rear window © Ina Bierstedt 2023
Foto: © Ina Bierstedt 2023

22.08. – 21.09. 2025 
Künstlerinnen und Künstler: Ina Bierstedt (D), Bettina Carl (CH/D), Valentin Hauri (CH), Anna Mészáros (HU), Lada Nakonechna (UKR), Janosch Perler (CH)
Kuration:
CAPRI Berlin (Bettina Carl und Ina Bierstedt)

Vernissage: Donnerstag 21. August 2025 um 18 Uhr
18:30 Begrüßung durch Zuzanna Skiba vom Vorstand des VdBK 1867 e.V. und kuratorische Einführung mit Bettina Carl

Öffnungszeiten: Do – Sa, 16 – 19 Uhr
Projektraum, Eisenacher Straße 118
10777 Berlin

Wenn wir auf ein Kunstwerk blicken, sehen wir einen fiktiven Raum, in dem verschiedene Zeiten zugleich Präsenz behaupten. Erinnerung formt sich ständig um, sie erzählt und erfindet sich selbst und in diesem Werden ist das Erfassen nicht leicht vom Verfehlen zu trennen. Die Positionen in REAR WINDOW beziehen sich auf Erinnertes, auf vermeintlich Bekanntes, das in Nachklängen und Umwertungen aktualisiert wird. Im Spannungsfeld zwischen Verlust und Begreifen lassen die Arbeiten ein neues Jetzt entstehen, das immer auch von seiner Vergänglichkeit zeugt.

Die Ausstellung vereint Zeichnung, Malerei, Video und Skulptur. So vielfältig wie die Medien sind die Biografien der beteiligten Künstler*innen: Mit Jahrgängen von 1990 bis 1954 gehören sie ganz unterschiedlichen Generationen an, sie stammen aus der Schweiz, Ungarn, Deutschland und der Ukraine und leben zur Zeit in Zürich, Berlin, Kassel und Biel.

CAPRI Berlin:

Von 2001-2006 leiteten die Künstlerinnen Ina Bierstedt, Bettina Carl und Alena Meier-Menzel in der Brunnenstraße in Mitte den Kunstraum CAPRI. Ohne jegliche Fördergelder realisierten sie dort 71 ortsspezifische, vorwiegend installative Projekte. CAPRI hatte von Beginn an ein professionell kuratiertes Programm, das auch internationale Kooperationen einschloss. 

Seit 2009 steht CAPRI Berlin für die Projekte, die Bettina Carl und Ina Bierstedt als kuratierende Künstlerinnen für verschiedene Institutionen konzipieren, darunter waren Gruppenausstellungen im Kunstraum Kreuzberg, in den Karlin Studios/FUTURA Prag, im Haus der Kunst der Stadt Brno und in der Studiogalerie des Haus am Lützowplatz Berlin.

© Texte: Bettina Carl, 2025

LADA NAKONECHNA: "Below Ground Level", 2024
Inkjet-Print, Graphit auf Papier, 40 x 60 cm
© Lada Nakonechna 2024
LADA NAKONECHNA: „Below Ground Level“, 2024
Inkjet-Print, Graphit auf Papier
40 x 60 cm
© Lada Nakonechna 2024
ANNA MÉSZÁROS: "Sill 1", 2022/2025 Beton, Pigmente, Aluminium, Holz ca. 24 x 23 x 100 cm © Anna Mészáros 2022/2025
ANNA MÉSZÁROS: „Sill 1“, 2022/2025
Beton, Pigmente, Aluminium, Holz
ca. 24 x 23 x 100 cm
© Anna Mészáros 2022/2025

Mit Werken von: Paula Anke (DE), Marlene Herberth (ROU), Friederike Jokisch (DE), Adina Mocanu (ROU), Marina Oprea (ROU), Raluca Paraschiv (ROU), Renée Renard (ROU), Semra Sevin (DE), Lucy Teasdale (DE), Anja Teske (DE) 

Künstlerinnengespräch: Samstag, 19. Juli – 16 Uhr, moderiert durch Dr. Iris Ordean
Finissage: Sonntag, 10. August 2025, 14 bis 18 Uhr

Laufzeit: 17. Juli – 10. August 2025

Im Ausstellungs- und Residenzprojekt „A Temporary Dream of Mirrors“ arbeiten Künstler*innen aus Rumänien und Deutschland interdisziplinär zusammen. Sie widmen sich Themen an der Schnittstelle von Kunst, Aktivismus, Umwelt und Genderfragen. 

