Ines Doleschal, Kette und Schuss #7, 2023, Tusche, Acryl auf Papier (Collage), 32 x 24 cm (©Doleschal/VG Bild-Kunst)
Ines Doleschal, Kette und Schuss #7, 2023, Tusche, Acryl auf Papier (Collage), 32 x 24 cm (©Doleschal/VG Bild-Kunst)

Ausstellung vom 17. April -17. Mai 2026

Ines Doleschal, Berlin – Zeichnungen, Collagen
Veronika Kaiping, Dessau – Keramik, Illustration
Verena Kyselka, Berlin – Videoinstallation
Anja Wolf, Dessau – Collagen, Textil
Angela Zumpe, Berlin – Fotografie

Vernissage: Donnerstag, 16. April 2026 um 18 Uhr
Begrüßung durch N.N.
Einführung in die Ausstellung: Ines Doleschal (Künstlerin und Kuratorin)

Ausstellungsführungen mit Ines Doleschal
Samstag, 25. April 2026, 17 Uhr sowie
Freitag, 1. Mai 2026, 17 Uhr (Gallery Weekend)

Das »Neue Sehen« und Studieren in Dessau
Angela Zumpe berichtet von Erfahrungen und Perspektiven der Lehre am Standort Dessau.
Samstag, 18. April 2026, 17.00 Uhr

Finissage: Sonntag, 17. Mai 2026 von 14-18 Uhr
Anja Wolf initiiert als „FrauBauhaus“ im Kostüm einen lebendigen zeitgenössischen Blick auf das Frausein und die abstrakten Kostümideen des historischen Bauhauses

Anlässlich des Jubiläumsjahres des Umzugs des Bauhauses von Weimar nach Dessau 1925/26 zeigt der Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 e.V. unter dem Titel Gegen den Strich – Künstlerinnen* am Bauhaus eine fokussierte Präsentation von Werken dreier Berliner und zweier Dessauer Künstlerinnen, die sich mit dem Leben und Werk von Frauen am Bauhaus beschäftigen.

Angela Zumpe, »Studieren am Bauhaus« 2015, ©Zumpe/Lux VGBild-Kunst 2019
Angela Zumpe, »Studieren am Bauhaus« 2015, ©Zumpe/Lux VGBild-Kunst 2019

Nachdem Frauen jahrhundertlang der Zugang zu den Kunsthochschulen verwehrt war, konnten sie sich mit Beginn der Weimarer Republik für ein Kunststudium entscheiden. Großer Anziehungspunkt war das von Walter Gropius 1919 in Weimar gegründete Staatliche Bauhaus, das in seinem Programm Innovation und Gleichberechtigung versprach: „Als Lehrling aufgenommen wird jede unbescholtene Person ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht, deren Begabung und Vorbildung vom Meisterrat als ausreichend erachtet wird.“ hieß es in der Gründungsakte. Doch schon bald fürchtete Gropius, dass die große Anzahl von Frauen dem Ansehen der Schule schaden würde. Er forderte eine „scharfe Aussonderung gleich nach der Aufnahme, vor allem bei dem der Zahl nach zu stark vertretenen weiblichen Geschlecht“. Damit war der Weg der jungen Frauen vorgezeichnet: Sie mussten ihre Ausbildung in der Werkstatt für Weberei absolvieren.

Viele Bauhauskünstlerinnen widersprachen dem von Gropius und seinen Meistern propagierten Frauenbild in ihrem konkreten Handeln: Lucia Moholy, Otti Berger und Grete Stern beispielsweise experimentierten und forschten formal und inhaltlich unabhängig von Konvention und Tradition, eigneten sich außerhalb ihrer Ausbildung Expertise an und wurden erfolgreiche Geschäftsfrauen. Doch trotz ihrer herausragenden Leistungen verblieben die Absolventinnen des Bauhauses bis auf wenige Ausnahmen in Forschung, Literatur und Ausstellungspraxis bis heute im Schatten der männlichen Kollegen.

Während die Dessauer Bauhaus-Stiftung ihr Jubiläum unter dem Titel „An die Substanz“ den Baustoffen und Materialien der Moderne widmet, geht es den Künstlerinnen Ines Doleschal, Veronika Kaiping, Verena Kyselka, Anja Wolf und Angela Zumpe um die (weiblichen) Persönlichkeiten und ihre herausragenden künstlerischen Leistungen am Bauhaus vor 100 Jahren. Die vorliegenden Arbeiten in Gegen den Strich – Künstlerinnen* am Bauhaus sind zeitgenössische Reflexe und Interpretationen auf Werke und Lebensrealität der Frauen, die in Dessau gelebt, gelehrt oder studiert haben – genau wie Doleschal, Kaiping, Kyselka, Wolf und Zumpe selbst.

