Hannah Höch
Hannah Höch, Selbstbildnis, 1937, 77 x 57,50 cm, Öl/Lw. © Stiftung Stadtmuseum Berlin Foto: Michael Setzpfandt, Berlin

Hannah Höch, eigentlich Anna Therese Johanne Höch, (01.11.1889 Gotha-31.05.1978 West-Berlin) war eine deutsche Grafikerin und Collagekünstlerin des Dadaismus. Sie lebte und arbeitete in Berlin und Den Haag. 1949 war sie Gast auf der Ausstellung des VdBK. Material befindet sich im Archiv des VdBK.

1912 zog Hannah Höch nach Berlin und begann ihr Studium bei Harold Bengen an der Kunstgewerbeschule. Ab 1915 studierte sie bei Emil Orlik an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums. Hier lernte sie den Dadaisten Raoul Hausmann kennen, mit dem sie eine 7-jährige Liebes- und Arbeitsbeziehung einging. Zusammen entwickelten sie die zeitkritische Fotomontage. Die Künstlerin schuf Dada-Collagen und Dada-Puppen. Sie setzte sich in der Männer dominierten Dada-Szene durch und beteiligte sich als einzige Frau an der ersten Berliner Dada-Ausstellung 1919 und an der ersten internationalen Dada-Messe 1920.

Hannah Höch unterhielt rege Kontakte zur internationalen Avantgardeszene. In Rom traf sie die futuristischen Künstler. In Prag besuchte sie gemeinsam mit Helma und Kurt Schwitters und Hausmann die dort ansässigen Dadaisten. In Paris, wohin es sie 1924 nach der Trennung von Hausmann führte, lernte sie Man Ray und Tristan Tzara kennen. 1926 begegnete sie der holländischen Schriftstellerin Til Brugman, mit der sie bis 1929 in Den Haag und dann bis 1936 in Berlin zusammenlebte und -arbeitete. In Holland befreundete sie sich mit den Künstlern der de Stijl Gruppe und lernte Piet Mondrian kennen.

Unter den Nationalsozialisten erhielt die Künstlerin ein zeitweises Arbeits- und Ausstellungsverbot. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie mit Illustrationsarbeiten für einen holländischen Verleger. 1938 heiratete sie den 21 Jahre jüngeren Heinz Matthies, von dem sie sich 1944 scheiden ließ. 1939 bezog sie ein kleines Anwesen in Berlin-Heiligensee, wo sie ihre Werke und die Werke ihrer avantgardistischen Künstlerfreunde versteckte. 1942-44 beteiligte sie sich am Berliner Künstlernotstandsprogramm.

Nach dem Krieg kehrte Hannah Höch ins Kunstgeschehen zurück, engagierte sich im Deutschen Künstlerbund, wurde Gastkünstlerin der Villa Massimo in Rom und 1965 zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin berufen. Sie entwickelte ihre Fotomontage und Collagekunst weiter, experimentierte mit Farbfotografien und widmete sich auch der abstrakten Malerei.

Die Künstlerin war an zahlreichen bedeutenden Gruppenausstellungen beteiligt, wie die Ausstellungen der Novembergruppe (1920-1931), die Erste Allgemeine Deutsche Kunstausstellung“ in der UdSSR (1924), „Film und Foto“ des Deutschen Werkbunds (1929) und die Dadaretrospektive im Moma New York (1948), „Tendenzen der Zwanziger Jahre“ (1977). Auch hatte sie Einzelausstellungen und Reptrospektiven in Den Haag (1929 und 1934), in Brünn (1934), in Amsterdam, in der Galerie Rosen (1946), Galerie Franz (1949), Galerie Nierendorf (1961), der Malborough Gallery in London (1966), Kasseler Kunstverein (1969), Akademie der Künste (1971), Kunsthalle Bielefeld (1973), Musée d´Art Moderne de la Ville Paris und Nationalgalerie Berlin (1976.

Ihre Werke befinden sich in folgenden Museen und Sammlungen: Berlinische Galerie. Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Berlin, Nationalgalerie Berlin, Kupferstichkabinett Berlin, Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und Hessisches Landesmuseum.

Ilse Jonas
Ilse Jonas, Bäume am Strand, 1915, 38 x 45 cm, Wasserfarben/Pappe, Privatbesitz

Ilse Jonas (29.5.1884-30.4.1922 in Berlin) war eine deutsche Malerin. Sie studierte 1904-1909 an der Zeichen- und Malschule des VdBK1867 bei Margarete Hoenerbach. 1922 wurde sie Mitglied, starb jedoch im selben Jahr. Jonas lebte und arbeitete in Berlin.

Die Tochter des Mitbegründers des Schiller-Achivs in Marbach bildete sich im Privatunterricht aus. Dann schrieb sich Ilse Jonas in die Zeichen- und Malschule des VdBK 1867 ein, wo sie Anatomie- und Aktkurse sowie die Portraitklasse der Schuldirektorin, Margarete Hoenerbach besuchte. 1911 studierte sie im Privatatelier des Secessionskünstlers Leo von König. Sein Spezialgebiet für Portraits und Landschaften wies Ilse Jonas den Weg. 1912 wechselte sie zu den „Studienateliers für Malerei und Plastik“, der Lewin-Funcke-Schule, wo sie Unterricht in Bildhauerei nahm. Bald musste sie diese Ausbildung jedoch aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.