Die bilateralen Künstlerresidenzen und Ausstellungen beginnen in diesem Jahr mit einer Ausstellung in Berlin im Verein der Berliner Künstlerinnen e.V. 1867 (VdBK 1867). Die Gegenausstellung und Künstlerresidenz in Siebenbürgen, Rumänien, findet 2026 statt. Fünf deutsche und fünf rumänische Künstlerinnen, die interdisziplinär arbeiten, erforschen Themen an der Schnittstelle von Kunst, Aktivismus, Umwelt und Genderfragen. Die bilaterale Zusammensetzung der Projektgruppe führt auch zu neuen Sichtweisen und Themen bezüglich Kultur und Geschichte. 

Enge Verbindung zwischen Deutschland und Rumänien

Die Geschichte und Entwicklung Deutschlands und Rumäniens sind einerseits von großen Unterschieden, der langjährigen Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Gesellschaftssystemen in West und Ost und andererseits auch von vielen Gemeinsamkeiten geprägt. Während aktuell eine regelmäßige Migration von Rumänien nach Deutschland stattfindet, gab es im Mittelalter seit dem 12. Jahrhundert eine umfangreiche Migration aus dem Gebiet des heutigen Deutschland, aber auch aus anderen westeuropäischen Regionen (Flandern, Wallonien) nach Siebenbürgen, dem Zentrum und Nordwesten des heutigen Rumänien. Es besteht also eine jahrhundertelange historische und kulturelle Verflechtung, die sich z.B. auch in rumänischen und deutschen Namen für Orte in Siebenbürgen widerspiegelt. Diese wechselseitige Verbindung legt eine künstlerische Auseinandersetzung mit den damit verbundenen Fragen mehr als nahe. 

Fokus auf Künstlerinnen

Das Projekt steht in der Tradition des VdBK 1867, Künstlerinnen Sichtbarkeit zu verschaffen. Nach langen Jahren ohne Domizil hat der Verein nun neue Ausstellungsräume in der Eisenacher Straße 118 in Berlin-Schöneberg. In Rumänien gibt es keine vergleichbare Organisation von Bedeutung. Zwar gab es in Rumänien vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts informelle Künstlerkreise für Frauen, aber die ideologischen Zwänge des kommunistischen Regimes verhinderten solche Organisationsformen.

Das Ausstellungsprojekt ist von der Bilateralität geprägt, da 2026 die Künstlerinnen in Rumänien in Siebenbürgen in einer Kirchenburg in Cinsor (deutsch Kleinschenk) zusammenarbeiten und dann auch in Rumänien arbeiten und ausstellen werden.

 

Eva Maria Marcus, Fischerhütten, Farbholzschnitt; Foto: Gerbrand Caspers
Eva Maria Marcus, ‚Fischerhütten‘, Farbholzschnitt, Blatt: 33,7 x 39.5 cm, Bild: 29,7 x 35.6 cm, zwischen 1917 und 1928, signiert, Foto: Gerbrand Caspers

Mit Werken von: Magdalena Kallenberger und Eva Maria Marcus, sowie Gertrude Köhler, Verena Kyselka, Nadja Siegl und fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen* e.V. mit dem Projekt mind the gap*. Kuratiert von Cornelia Renz

Eröffnung: Donnerstag, 12. Juni 2025, 18:00
Laufzeit: 13. Juni 2025 bis 12. Juli 2025
Ausstellungsbegehung mit Talks und Film: Samstag, 28. Juni 2025, ab 15:00
(Programm siehe unten)

Die Künstlerin Eva Maria Marcus (1889-1970) hinterließ 1970 testamentarisch die Verfügung „alten, nicht mehr arbeitsfähigen, bedürftigen Berliner Malerinnen und Bildhauerinnen unmittelbar wirtschaftliche Unterstützung zukommen“ zu lassen. Doch erst wenn man erfährt, dass sie als Künstlerin jüdischer Abstimmung unter der NS-Herrschaft aus dem VdBK 1867 ausgeschlossen wurde und Monate im KZ verbrachte, erschließt sich die Großzügigkeit ihres Vermächtnisses.