Verena Kyselka, Die Frauenklasse, Videoinstallation mit bespannten Handwebrahmen, Wolle und  Animationsfilm, Kunsthalle Erfurt, 2019 (©Verena Kyselka)
Verena Kyselka, Die Frauenklasse, Videoinstallation mit bespannten Handwebrahmen, Wolle und Animationsfilm, Kunsthalle Erfurt, 2019 (©Verena Kyselka)

In ihren Collagen und Zeichnungen interpretiert die Berliner Künstlerin, Co-Initiatorin des Aktionsbündnisses fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen* e.V. und Mitglied des VdBK 1867 e.V. Ines Doleschal mit Faserstift, Pinsel und Skalpell die experimentellen Form- und Farbgestaltungen der Weberinnen neu. Die frühen Teppichentwürfe von Gertrud Arndt oder Anni Albers in ihrer Vorwegnahme von minimalistischer oder konkreter Kunst faszinieren die Künstlerin ebenso wie das verwirrende Spiel von Kett- und Schussfäden, das sie zeichnerisch nachempfindet.

Die in Dessau lebende Künstlerin Veronika Kaiping studierte Design an der Hochschule Anhalt in unmittelbarer Nähe zum Bauhaus Dessau. In ihren keramischen und grafischen Arbeiten setzt sie sich mit den Lehrkonzepten des historischen Bauhauses auseinander, die sich im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk bewegten. Besonders interessiert sie die Situation der Bauhaus-Studentinnen und deren Alltag innerhalb der Institution. In ihren Arbeiten verbindet Kaiping historische Perspektiven mit ihren eigenen Erfahrungen.

Die Videoinstallation „Die Frauenklasse“ der Berliner Künstlerin Verena Kyselka verweist zugleich unterhaltsam und kritisch auf das Kollektiv der Weberinnen am Bauhaus. Kyselkas Arbeiten beschäftigen sich mit den vielstimmigen Lebenswelten und Selbstverständnissen von Frauen – im besonderen Bewusstsein von Repressionen und Diskriminierung, die Kyselka selbst als Künstlerin des Underground und Mitglied der Künstlerinnengruppe Exterra XX in Erfurt in den 1980ern erlebte.

Wie Kaiping lebt und arbeitet auch die Künstlerin Anja Wolf in unmittelbarer Nähe zum Dessauer Bauhaus. Sie reflektiert ihr persönliches Wirken an dieser Institution in den Jahren 2006-2016, in denen sie an den berühmten jährlich stattfindenden Bauhaus-Festen mitarbeitete und Kostüme und Installationen entwickelte. Ihre Collagen und ihr Kostümexperiment, das sie performativ zum Einsatz bringt, sind eine Referenz an die Künstlerinnen des Dessauer Bauhauses vor 100 Jahren.

Angela Zumpe lehrte von 1998 – 2019 am Department of Design der Hochschule Anhalt als Professorin für Audiovisuelle Medien. In ihren fotografischen Re-Inszenierungen der jüngeren Zeit thematisierte sie Fragen von Macht und Repräsentation von Frauen in berühmten Werken weiblicher Kunstgeschichte. Nach einer intensiven Auseinandersetzung über Lucia Moholy und ihren Kontext nähert Zumpe sich jüngst dem Werk und Leben der Bauhaus-Fotografinnen Grete Stern und Ellen Auerbach.

Obwohl den fünf Künstlerinnen eine ästhetische Reflexion und Neuinterpretation der Werke der Bauhaus-Künstlerinnen wichtig ist, möchten sie in ihren künstlerischen Annäherungen auch kritische und unbequeme Fragen zu stellen: Wie gendersensibel ist der heutige Bauhaus-Diskurs? Werden die blinden Flecken aufgearbeitet oder wird Design- und Architekturgeschichte wie bislang männerzentriert fortgeschrieben? Wie sieht die Lebenswirklichkeiten von Künstlerinnen heute aus vis-à-vis jener von vor 100 Jahren in Weimar, Dessau und Berlin? Und mit welchen strukturellen Hürden und patriarchalen Vorurteilen sind Künstlerinnen, vor allem jene mit Sorgeverantwortung, heute noch konfrontiert?

