Die Auswilderung wird verschoben

Neue Arbeiten von Ricoh Gerbl, Ingeborg Lockemann / Elke Mohr im Projektraum

Finissage: „Die Auswilderung wird verschoben.“ 

Sonntag 29.05.2022 

17 – 19 Uhr 

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Zusatzprogrammpunkt:

16 Uhr – Lesung von Ricoh Gerbl

Ricoh Gerbl

Texte aus dem literarischen Projekt: 

Who is standing next to you?

In einer Großstadt sind die meisten Begegnungen mit Menschen flüchtig. Wir kennen weder die Herkunft der Menschen, noch die Gründe, warum sie sich gerade an diesem Ort aufhalten, noch was sie im Moment beschäftigt. Für das Projekt „Who is standing next to you?“ halte ich inne und spreche in unterschiedlichen Großstädten Menschen an. Menschen die ich nicht kenne. Ich verwickle sie in ein Gespräch und finde dabei so einiges über sie heraus. Für eine kurze Zeit wird die Flüchtigkeit und die Anonymität aufgehoben. Und danach sorge ich dafür, dass diese Begegnung nicht einfach wieder untergeht, im Fluß der Zeit verschwindet. Sie wird als literarische Momentaufnahme festgehalten. Gäbe es ein Motto, würde es heißen: Begegnungen erweitern die Wirklichkeit und verdeutlichen das Wirkende. In den Texten kann man dann zum Beispiel erfahren, warum man in Granada in einer Höhle lebt, einen Esel mit dem Auto spazieren fährt, versucht sich als Strassenmusiker sein Geld zu verdienen oder in Berlin am Hansaplatz gerne mal einen Pfannkuchen ißt.

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Ich denke viel an die Zukunft, weil das der Ort ist, wo ich den Rest meines Lebens verbringen werde.

Woody Allen

Wachsen wilde Tiere in Gefangenschaft auf, gibt es für einige die Möglichkeit, dass sie in ihre ursprüngliche Umgebung zurückversetzt werden. Eine natürliche Umgebung, im Gegensatz zur künstlich geschaffenen, bietet ihnen mehr Freiräume.

In einer künstlich geschaffenen Welt gibt es zwar Sicherheit und kostenlose Verpflegung, jedoch bleibt dort für viele Tiere das Ausagieren ihrer vielfältigen Anlagen eingeschränkt. Sie können ihre Kapazitäten nicht zur Gänze ausschöpfen. Und wie verhält sich das bei uns Menschen in unseren geschaffenen Strukturen, entstehen auch hier Sicherheiten, die das Leben mehr verhindern, als dass sie die angelegten Kapazitäten freisetzen?

Pressetext als pdf

Eröffnung: Samstag, 30. April, ab 18:30 

Ausstellung: 01. – 29. Mai 2020, Sa/So 14-18 Uhr

Verein der Berliner Künstlerinnen 1867
Haus Kunst Mitte, HH 4. Stock
Heidestraße 54, 10557 Berlin

Die Ausstellungsbesichtigung ist außerhalb der oben genannten Öffnungszeiten auch nach Vereinbarung möglich. Anmeldung unter: dynamik@vdbk1867.de