Marg Moll
Marg Moll, 1977, Foto: AdK, Berlin, VdBK 1867

Marg Moll, Margarethe geb. Häffner (02.08.1884 Mülhausen, Elsass-15.03.1977 München) war eine deutsche Bildhauerin, Malerin und Autorin. Sie lebte und arbeitete in Berlin, Paris, Breslau, Düsseldorf und München. Moll war 1939-1954 Mitglied im VdBK, 1943 als Vorsitzende. 1940, 1941, 1942, 1943 und 1954 nahm sie an den Vereinsausstellungen teil. Material befindet sich im Archiv des VdBK.

1902-5 studierte Marg Moll Malerei bei Hans Völker in Wiesbaden, Plastik bei Louise Schmidt am Städelschen Institut in Frankfurt/M. und Malerei bei ihrem späteren Mann, Oskar Moll. In Berlin besuchte sie das Damenatelier von Lovis Corinth. 1907 ging das Ehepaar Moll nach Paris. Dort ergab sich eine enge Freundschaft zu Henri Matisse, den das Künstlerpaar maßgeblich bei der Gründung der „Académie Matisse“ unterstützte. 1928 war Marg Moll erneut in Paris, um bei Fernand Léger zu studieren. Sie wurde Mitglied der „groupe 1940“. Nach dem ersten Weltkrieg zogen Marg und Oskar Moll nach Breslau, 1932 nach Düsseldorf und dann nach Berlin.

Unter dem avantgardistischen Einfluß wandte sich Marg Moll zunehmend der Abstraktion und der plastischen Arbeit zu. Sie war die erste Bildhauerin der klassischen Moderne und experimentierte nicht nur mit der Form, sondern auch mit den Materialien Bronze, Holz und Messing.

Marg Moll wurde während des Nationalsozialismus verfolgt, ihre Skulpturen galten als „entartet“. Viele ihrer Werke gingen verloren. Ihre Plastik „Die Tänzerin“ gehört zum spektakulären Skulpturenfund in Berlin 2010.

Nach dem Tod ihres Ehemannes (1947) lebte Moll bis 1950 in Wales. 1952 kehrte sie nach Düsseldorf zurück, ab 1965 lebte sie in München. Marg Moll unternahm Studienreisen u. a. nach Rom, Florenz, Korsika, New York. 1969 wurde ihr das Große Bundesverdienstkreuz verliehen, 1970 erhielt sie die Preismedaille auf der XVI. Kunstausstellung in Köln.

Die Künstlerin stellte u.a. in der Berliner Secession (ab 1911) und der Berliner Galerie Gurlitt (1914) aus. Ihre Werke befinden sich in folgenden Museen und Sammlungen: Georg Kolbe-Museum Berlin, Berlinische Galerie, Ostdeutschen Galerie Regensburg, Wilhelm-Lehmbruck-Museum Duisburg u.a.

Jenny Mucchi-Wiegmann
Jenny Mucchi-Wiegmann, Portraitfoto um 1936, Foto: Hilde Schlitter, Berlin © Sammlung Mucchi

Jenny, Genni, Mucchi-Wiegmann (1.12.1895-2.7.1969 Berlin) war eine deutsche Bildhauerin und Zeichnerin. Sie lebte und arbeitete in Berlin und Mailand. Die Künstlerin war 1928-1940 Mitglied im VdBK und stellte dort 1928, 1928/29, 1929, 1930, 1931, 1932, 1933 und1937 aus. Material befindet sich im Archiv des VdBK.

Jenny Mucchi-Wiegmann studierte 1917 in Berlin an der Lewin-Funcke-Schule bei Lovis Corinth und August Kraus. 1918 hielt sie sich zu Studienzwecken in München auf. 1919-23 besuchte sie die Holzbildhauerklasse von Hans Peratoner an der Hochschule für bildende Künste in Berlin. Arbeitsaufenthalte führten sie 1925-26 nach Rom und 1926-27 nach Hagen/Westfalen. In Hagen fertigte sie ein Relief für die Fassade der neuen Franziskanerkirche an.

Bis 1930 ließ sich Mucchi-Wiegmann als freischaffende Bildhauerin in Berlin nieder und unternahm 1927/28 Studienreisen nach Spanien und Südfrankreich. 1931-33 führte sie ein Arbeitsaufenthalt nach Paris. Hier heiratete sie den Maler Gabriele Mucchi, mit dem sie ein Jahr später nach Mailand übersiedelte. Die Künstlerin befreundete sich mit Renato Guttuso, Giacomo Manzu und Marino Marini.

