Christel Fetzer, Irène Hug, Inken Reinert, Anke Völk
kuratiert von Irène Hug

Ausstellung: 4. Juli – 2. August 2026
Eröffnung: Freitag, 3. Juli, 18 Uhr

Begrüßung: VdBK1867_Vorstand

Finissage: Sonntag, 2. August 14 – 18 Uhr

Öffnungszeiten: Donnerstag – Samstag 16 – 19 Uhr

Für diese Ausstellung im Projektraum des Vdbk 1867 soll die Gelegenheit benutzt werden, raumgreifende Arbeiten zu realisieren, die nicht einem „verkaufbaren“ Wert dienen müssen, wie in einer kommerziellen Galerie. Um mit den spezifischen Eigenschaften des Ausstellungsraums – etwa dem dominanten Marmorboden, den zahlreichen Nischen und den Durchgängen – umzugehen, bedarf es eines besonderen Setups.

Die Arbeiten der vier Künstlerinnen nutzen den vorgegebenen Raum jeweils auf unterschiedliche Weise und beziehen ihn aktiv ein, sodass er Teil der Arbeit wird – oder umgekehrt die Arbeiten Teil des Raums.
Der Titel »Reset the Setup« verweist sowohl formal als auch inhaltlich auf ein Umstellen, Umdenken oder einen Neubeginn der vorgefundenen Situation und Anordnung im Allgemeinen und der hier räumlichen Konstellation im Besonderen.

Inken Reiner: Past Present, Installation 2026, Maße variabel, gefundene Möbelteile ©Inken Reinert
Inken Reiner: Past Present, Installation 2026, Maße variabel, gefundene Möbelteile ©Inken Reinert

Inken Reinert und Irène Hug verwenden für ihre Installationen Fundstücke aus dem Alltag: Straßenfunde wie Überreste von nicht mehr gebrauchten Gegenständen, Möbel, Industriemüll und vieles mehr. Die Dinge können als Zeugnisse einer ehemaligen Ideologie, sowohl aus ost- als auch westdeutschen Kontexten, gelesen werden, wie bspw. der Idee von grenzenlosem Wachstum, Konsumversprechen und sozialer/sozialistischer Fortschritt. Ebenso waren sie selbst einst autonome Objekte, für die ein/e Gestalter*in jeweils ein spezifisches Design entwickelt hat. Ästhetik und Verwendungszweck sollen sich darin vereinen gemäß der Formel: Form follows Funktion.

Daily News, 2026, Objektassemblage ca. 130 x 75 x 28 cm, gefundene Gegenstände, Baumaterial ©Irène Hug
Irène Hug: Daily News, 2026, Objektassemblage ca. 130 x 75 x 28 cm, gefundene Gegenstände, Baumaterial ©Irène Hug

Die Objekte fungieren einerseits als Erinnerungen ihrer Zeit, andererseits erzeugen sie durch ihre Neu-Anordnung eine eigenständige Ästhetik und entwickeln eine neue künstlerische Aussage.
The material is the message. In diesem Sinne werden Reste und Überbleibsel zu Symbolen dessen, was eines Tages wieder aufgebaut werden könnte.

Auch die Akkumulation – das Sammeln und Anhäufen von Vorhandenem statt dessen permanente Neuproduktion – ist ein bewusst gesetztes Statement. Sie versteht sich als Gegenentwurf zu einer Logik des unbegrenzten Wachstums und der fortwährenden Warenproduktion.

Bei Christel Fetzers Arbeit wird die Baustelle vor dem Ausstellungsraum zum Resonanzraum der Installation. Rot-weiße Absperrungen, die den öffentlichen Raum neu ordnen, finden im Inneren ihre Entsprechung. Linien, Flächen und Farbfelder treten aus ihrer funktionalen Rolle heraus und entwickeln eine eigene räumliche Präsenz. Die Installation setzt fort, was draußen begonnen hat: Sie markiert, lenkt, trennt und verbindet. Der Ausstellungsraum wird so zu einem Echo des Stadtraums – und der Stadtraum zu einer Erweiterung der Ausstellung.

Christel Fetzer: Stopping , Installation 2026, Maße variabel, Detail ©Christel Fetzer
Christel Fetzer: Stopping , Installation 2026, Maße variabel, Detail ©Christel Fetzer

Das strukturierte Ensemble wird bei Anke Völk völlig aufgelöst. Freie, schwungvolle Formen werden mit sehr breitem Pinselstrich direkt an die Wand gemalt.Sie schafft durch diese sichtbar gemachte Bewegung eine weitere Dimension in den Raum. Die aufgetra-gene Farbe schimmert verführerisch, durch die Verwendung irisierender Pigmente. Die abstrakte Malerei erscheint lapidar konkret durch einfache, zugleich komplexe Elemente, im Zusammenspiel von Farbe und Bewegung.

Anke Völk: Mural, 2026 Acryl, Flashe, Pigmente auf Wand, Maße variabel ©Anke Völk
Anke Völk: Mural, 2026, Detail, Acryl, Flashe, Pigmente auf Wand, Maße variabel ©Anke Völk

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