um das Pelze MultiMedia, war. Auch bei Ans Swart ist Leben kein Zustand der Selbstverständlichkeit, sondern ein sensibles, immer wieder neu auszuhandelndes Geschehen.



Workshop: drip painting on textiles
Mittwoch, 18. März und Sonntag, 22. März
jeweils von 14:00 bis 17:00 Uhr.
Teilnahmegebühr / workshop fee: 45 €

Ans Swart zeigt in diesem Workshop am 18. und 22. März, wie Sie Ihre Kleidung verwandeln können. Bringen Sie dazu Ihre eigene Bluse, T-Shirt oder ein anderes Kleidungsstück in heller Farbe aus natürlichen Stoffen mit, außer Seide und Wolle. Es wird schwarze Textilfarbe verwendet, die nach dem Bügeln auch waschbar ist. An dem Workshop können maximal 5 Teilnehmer und 5 Zuschauer teilnehmen. Einige Kleidungsstücke sind in der Galerie vorrätig.
Anmeldung und Fragen: veranstaltung@vdbk1867.de

to the surface ©Mayumi Okabayashi
to the surface ©Mayumi Okabayashi

30. Januar – 01.März 2026

Friederike Klotz, Mayumi Okabayashi, Nanaé Suzuki

Vernissage:
 Donnerstag, 29. Januar 2026 um 18 Uhr
Begrüßung: Zuzanna Skiba, Vorstand des VdBK1867

Kurzfilmabend „Von Orten und Menschen“: Samstag, 14. Februar 2026 von 18 – 20 Uhr
mit Kurzfilmen von Alexander Bunk, GUP-py, Karla Kracht, Hanako Miyamoto, Makiko
Nishikaze und Wolf & Ritterskamp
Zum Programm

Finissage: 
Sonntag, 01. März 2026 von 14 – 18 Uhr

Öffnungszeiten: Do – Sa, 16 – 19 Uhr
Projektraum, Eisenacher Straße 118
10777 Berlin

Was die drei Künstlerinnen verbindet, ist die Auseinandersetzung mit der Position des Individuums in einer immer komplexer werdenden Welt, das in Gefahr gerät, sich in fragilen Konstellationen zu verlieren. Mit ihren unterschiedlichen gestalterischen Ansätzen reagieren sie hierauf jeweils individuell.

Friederike Klotz beschäftigt sich mit kinetischen Objekten, Klangskulpturen, Zeichnungen und Collagen, die uns eine Welt im Miniaturformat vor Augen führen, in der anonyme, ihrer Individualität entledigte Figuren wie von unsichtbarer Hand gesteuert erscheinen.

In Mayumi Okabayashis künstlerischem Schaffen spiegelt sich die Auseinandersetzung mit der erlebten Zeit und erfahrenen räumlichen Dimensionen wider. Dynamiken in der Natur, beispielsweise von der Zelle zur Pflanze und zurück, versucht sie festzuhalten, ohne sie zu fixieren.

Die rätselhaften und in ihrer konzentrierten Reduziertheit magisch wirkenden Bilder Nanaé Suzukis negieren immer wieder räumliche Nachvollziehbarkeit und zeitliche Sukzession. Gleichwohl fragen sie nach dem Handeln und nach der Verortung des Menschen in der Welt. (Claudia Beelitz).


Between blue and green lies the sea

Three artists are united by their examination of the position of the individual in an increasingly complex world, that is in danger of losing itself in fragile constellations. With their different artistic approaches, they each react to this individually.

Friederike Klotz deals with kinetic objects, sound sculptures, drawings and collages that depict a world in miniature, in which anonymous figures, stripped of their individuality, appear to be controlled by an invisible hand.

Mayumi Okabayashi’s artistic work reflects the examination of time and spatial dimensions, based on her own experiences. She attempts to hold on to dynamics found in nature, e.g. from the cell to the plant and back, without fixing them. She also tries to depict stasis and movement simultaneously, the drifting apart and coming together again, as well as the states in between.

Nanaé Suzuki’s enigmatic paintings, which seem magical in their concentrated reduction, repeatedly negate spatial comprehensibility and temporal succession, while investigating actions and the position of human beings in the world. Nanaé Suzuki pursues these questions in many ways. In doing so, she draws on different media, fields of knowledge and philosophical approaches as well as incorporating elements found in art and every life. (Claudia Beelitz).

friederike-klotz.de
mayumi-o.com
nanaesuzuki.com

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