Gabriele Stötzer & Ans Swart
Gabriele Stötzer & Ans Swart

Ausstellung vom 6. März bis 12. April 2026

Vernissage: Donnerstag, 5. März 2026 um 18 Uhr
18.30 Uhr: Begrüßung durch Zuzanna Skiba vom Vorstand des VdBK
Einführung in die Ausstellung: Ina Bierstedt
19.30 Uhr: Aktionsmalerei von Gabriele Stötzer
Musik: Annika von Trier, Akkordeon und Gesang

Karfreitag, 3. April: Geschlossen

Finissage: Sonntag, 12. April von 13 – 18 Uhr
16 Uhr: Ausstellungsgespräch

Öffnungszeiten: Donnerstag – Samstag, 16 – 19 Uhr
Eisenacher Straße 118, 10777 Berlin

drip painting on textiles: Workshop mit Ans Swart
Mittwoch, 18. März und Sonntag, 22. März
jeweils von 14:00 bis 17:00 Uhr.
Teilnahmegebühr / workshop fee: 45 €
Anmelden / registration: veranstaltung@vdbk1867.de
Mehr siehe unten

„überleben und leben“ zeigt Ergebnisse der langjährigen künstlerischen Zusammenarbeit von Ans Swart und Gabriele Stötzer. Die Ausstellung wurde in Kooperation mit Ina Bierstedt (VdBK1867) entwickelt.

„Überleben“ und „Leben“ erscheinen hier nicht als Gegensätze wie Leben und Tod, sondern als eng miteinander verwobene Zustände. In ihren installativen Arbeiten, Malereien, Zeichnungen, Fotografien und einem Video untersuchen Ans Swart und Gabriele Stötzer, was es bedeutet, unter gesellschaftlichen, politischen oder persönlichen Bedingungen zu bestehen – und darüber hinaus als feministische Künstlerinnen Handlungsspielräume, Kraft, Energie und Würde zu behaupten.

Gabriele Stötzer ist Kaiserringträgerin der Stadt Goslar 2026. Ihr Werk ist eng mit Erfahrungen von Repression in der DDR-Diktatur, Körperpolitik und weiblicher Selbstbestimmung verbunden und reflektiert seit Jahrzehnten Formen von Anpassung und Widerstand. Ihre künstlerische Praxis ist geprägt von radikaler Subjektivität und der bewussten Aneignung des eigenen Körpers als Ort politischer Aussage. In ihren Arbeiten wird Überleben als aktiver, oft konflikthafter Prozess sichtbar – und Leben als bewusste Entscheidung für Ausdruck, Solidarität und Selbstbehauptung.
Siehe auch Artikel „Kein Schwein hat sich für mich interessiert“ in der taz vom 27. Januar 2026.

Ans Swart nähert sich dem Thema aus einer anderen Perspektive, die von psychologischer Tiefe und existenzieller Lebenserfahrung geprägt ist. Ihre Malereien und Performances thematisieren die Geschichte von Frauen, Grenzüberschreitungen und Sexualität. Ans Swart hat einen besonderen Bezug zu Berlin, da sie hier gelebt hat und Teil der lesbisch-feministischen Subkultur und Künstlerinnenszene der 80er Jahre Westberlins, rund um das Pelze MultiMedia, war. Auch bei Ans Swart ist Leben kein Zustand der Selbstverständlichkeit, sondern ein sensibles, immer wieder neu auszuhandelndes Geschehen.



Workshop: drip painting on textiles
Mittwoch, 18. März und Sonntag, 22. März
jeweils von 14:00 bis 17:00 Uhr.
Teilnahmegebühr / workshop fee: 45 €

Ans Swart zeigt in diesem Workshop am 18. und 22. März, wie Sie Ihre Kleidung verwandeln können. Bringen Sie dazu Ihre eigene Bluse, T-Shirt oder ein anderes Kleidungsstück in heller Farbe aus natürlichen Stoffen mit, außer Seide und Wolle. Es wird schwarze Textilfarbe verwendet, die nach dem Bügeln auch waschbar ist. An dem Workshop können maximal 5 Teilnehmer und 5 Zuschauer teilnehmen. Einige Kleidungsstücke sind in der Galerie vorrätig.
Anmeldung und Fragen: veranstaltung@vdbk1867.de

to the surface ©Mayumi Okabayashi
to the surface ©Mayumi Okabayashi

30. Januar – 01.März 2026

Friederike Klotz, Mayumi Okabayashi, Nanaé Suzuki

Vernissage:
 Donnerstag, 29. Januar 2026 um 18 Uhr
Begrüßung: Zuzanna Skiba, Vorstand des VdBK1867