Ilse Jonas bereiste Deutschland, Österreich und die Schweiz und fertigte zahlreiche Landschaftsskizzen an. Ihre Gemälde geben Motive aus Ostfriesland, Thüringen und von der Ostsee wider. Dabei verfolgte sie, wie z.B. in den Werken „Bäume am Strand“ oder „Kiefern über Dünen“ einen spätimpressionistischen Stil, der als sehr modern galt.

1916 nahm Ilse Jonas Kontakt zum Gründer der Schwaaner Künstlerkolonie in Mecklenburg auf. Hier schuf sie Zeichnungen von der Umgebung, die die Auseinandersetzung mit der Kunstauffassung dieser Künstlerkolonie belegen. Auch in ihren anderen Werken, vornehmlich Portraits und Landschaften, vermittelt sich ein unspektakulärer, beschaulicher Ansatz, der von der Freilichtmalerei des späten 19. Jahrhunderts geprägt ist.

Von Ilse Jonas sind bislang 50 Bilder, kleine Skulpturen und 6 Skizzenbücher bekannt.

Gertrude Köhler
Gertrude Köhler, Selbstbildnis

Gertrude Köhler, 1920 in Berlin geboren, begann 1947 ein Studium an der Hochschule für angewandte Kunst Berlin bei Gerhard Kreische und Elenita von Feistmantel. 1950 setzte sie ihre Ausbildung in den Fachbereichen Wandgestaltung, dekorative Kunst und Lithografie an der Hochschule für bildende Künste Berlin fort und wurde Meisterschülerin bei Prof. Hans Kuhn. Aufträge im Bereich der angewandten Kunst wie Entwürfe zur Farbgestaltung von Außenfassaden im sozialen Wohnungsbau in Paris oder die Konzeption eines Eingangstores einer Schule in Madagaskar prägten die Arbeit der Künstlerin in den 1950er und 1960er Jahren. Daneben zählen Aquarelle, Zeichnungen, Gouachen, Grafitarbeiten, aber auch Entwürfe für Textilien und Bucheinbände zu ihrem umfangreichen Oeuvre. Ihre seit 1953 in nationalen und internationalen Ausstellungen vertretenen Werke wurden 1959 mit dem Kunstpreis für Grafik der Stadt Wolfsburg sowie 1991 mit der Goldmedaille für Aquarell in Bergamo-Mapello/Italien prämiert. Gertrude Köhler lebt in Berlin und ist seit 1986 Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen.

>>> www.kunstflur.de/_gertrude/website/bilder1.html

Käthe Kollwitz
Käthe Kollwitz, Portraitfoto, 1927, Foto: Hugo Erfurth © Privatbesitz

Käthe Kollwitz, geborene Schmidt (1867-1945) war eine deutsche Grafikerin, Bildhauerin und Malerin. Sie lebte und arbeitete in Berlin. An der Zeichen- und Malschule des VdBK war sie 1885-86 Schülerin und 1897-1903 Lehrerin für Grafik und Zeichnen. Als Vereinsmitglied 1901-1943 beteiligte sie sich an den Vereinsausstellungen: 1901 (mit: ein Weberaufstand), 1904, 1905, 1911, 1928/29, 1929, 1930. Material befindet sich im VdBK-Archiv.

Käthe Kollwitz erhielt ersten Malunterricht 1881 in Königsberg. Ihr Kunststudium, das sie an der Zeichen- und Malschule des VdBK aufgenommen hatte, setzte sie 1887 bei Ludwig Herterich an der Münchner Damenakademie und 1904 an der Académie Julian in Paris fort. In Auseinandersetzung mit Max Klinger gelangte sie zu ihrer einzigartigen Grafikkunst. Ihre sozialkritischen Motive, zu denen sie u.a. die Bekanntschaft mit Gerhard Hauptmann und sein Stück „ein Weberaufstand“ anregte, richten den Blick auf die gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten im Kaiserdeutschland, insbesondere die Ausbeutung der Arbeiterschicht. Mit ihrem gleichnamigen Grafikzyklus zu Hauptmanns Theaterstück (1895-98) wurde die Künstlerin schlagartig berühmt. In der Folge schuf sie Arbeiterportraits sowie Plakate, Grafikzyklen und Skulpturen zu den Themen: Krieg, Tod und Mutterschaft. Käthe Kollwitz, die überzeugte Pazifistin war, hatte in ganz Deutschland Ausstellungen. 1919 wurde sie Mitglied der Akademie der Künste und 1928 als erste Frau zur Professorin für Grafik an der Hochschule für bildende Künste Berlin berufen. Unter den Nationalsozialisten wurde sie entlassen und erhielt 1936 Berufsverbot.