Cornelia Renz, im Vorstand des VdBK 1867, konnte als Stipendiatin des Recherchestipendiums „Auf den Spuren Bildender Künstlerinnen“ des Deutschen Künstlerbundes und Kunst-Mentoring des Kulturbüro Rheinland-Pfalz zu Eva Maria Marcus recherchieren. Die Ausstellung zeigt die Rechercheergebnisse, einige ihrer wenigen erhaltenen Werke sowie Arbeiten von Gertrude Köhler, einer jüdischen Vereinskollegin, die versteckt die NS-Jahre überlebte und wie knapp 20 weitere Künstlerinnen durch Marcus‘ Vermächtnis unterstützt wurde.

Die Ausstellung richtet ein Spotlight auf kollegiale Unterstützung und Solidarität unter uns Künstlerinnen. Sie zeigt, wie wichtig es ist, dass wir selbst unsere Biografien erforschen und aufarbeiten: ohne gemeinsames Engagement bleiben unsere Geschichten im Dunkeln.

Diese Ausstellung zeigt einige Beispiele, wie Künstlerinnen mit den Werken und Biografien ihrer älteren Kolleginnen umgehen. mehr anzeigen

Pressetext auf Deutsch und Englisch zum Download


  1. The NEA found that as women artists age, they earn progressively less than their male artist counterparts. Women artists aged 55–64 earn only 66¢ for each $1 earned by men, National Endowment for the Arts, 2019

Programm der Ausstellungsbegehung am Samstag, 28. Juni 2025, ab 15:00:
15:30 Führung durch die Ausstellung. Die Kuratorin Cornelia Renz im Gespräch mit Sabine Herrmann, Karin Meyer (fair share!), Verena Kyselka, Rudolf Mach und Nadja Siegl
17:00 Podiumsgespräch SICHTBARKEIT: archivieren, forschen, sammeln, zeigen mit Dr. Michael Krejsa, Leiter Archiv Bildende Künste der Akademie der Künste, Dr. Wolfgang Schöddert, Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Provenienzforschung, Berlinische Galerie (angefragt), Kerry Wallach, Professorin und Chair of German Studies, Gettysburg College, US, Moderation: Cornelia Renz
19:00 Filmvorführung: …Grande Dame der Malerei – Augusta von Zitzewitz 1880–1960, von Anette von Zitzewitz



Farbholzschnitt Kiefernwald von Eva Maria Marcus
Eva Maria Marcus, Kiefernwald, zwischen 1917 und 1928, Farbholzschnitt, Blatt: 33,0 x 40,6 cm, signiert, Foto ©Gerbrand Caspers
Zeichnung eines Tänzers mit Graphit und Goldstift von Gertrude Köhler
Gertrude Köhler, Tänzer, Entstehungsjahr unbekannt, Graphit und Goldstift, 59,5 x 79 cm, signiert, Foto ©Cornelia Renz
Collage mit Texten in Schreibmaschine und Handschrift , darunter ein Mädchen hinter grünen Flaschen.
Verena Kyselka, Pigs like Pigments, 2007, Auszug aus der Serie von 6 digitalen C-prints, je 100 x 70 cm, Foto ©Verena Kyselka
fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen* e.V. mit dem Projekt mind the gap*,
Paula Lauenstein: Rothaariges Mädchen, 1923, Öl auf Leinwand, 60 x 50,5 cm, Albertinum | GNM, Inv.-Nr. 2016/09, ©Foto: Albertinum | GNM, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Elke Estel/Hans-Peter Klut, ©Nachlass Paula Lauenstein 
Magdalena Kallenberger, Von Träumen und vom Träumen – Performative Begegnungen von Magdalena Kallenberger mit der Künstlerinnengruppe Erfurt, 2025, Still aus dem Video, 25 Minuten, 4K, Sound, Deutsch und Englisch, Foto ©Magdalena Kallenberger

Resonance of a room, Julie Boserup/Pauline Kraneis 2025 (Ausschnitt)
Resonance of a Room, Julie Boserup / Pauline Kraneis 2025 (Ausschnitt)

RESONANCE OF A ROOM
Julie Boserup (DK) und Pauline Kraneis (DE)
special guests: Carla Åhlander (SE/I), Veronike Hinsberg (DE), Jytte Høy (DK),
Inken Reinert (DE), Nina Wengel (DK), Pernille With Madsen (DK)
09.05. – 08.06.2025

