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Christel Fetzers ortsspezifische Installationen bewegen sich an der Schnittstelle von Malerei, Skulptur und Raum. Aus industriell gefertigten und zugleich manuell bearbeiteten Holzstrukturen entwickelt sie Arbeiten, die sich konventionellen Gattungszuordnungen entziehen. Minimalistisches Materialbewusstsein verbindet sich dabei mit konzeptueller Klarheit.
An die Stelle des klassischen malerischen Gestus tritt die Auseinandersetzung mit vorgefertigten Materialien wie Lack, Kunststofffolie, Klebeband, Neonlicht undunter-schiedlich bearbeiteten Holzoberflächen. Farbe erscheint nicht mehr ausschließlichals aufgetragene Schicht, sondern entfaltet sich im Zusammenspiel von Material, Form und räumlicher Situation. Fläche wird zum Objekt, das Objekt zum Träger malerischer Prozesse.
Durch die präzise Setzung ihrer Elemente entstehen Arbeiten, die den umgebenden Raum aktiv einbeziehen. Oberflächen reflektieren Licht, markieren Grenzen und erzeugen visuelle Verschiebungen. So entsteht eine Spannung zwischen Zweidimensionalität und Körperlichkeit, zwischen industrieller Produktion und individueller Bearbeitung.
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Die Installation ist eine Assemblage aus grau beschichteten Paneelen, Resten von Baumaterial, Fliesen und Fotoprints von Straßenszenen und Häuserfassaden. Darüber sind unterschiedlichste zusammengefundene Buchstaben aus ehemaliger Außenwerbung montiert. Sie bilden den Schriftzug: Club of Remains. Das Ensemble ist fast vollkommen über eine Fensternische des Ausstellungsraumes gebaut. Nur ein kleines Stück Fenster bleibt sichtbar. So ist kaum noch zu erkennen, ob es real existiert, oder ein eingesetztes Teil der Komposition ist.
Vor der „Wandverkleidung“ auf dem Boden liegt eine große Fläche eines Musters mit 3D Optik. Es handelt sich um ein in der Renaissance oft verwendetes einfaches Gestaltungs-element mit großer Wirkung. Die Fläche ist ein gefundener hellgrauer Teppich auf dem das Muster mit rotbraun und schwarzer Farbe aufgetragen wurde.
Auf einem weiteren raumhohen Fotoprint einer Straßenszene ist eine Treppe von oben zu sehen: Dominierend sind die sich wiederholenden waagrechten, senkrechten und diagonalen Flächen. Die Stufen sind in verschiedenen Farbtönen gestrichen; eine so vorgefundene „Malerei“ auf der eine Frau die Treppe hoch läuft. Ein weiteres Objekt ist eine Montage aus verschiedenen Fundstücken: Baumaterial, Industrieprodukte, Haushalts-dinge, die täglich auf den Straßen zu finden sind. Sie können als einzelne Buchstaben erkannt werden und formen bei aufmerksamer Beobachtung die Worte: DAILY NEWS. Im Widerspruch zur inhaltlichen Aussage der täglichen Neuigkeiten soll das Objekt jedoch stets unverändert stehen bleiben, im Gleichgewicht, und das, obwohl seine Statik äußerst fragil ist.
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Die Arbeit past present besteht aus Teilen demontierter DDR Schrankwände und Küchenmöbel. Es sind Überreste vorheriger Installationen und neu dazu gekommene, z.T. vor Ort gesammelte Teile, die sie zu einem Gefüge anordnete, das sich aus unterschiedlichen Inspirationsquellen speist: vor allem aber aus ihren Beobachtungen der Transformationen, die im öffentlichen wie im privaten Raum im ehemaligen Ostdeutschland seit der Wende stattgefunden haben.
Durch das Zerschneiden, Neu-Anordnen und Collagieren dieser Möbel-Relikte bezieht sie sich auf uneingelöste Utopien des 20 Jahrhunderts. Was passiert mit dem Versprechen auf kollektives Glück und Funktionalität, wenn die dazugehörigen Räume und Objekte längst zerfallen oder demontiert sind?
In Anlehnung an Steffen Maus Analyse in „Lütten Klein“ begreift Inken Reinert ihre Arbeit mit Möbeln aus DDR-Produktion als Auseinandersetzung mit den „gesellschaftlichen Frakturen“ der Nachwendezeit. Mau beschreibt die Transformation Ostdeutschlands nicht als linearen Übergang, sondern als eine Abfolge von Brüchen, die sich tief in Biografien und soziale Gefüge eingeschrieben haben.
Für die Ausstellung „Reset the Setup“, entwickelt sie die Installation past present als offenes System weiter, in Reaktion auf die räumliche Situation des Ausstellungsortes. Die Installation ist kein singuläres Objekt, sondern eine Abfolge von Zuständen – ein Prozess, in dem sich gesellschaftliche, materielle und räumliche Brüche immer wieder neu artikulieren.
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Anke Völk arbeitet mit breiten Pinselstrichen, die die Fixiertheit und Starrheit eines Bildes auflösen, in dem die Bewegung der Pinselführung, durch das Auge der Betrachtenden zwangsläufig nachvollzogen wird. Gleichzeitig entstehen neue, autonome und abstrakte Formen, die wiederum fixiert auf der Malfläche erscheinen. Dieses formale Paradox wird durch die Verwendung irisierender Pigmente zusätzlich verstärkt, deren schimmernde Oberflächen verführerisch in den Raum ausstrahlen.
Lapidar konkret erscheint die abstrakte Malerei: einfache, zugleich komplexe Elemente, im Zusammenspiel mit Farbe und Bewegung. Grundsätzlich wird das Medium der Malerei in Anke Völks Werk befragt. Grenzen, Ausdruck, Erscheinungsmöglichkeiten. Optische Annäherung an technische Verfahren und doch analog durch Malerei erzeugte Elemente erweitern oder ergänzen ein tradiertes Bild von Malerei. Oder besser gesagt die Erzeugung von Bildern durch malerische Mittel, die sich nicht festlegen lassen wollen.
Die Arbeiten behaupten ihre Autonomie in direktem Bezug zur Person der Künstlerin und bleiben somit direkt mit ihr verbunden. Alle Einflüsse, die sich in der Malerei ihren Ausdruck suchen, werden somit zuerst als bewusste Wahrnehmung verstanden, bevor sie Einzug in der Umsetzung ins Bild finden. Auch gehört zu diesen bewusst wahrgenommenen Einflüssen durchaus der Kontext, in dem Arbeiten entstehen. Also Ort, Raum, Dimension. Diese Kategorien beeinflussen Völks Arbeiten in ihrer performativen Herangehensweise unterschiedlich und definieren die Wahl des Bildträgers, Ausführung und die Farbigkeit von Anke Völks Arbeiten maßgeblich.