Die deutschen Nationalsozialisten erteilten Jenny Mucchi-Wiegmann Ausstellungsverbot. In Italien blieb die Bildhauerin zunächst anerkannt.1937 erhielt sie als Vertreterin des italienischen Pavillons auf der Pariser Weltausstellung die Goldmedaille. 1943-45 kämpfte sie dann im Widerstand gegen Mussolini. Nach dem Krieg schloss sie sich der Künstlergruppe „Realismo“ an. 1955-1956 arbeitete sie als Dozentin für Metalltreiben an der Scuola Umanitaria in Mailand. Ab 1956 lebte sie in Mailand und Ost-Berlin.

Die Bildhauerin schuf Akte, Reliefs, Portraitbüsten, u.a. von Arnold Zweig, Paul Dessau, und Maria Callas sowie Skulpturen für den öffentlichen Raum, darunter zahlreiche Frauenakte. Auch verarbeitete sie politische Themen, wie in der Bronzeplastik „Verhör in Algerien“ von 1958 und beim Denkmal der gefallenen Partisanen in Bologna 1959. Das Werk Jenny Mucchi-Wiegmanns ist von Realismus und Archaik geprägt und zeichnet sich durch eine kraftvolle, ausdrucksstarke Formengebung aus.

Mucchi-Wiegmann stellte u.a. in Paris, Mailand, Bielefeld, Kassel, Utrecht und Greifswald aus. Sie beteiligte sich an den Ausstellungen der Berliner Secession, der Gruppe „Corrente“, des Clubs der Kulturschaffenden, „Painting and Sculpture“ in New York (1927) der Biennale Venedig (1934) und der Triennale in Mailand. Auch wurden ihre Werke 1970 in der Nationalgalerie in Ost-Berlin im Rahmen ihrer Gedächtnisausstellung gezeigt. Die Bildhauerin wurde vom Kunstsalon Fischer, Bielefeld, der Galerie Glotz, München, der Galerie Bonaparte, Paris, der Galerie Genova u.a. vertreten.

Werke befinden sich in der Berlinischen Galerie und der Nationalgalerie Berlin.

Käthe Münzer-Neumann
Käthe Münzer-Neumann, Mère et Enfant à Paris, ca. 1944, 56,3 x 50,5 cm, Öl/Lwd., Privatbesitz, Foto: Eric Tschernow

Käthe Münzer-Neumann (31.5.1877 Breslau-26.12.1976 Paris) war eine deutsche Malerin mit jüdischer Herkunft. Sie lebte und arbeitete u.a. in Berlin und Paris. Münzer-Neumann studierte um 1900 an der Zeichen- und Malschule des VdBK bei Franz Skarbina und Max Uth. Sie war 1904-1933 Mitglied im VdBK und beteiligte sich an den Vereinsausstellungen: 1904, 1911, 1923, 1927, 1928/29, 1929, 1930, 1931, 1932 und 1933. Material befindet sich im VdBK-Archiv.

Käthe Münzer-Neumann vervollständigte ihre Kunstausbildung 1909 an der Pariser Académie Julian bei Ernest Joseph Laurent und Edmond François Aman-Jean. Bis 1929 unternahm sie zahlreiche Studienreisen und hielt sich in Warschau, St. Petersburg, Kopenhagen und den Niederlanden auf. 1929 zog sie erneut nach Berlin, wo sie neben der freien Kunst Karikaturen für Kunst- und Kulturmagazine, wie die “Lustigen Blätter”, “Ulk”, “Jugend” und “Das Narrenschiff” schuf. Käthe Münzer-Neumann malte Porträts, Landschaften, Stillleben und Genrebilder im Stil der neuen Sachlichkeit und des neuen Realismus.

Die Verfolgung durch die Nationalsozialisten stoppte die Karriere der Künstlerin und zwang sie zur Emigration. 1933 wanderte sie nach Paris aus. Hier erlebte sie die deutsche Besatzung, von dem ihr eindrückliches Portrait einer jungen jüdischen Mutter mit ihrem Baby vor der Pariser Stadtsilhouette zeugt. Die Malerin selbst überstand die Zeit im Untergrund.

Sie schloss sich der Societé des Artistes Francais und der Societé Nationale des Beaux Arts an, wo sie regelmäßig ausstellte. Weitere Ausstellungsbeteiligungen hatte sie im Salon d’Automne, im Salon des Indépendants und Salon des Humoristes. Nach 1945 machte sie sich in Frankreich einen Namen. Vor ihrer Emigration war Käthe Münzer-Neumann auf der Großen Berliner Kunstausstellung sowie den Ausstellungen der Berliner Secession und des Deutschen Lyceum-Clubs vertreten. 1907 stellte sie mit 50 anderen Künstlerinnen und Künstlern in der Gesellschaft zur Unterstützung jüdischer Kunst aus.

Ihre Werke befinden sich in folgenden Museen und Sammlungen: Märkisches Museum, Berlin, Centre Pompidou in Paris, Galerie Nationale du Jeu de Paume in Paris u.a.