VERNISSAGE : Donnerstag 8. Mai, 18 – 21 Uhr
Begrüßung : Vorstand VdBK1867 und die Künstlerinnen
Book Release: Words Found More Added von Jytte Høy, erschienen bei The Green Box. 
Bordet rundt – Dinner mit den Künstlerinnen, Freitag, 9. Mai um 18:30 Uhr
(auf Englisch; begrenzte Plätze, Anmeldung erforderlich)
FINISSAGE : Sonntag 8. Juni von 14 – 18 Uhr

Julie Boserup, Adapting, 2025, bemaltes Holz, Polster, Teppich und Papier
Julie Boserup, Adapting, 2025, bemaltes Holz, Polster, Teppich und Papier

Resonance of a Room ist eine dänisch-deutsche Zusammenarbeit zwischen Julie Boserup und Pauline Kraneis. Die Ausstellung präsentiert das häusliche Interieur als vielschichtigen und komplexen Raum. Vertraute Oberflächen und Perspektiven verschmelzen in Kunstwerken, die idealisierte Vorstellungen von Interieur und Geschlecht dekonstruieren und sie mit einer taktilen Erfahrung unserer unmittelbaren Umgebung verknüpfen.

Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Gästewand, die ausgewählten Arbeiten von Künstlerinnen aus Kopenhagen/Svendborg und Berlin gewidmet ist. Diese setzen sich auf unterschiedliche Weise mit Aspekten von Innenräumen auseinander und dienen im Rahmen der Ausstellung und anlässlich des Bordet rundt, einer Dinnerveranstaltung am 9.Mai, auch als Ausgangspunkt für den künstlerischen Dialog über Grenzen hinweg.

Julie Boserup www.julieboserup.com
Pauline Kraneis www.paulinekraneis.com und im Künstlerinnenlexikon des VdBK1867

Pressemitteilung (pdf)
Pressrelease (pdf)

Supported by the Danish Arts Foundation

Horse-and-Rainbow©Laura-Bruce-Heidi-Sill-2025-Ausschnitt
Horse and Rainbow, 2025 Buntstift, Graphit, Tusche, UltraSmooth Fine Art Paper auf Papier 30 x 42 cm © Laura Bruce und Heidi Sill, VG Bild-Kunst, 2025 (Ausschnitt)

Laura Bruce & Heidi Sill
04.04 – 04.05.2025

VERNISSAGE : Donnerstag 3. April um 18 Uhr, Begrüßung : VdBK1867_Vorstand
artisttalk : Donnerstag 10. April um 19 Uhr mit Nicola Kuhn, Kunstkritikerin, Redakteurin im Feuilleton des Tagesspiegel, Laura Bruce und Heidi Sill
FINISSAGE & Gallery Weekend : Sonntag 4. Mai von 14 – 19 Uhr
mit Prosecco und den Künstlerinnen

Für die Ausstellung Head to Head arbeiteten Laura Bruce und Heidi Sill gemeinsam an zwei großformatigen Zeichenbüchern mit circa 200 Blättern. Ein Jahr lang tauschten die Künstlerinnen die Bücher immer wieder aus, zeichneten mit Tusche, Aquarell, Kreide und verschiedensten Stiften übereinander, nebeneinander, miteinander und gegeneinander, bis sich stimmige Bilder ergaben.

Sie klebten Papiere aus ihren Fundus ein, führten das Durchscheinende der Rückseiten auf der Vorderseite fort und erzählen eigenwillige Geschichten, die sich teils auf der nächsten Seite fortsetzen oder abrupt enden. Ihre Handschriften sind verschieden, eine Autorenschaft nicht mehr eindeutig erkennbar, was das Buchprojekt mehr als spannend macht.

Einige Blätter wurden aus den Büchern ausgewählt und können als Editionen in der Ausstellung erworben werden.

Die Künstlerinnen Sill und Bruce zeigen in der Ausstellung auch solitäre Arbeiten und geben sich in ihren unterschiedlichen künstlerischen Charakteren die Hand. Ihre Zeichnungen und Collagen sind erzählerisch, figürlich, körperlich, hintersinnig und humorvoll. Sie konstruieren und dekonstruieren ihre und unsere Welt.

Link zu Laura Bruce im Künstlerinnenverzeichnis des Vereins der Berliner Künstlerinnen 1867.
Website Heidi Sill www.heidisill.de

Pressemiteilungen: VdBK1867_HEAD TO HEAD LAURA BRUCE & HEIDI SILL.2025
Pressemitteilung
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