Kurzfilmabend „Von Orten und Menschen“: Samstag, 14. Februar 2026 von 18 – 20 Uhr
mit Kurzfilmen von Alexander Bunk, GUP-py, Karla Kracht, Hanako Miyamoto, Makiko
Nishikaze und Wolf & Ritterskamp
Zum Programm

Finissage: 
Sonntag, 01. März 2026 von 14 – 18 Uhr

Öffnungszeiten: Do – Sa, 16 – 19 Uhr
Projektraum, Eisenacher Straße 118
10777 Berlin

Was die drei Künstlerinnen verbindet, ist die Auseinandersetzung mit der Position des Individuums in einer immer komplexer werdenden Welt, das in Gefahr gerät, sich in fragilen Konstellationen zu verlieren. Mit ihren unterschiedlichen gestalterischen Ansätzen reagieren sie hierauf jeweils individuell.

Friederike Klotz beschäftigt sich mit kinetischen Objekten, Klangskulpturen, Zeichnungen und Collagen, die uns eine Welt im Miniaturformat vor Augen führen, in der anonyme, ihrer Individualität entledigte Figuren wie von unsichtbarer Hand gesteuert erscheinen.

In Mayumi Okabayashis künstlerischem Schaffen spiegelt sich die Auseinandersetzung mit der erlebten Zeit und erfahrenen räumlichen Dimensionen wider. Dynamiken in der Natur, beispielsweise von der Zelle zur Pflanze und zurück, versucht sie festzuhalten, ohne sie zu fixieren.

Die rätselhaften und in ihrer konzentrierten Reduziertheit magisch wirkenden Bilder Nanaé Suzukis negieren immer wieder räumliche Nachvollziehbarkeit und zeitliche Sukzession. Gleichwohl fragen sie nach dem Handeln und nach der Verortung des Menschen in der Welt. (Claudia Beelitz).


Between blue and green lies the sea

Three artists are united by their examination of the position of the individual in an increasingly complex world, that is in danger of losing itself in fragile constellations. With their different artistic approaches, they each react to this individually.

Friederike Klotz deals with kinetic objects, sound sculptures, drawings and collages that depict a world in miniature, in which anonymous figures, stripped of their individuality, appear to be controlled by an invisible hand.

Mayumi Okabayashi’s artistic work reflects the examination of time and spatial dimensions, based on her own experiences. She attempts to hold on to dynamics found in nature, e.g. from the cell to the plant and back, without fixing them. She also tries to depict stasis and movement simultaneously, the drifting apart and coming together again, as well as the states in between.

Nanaé Suzuki’s enigmatic paintings, which seem magical in their concentrated reduction, repeatedly negate spatial comprehensibility and temporal succession, while investigating actions and the position of human beings in the world. Nanaé Suzuki pursues these questions in many ways. In doing so, she draws on different media, fields of knowledge and philosophical approaches as well as incorporating elements found in art and every life. (Claudia Beelitz).

friederike-klotz.de
mayumi-o.com
nanaesuzuki.com

Presseinformation
Press release

Verleihung des 13. Marianne-Werfkin-Preises 2025

Verleihung des 13. Marianne-Werefkin-Preises 2025
am Dienstag, den 25. November 2025 um 18 Uhr
in der Kommunalen Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin

Ausstellung mit den nominierten Künstlerinnen 26. November 2025 – 15. Februar 2026

Der Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 engagiert sich seit mehr als 150 Jahren für die gleichberechtigte Teilhabe von Künstlerinnen in der Kunstwelt. Die Auslobung eines Kunstpreises für Frauen steht daher unmittelbar in der Tradition des Vereins, Künstlerinnen sichtbar zu machen und in ihrer Professionalität zu unterstützen. Zugleich wird an diesem Abend die Ausstellung mit den nominierten Künstlerinnen eröffnet. Sie wird bis zum 15. Februar 2026 zu sehen sein. Bereits zum zweiten Mal wird der Marianne-Werefkin-Preis in der Kommunalen Galerie Berlin ausgerichtet. Damit wird eine wichtige Initiative zur Förderung und Sichtbarmachung von professionellen Künstlerinnen in Berlin unterstützt.
Als 1990 der Marianne-Werefkin-Preis vom Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 zum ersten Mal vergeben wurde, gab es deutschlandweit noch keine Auszeichnung ausschließlich für Künstlerinnen – es gehörten Weitsicht, Mut und Gestaltungswille dazu. Namenspatronin ist die Avantgardistin und Expressionistin Marianne von Werefkin (1860 – 1938). Zweck des Preises ist es, so die Vereinssatzung, „ […] die lange Tradition künstlerisch arbeitender Frauen und die Bedeutung ihres Werkes in Geschichte, Gegenwart und Zukunft im deutschen und internationalen Kulturkreis bekannt zu machen“.

SHORTLIST 2025:
MEHTAP BAYDU /// NADINE FECHT /// BEATE GÜTSCHOW ///
KÄTHE KRUSE /// HEIKE KABISCH /// ULRIKE MOHR
Die Preisträgerin wird am Dienstag den 25. November 2025 um 18 Uhr, benannt. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 € wird in diesem Jahr von Ute Gräfin von Hardenberg gestiftet, Ehrenmitglied und langjährige Erste Vorsitzende des Vereins. Die Veranstaltung steht zudem unter der Schirmherrschaft der Sammlerin und Mäzenin Julietta Scharf.

JURY 2025:
Kerstin Grimm, Preisträgerin des 12. Marianne-Werefkin-Preises 2022 und Künstlerin des Vereins /// Dr. Sabine Ziegenrücker, Fachbereich Kunst und Geschichte – Leitung Museum Reinickendorf /// Dr. Almut Hüfler, freie Kuratorin & Autorin, HAUNT /// Harald Theiss, freier Kurator /// Dr. Elisa Tamaschke, Kuratorin, Leitung Ausstellungen, Forschung, Publikation Georg Kolbe Museum /// Dr. Thomas Köhler, Direktor Berlinische Galerie /// Veronika Witte, Künstlerin & Künstlerische Leitung Galerie Nord, Berlin /// Katharina Schilling, freie Kuratorin

Die Kriterien für den Preis bilden eine abgeschlossene, akademische Ausbildung an einer Hochschule für Bildende Kunst, Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in Berlin und ein abgeschlossenes 45. Lebensjahr. Eine direkte Bewerbung von Künstlerinnen war ausgeschlossen.

Eröffnung & Preisverleihung: Dienstag, 25. November 2025 um 18 Uhr
Begrüßung:
Heike Schmitt-Schmelz | Bezirksstadträtin Charlottenburg-Wilmersdorf
Barbara Höffer | Leiterin Fachbereich Kultur Charlottenburg-Wilmersdorf und Kommunale Galerie Berlin
Cerstin Richter-Kotowski | Kulturstaatssekretärin der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Einführung zum 13. Marianne-Werefkin-Preis 2025: Zuzanna Skiba I Künstlerin & Vorstand, Kuratorin der Ausstellung
Preisverleihung des 13. Marianne-Werefkin-Preises: Ute Gräfin von Hardenberg | Ehrenmitglied & langjährige Vorsitzende des Vereins sowie diesjährige Preisstifterin
Laudation zur Preisträgerin: Veronika Witte | Künstlerin, Jurymitglied & Künstlerische Leitung Galerie Nord, Berlin

Download der Einladungskarte mit Rahmenprogramm
Downlaod der Pressebildliste der Nominierten


Wir gratulieren ganz herzlich und besonders

MEHTAP BAYDU
zum 13. MARIANNE-WEREFKIN-PREIS 2025

Die Preisträgerin hat bereits 2013 innerhalb der Gruppenausstellung heute hier — bugün burada mit 22 Positionen im Haus am Kleistpark, Berlin in Kooperation mit dem Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 teilgenommen.
Die Kuratorinnen waren Dr. Birgit Möckel und Özlem Cengel Götzelt.
Schirmherr*in waren Prof. Dr. Rita Süssmuth und Cem Özdemir.

METHAP BAYDU „Long Neck“, 100 × 100 cm, Fine Art Print, gerahmt, 2015, Fotorechte: die Künstlerin


Rahmenprogramm und Laufzeit der Ausstellung vom 26.11.2025 – 15.02.2026

Mittwoch, 03. Dezember 2025 um 18 Uhr
Gespräch: VdBK1867 & UdK Berlin Art Award 2025 „Über die Relevanz von Kunstpreisen“
:
mit
Dr. Almut Hüfler | Jurymitglied & freie Kuratorin_frontviews_HAUNT Berlin
Prof. Dr. Jörg Heiser | Dekan der Fakultät der Bildenden Kunst, Universität der Künste

moderiert von Zuzanna Skiba | VdBK1867_Künstlerin & Vorstand, Kuratorin der Ausstellung
Anschließend Empfang mit Umtrunk.

Dr. Almut Hüfler ist freiberufliche Kuratorin und Autorin. Nach dem Studium der Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Anglistik (Promotion 2010) und akademischen Forschungs- und Lehrtätigkeiten arbeitete sie als Coach, Kommunikationstrainerin und Autorin im Bereich Bildende Kunst. Seit 2019 Kuration von Ausstellungen, seit 2023 Mitglied im Curatorial Board von frontviews e.V. / HAUNT. Im Jahr 2025 kuratierte sie unter anderem die Jubiläumsausstellung des Deutschen Künstlerbundes ‚Our Voices. Auf den Spuren bildender Künstlerinnen‘ im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen.

Zuzanna Skiba ist eine zeitgenössische Bildende Künstlerin. Aus der Schnittstelle zwischen Kunst und Kartographie entwickelt die Künstlerin konzeptuelle Werke, unterstützt vom Gedankengerüst eines Magnetfeldes, Luftbildes, der Geländeschraffur und läßt das Auge weiterdenken. Sie betrachtet die Welt mit topographischen, politischen und philosophischen Aspekten und agiert international. Die Künstlerin ist seit 2018 Mitglied beim Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 und seit 2024 in den fünfköpfigen Vorstand gewählt. Die Künstlerin hat eine Ausbildung zur Kartographin beim Landesvermessungsamt, Bielefeld und Luftbildauswertung in Bad Godesberg absolviert. Es folgte ein Kunst – Studium an der Hochschule für Gestaltung in Bielefeld, Kunstakademie Minerva, Groningen in den Niederlande, anschl. Philosophie + Kunst im Kontext an der UdK in Berlin. www.zuzannaskiba.com  // https://de.wikipedia.org/wiki/Zuzanna_Skiba

Prof. Dr. Jörg Heiser ist Dekan der Fakultät Bildende Kunst und geschäftsführender Direktor des Instituts für Kunst im Kontext. Er war 20 Jahre lang Redakteur der internationalen Kunstzeitschrift frieze. Er co-kuratierte u.a. die Busan Biennale 2018 (Katalog), die Ausstellung Ernsthaft?! Albernheit und Enthusiasmus in der Kunst (Bundekunsthalle Bonn, Deichtorhallen Hamburg, Neue Galerie/Halle für Kunst Graz, 2022-24, Katalog), sowie die Kyiv Perennial (nGbK Berlin u.a., 2024). Zu seinen Büchern zählen u.a. Plötzlich diese Übersicht (2007) und Public Art. Das Recht auf Erinnern und die Realität der Städte (Hg., 2024). https://www.udk-berlin.de/person/joerg-heiser

Mittwoch, 14.Januar 2026 um 18 Uhr
Live-Performance: SILENCE 
mit
Mehtap Baydu | Künstlerin, 30 – 45 Minuten

Das Phänomen des Schweigens durchzieht wie ein unsichtbares Band das Gefüge menschlicher Interaktion, sei es in kleinen Gruppen, breiten Gesellschaftsschichten, politischen Arenen oder innerhalb von Minderheiten und Gendergruppen. Auf den ersten Blick mag Schweigen neutral erscheinen, doch bei genauerer Betrachtung entpuppt es sich oft als ein komplexes und vielschichtiges Konstrukt, das weit mehr als die bloße Abwesenheit von Worten beinhaltet. Besonders brisant wird es, wenn Stille den Eindruck scheinbarer Einstimmigkeit zu erwecken beginnt, einer trügerischen Oberfläche der Harmonie, unter der ein Meer unausgesprochener Meinungen, unterdrückter Ideen und ungelebter Identitäten brodelt.

Freitag, 16.Januar 2026 um 15 Uhr 
Buchvorstellung: Resistance, Flood, Fire, Resistance.
mit
Beate Gütschow | Künstlerin, Professorin für künstlerische Fotografie, Kunsthochschule für Medien Köln
Norbert Wiesneth | Fotograf, Kurator Kommunale Galerie Berlin

Die Buchproduktion im Verlag Spector in Zusammenarbeit mit Felix Hoffmann I Kunst- und Kulturwissenschaftler, Artistic Director des FOTO ARSENAL WIEN Menschen am Abgrund, entvölkerte Gegenden, verwüstete Dörfer – bei Beate Gütschows Fotos wird erst auf den zweiten Blick deutlich, dass sie Protestveranstaltungen, Wiederaufbauarbeiten nach einer Flutkatastrophe oder die Folgen von Waldbränden in Ort- und Landschaften zeigen: dystopische Ereignisse, die in jüngster Zeit stattgefunden haben, und zwar in Mitteleuropa. Erst Wochen nach den Ereignissen kommt Beate Gütschow an die betroffenen Orte. In fotografischen Langzeitstudien entwickelt sie Gegenbilder zu den üblichen Katastrophendarstellungen. Es sind stillere Bilder, die einen emotionalen und analytischen Zugang ermöglichen. Gleichzeitig ist Gütschow Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung. Hier dokumentiert sie teilnehmend und aufzeichnend Aktionen, Besetzungen und Demonstrationen: eine Innenperspektive, bei der die Fotografien mit tagebuchartigen Aufzeichnungen eine Bild-Text-Komposition bilden.

Mittwoch, 21. Januar um 18 Uhr
Gespräch: „Die Bedeutung des Vereins der Berliner Künstlerinnen 1867 VdBK1867_heute“:
mit
Barbara Höffer | Leiterin Fachbereich Kultur Charlottenburg-Wilmersdorf und Kommunale Galerie Berlin
Zuzanna Skiba | VdBK1867_Vorstand, Künstlerin und Kuratorin der Ausstellung
Käthe Kruse | VdBK1867_Künstlerin & Präsidentin, IKG Internationales Künstlergremium
Michael Krejsa | Leiter des Archivs Bildende Kunst der Akademie der Künste Berlin

Sonntag 15. Februar 2026 um 15 Uhr
Finissage & Vortrag „Mit der Kunst leben“
:
mit
Julietta Scharf | Sammlung Scharf-Gerstenberg & Schirmherrin des 13. Marianne Werefkin Preises 2025

SONDERAUSSTELLUNG in der Artothek: 26.11.2025 – 15.02.2026
Ab dem 26. November finden Sie parallel zur Ausstellung des Marianne-Werefkin-Preises eine Sonderausstellung der ehemaligen Preisträgerinnen und Nominierten in der Artothek der Kommunalen Galerie Berlin. Mit Werken von Valérie Favre, Franek, Harriet Groß, Anna Lehmann-Brauns, Herta Müller, Rebecca Raue, Hanna Hennenkemper, Regina Nieke, Angela Hampel und Karla Woisnitza.


Ausstellungsort: Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin www.kommunalegalerie-berlin.de

Der Zugang zum Erdgeschoss & Artothek der Galerie ist barrierefrei. Zu den Räumen im 1.OG. bitten wir Sie, unsere Kolleg:innen für die Benutzung des Fahrstuhls anzusprechen. Die Galerie ist eine Einrichtung des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf, Fachbereich Kultur. Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei.

offen: Di. – Fr. 10 – 17 Uhr/ Mitt. 10 – 19 Uhr/ Sa. & So. 11 – 17 Uhr
Artothek: Di. – Fr. 10 – 17 Uhr/ Mitt. 10 – 19 Uhr
Anfahrt: U3 | U7 Fehrbelliner Platz & Bus 101 | 143 | 115 Fehrbelliner Platz

Zum Verein der Berliner Künstlerinnen 1867 – historisch & zeitgenössisch:
Die Gründung des Vereins im Jahre 1867 war eine Pionierleistung von Künstlerinnen. Der Verein gründete 1893 die erste Kunstakademie für Frauen und unterhielt ein eigenes Haus in der Potsdamer Straße 98a. Künstlerinnen wie Käthe Kollwitz oder Paula Modersohn-Becker erhielten an der Zeichen- und Malschule des Vereins eine akademische Ausbildung. Diese war Frauen bis 1919 an den staatlichen Kunstakademien verwehrt. Der VdBK1867 trug entscheidend dazu bei, dass auch Frauen eine fundierte künstlerische Ausbildung, soziale Absicherung und Ausstellungs- und Verkaufsmöglichkeiten erhielten. Nach langen Jahren ohne festen Vereinssitz hat der Verein heute in der Eisenacher Straße 118 in Berlin-Schöneberg eigene Ausstellungsräume und setzt sich mit einem regen Programm für die Präsenz und Gleichstellung von Berliner Künstlerinnen ein. Er pflegt zugleich sein kulturelles Vermächtnis und zeigt die Werke seiner historischen Mitglieder. Die aktuellen Künstlerinnen des VdBK1867 machen sich dafür stark, dass an ihre Vorgängerinnen nicht nur im Kontext ihrer zum Teil tragischen Schicksale erinnert wird, sondern dass ihre künstlerische Qualität und ihr aktiver Beitrag zur damaligen Kunstszene wahrgenommen werden.

OSAKA-BERLIN, Still 2016 ©GUP-py, VG Bild-Kunst Bonn 2026
OSAKA-BERLIN, Still 2016 ©GUP-py, VG Bild-Kunst Bonn 2026

Am Samstag, 14. Februar von 18 – 20h
in der Ausstellung „Zwischen Blau und Grün liegt das Meer“

Eisenacher Straße 118, 10777 Berlin

Mit Kurzfilmen von Alexander Bunk, GUP-py, Karla Kracht, Hanako Miyamoto,
Makiko Nishikaze und Stock’n Wolf & Ritterskamp

Die Beiträge aus Deutschland und Japan thematisieren unterschiedliche Ortswechsel und damit die verbundene Reflexionen von Raum- und Zeitgefühl. Es findet eine Auseinandersetzung mit Orten, Zeiten und Menschen statt, die einem fremd und verrätselt erscheinen.

what humanity taught, Still 2025 ©Karla Kracht
what humanity taught, Still 2025 ©Karla Kracht
yume - dream, Still 2022 ©Makiko Nishikaze, VG Bild-Kunst Bonn 2026
yume – dream, Still 2022 ©Makiko Nishikaze, VG Bild-Kunst Bonn 2026
Our House, Still, 2006 ©Stock’n Wolf & Ritterskamp
Our House, Still, 2006 ©Stock’n Wolf & Ritterskamp

Programm

SIE. EINE ANDERE.
Alexander Bunk, 2026
Während Hände eine Frucht schälen, entfaltet sich im Hintergrund ein lyrischer Monolog. Ein Film über Öffnung, Zeit und die langsame Verschiebung des Selbst.

OSAKA-BERLIN: 2 Places 1 Time, 2 Times 1 Place
GUP-py, 2016
Die Video-Collage führt die Stadtlandschaften von Berlin und Osaka zusammen. Berlin ist die Wahlheimat der Künstlerin, Osaka die Stadt ihrer Kindheit. Trotz der großen Entfernung findet man in beiden Städten ähnliche Perspektiven.

what humanity taught
Karla Kracht, 2025
Wie würde eine Künstliche Intelligenz Traditionen und Mythen in einer Welt, in der es keine Menschen mehr gibt, neu interpretieren? »What Humanity Taught Us« wirft mit bezaubernden Bildern einen faszinierenden Blick aus einer fernen Zukunft auf unsere Gegenwart.

1980. Another failed revolution
Karla Kracht, 2019
Gwangju 1980: Eine Revolution in Südkorea, von den nationalen Medien zum Schweigen gebracht und vom Militär mit brutaler Gewalt niedergeschlagen.

Mariage Photo Document 
Hanako Miyamoto, 2021

Matsubara
Hanako Miyamoto, 2021
In meinen Arbeiten setze ich mich mit schwierigen Beziehungen innerhalb meiner Familie auseinander.

ani-mal-show
Makiko Nishikaze, 2024
Die Performance ist eine Choreographie mit verschiedenen Körperteilen. Musik ist aus “my songs”, elektroakustische Komposition, basierend auf Improvisation mit Clavichord und Stimme.

yume – dream
Makiko Nishikaze, 2022
Beobachtungen von unterschiedlichen bewegten Objekten und Situationen.Es gibt keine Handlung. Das Video lädt ZuschauerInnen zu eigenen Assoziationen ein.

Our House
Stock’n Wolf & Ritterskamp, 2006
„Our House“ von Stock’n’Wolf & Ritterskamp ist ein rasanter Querschnitt durch 40 Jahre Kunst-Performance-Geschichte mit Timm Ulrichs, Niki de Saint Phalle, Chris Burden, Marina Abramović, Joseph Beuys, Linda Montano & Tehching Hsieh u.a.