Susanne Ahner
Susanne Ahner, Trinkhalle 2011. Das Kasino des aufgelassenen Fliegerhorstes Neuhardenberg wird zur Trinkhalle von Bad Marxwalde. In hunderte kleiner Gläser tropft das mineralienreiche Quellwasser. Die Halle trinkt, Moose und Lachen, Farben und Spuren zeigen immer neue Bilder. Ausstellung „abgeräumt. Imbiß geplant. Führungen ins Universum“, Endmoräne e.V. auf dem Militärkasernengelände Neuhardenberg, 25. Juni - 10. Juli 2011. Schriftzug, Gläser, Fotos, Tropfenklang. Foto: Susanne Ahner © VG Bild Kunst Nr. 0287146

Susanne Ahner (*1960) lebt und arbeitet in Berlin. Sie schafft ortsbezogene Arbeiten und Konzepte für öffentliche und private Räume, Erinnerung und Gedenken. Seit 2002 ist sie Mitglied im VdBK 1867 e.V.. In dem Jahr wurde sie mit dem Marianne-Werefkin-Preis des VdBK ausgezeichnet. Die Künstlerin beteiligte sich 2013 an der Ausstellung des VdBK „HEUTE HIER bugün burada“ im Haus am Kleistpark Berlin. 2017 war sie mit einer Raumintervention im projektraum alte feuerwache auf der Ausstellung „Fortsetzung jetzt! 150 Jahre Verein der Berliner Künstlerinnen, Teil 3“ vertreten.

Susanne Ahner
Susanne Ahner, Line Dance 2018, Ein Spiel mit dem Licht und der seriellen Lineatur des Raumes, Ausstellung “LineaRES II”, Galeria Kobro Lodz/Polen, April 2018. Weiße Papierbögen, GFK-Stäbe, Raumstruktur, Foto: Susanne Ahner © VG Bild Kunst Nr. 0287146

Susanne Ahner studierte 1979-1985 Bildhauerei an der Hochschule der Künste Berlin. Sie schloss als Meisterschülerin von Prof. Joachim Schmettau ab. Es folgten das Stipendium für die Cité Internationale des Arts, Paris 1985/86, das Reisestipendium für Israel 1986, das Stipendium des Goldrausch Künstlerinnenprojekts, Berlin 1989/90 und das Arbeitsstipendium der Berliner Senatsverwaltung für Kultur 1993.

Die Künstlerin wurde 1996 mit dem Kunstpreis der GrundkreditBank ausgezeichnet. Viele ihrer Wettbewerbsarbeiten sind prämiert und realisiert worden (Auswahl): Erinnerungszeichen für das Theater des Jüdischen Kulturbundes, Berlin-Kreuzberg im Kreuzberger Gedenktafelprogramm, Berlin (1990), „Die Kaserne und die Zahl Vier“, Schlieffen-Kaserne Lüneburg, Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung (1993), Denkzeichen für Josef Garbáty in Berlin-Pankow (2002), „Hirschgartenpanorama“, spiegelndes Denkzeichen in der Parkanlage Hirschgarten, Erfurt (2010) und Erinnerungsort Auerbach’sches Waisenhaus, Prenzlauer Berg, Berlin (2014).

Susanne Ahner
Susanne Ahner, spinning spoons 2012. Auf dem West-Berliner Teufelsberg überwachten die Westalliierten bis 1992 den Funk- und Flugverkehr im gesamten osteuropäischen Raum. Daran erinnern die spinning spoons in der 6. Etage des großen Turms der früheren Abhörstation. Intervention zum Tag des offenen Denkmals 2012, eingeladen von Rotraud von der Heide. Plastiklöffel, Nylonfaden, Wind. Foto: Susanne Ahner © VG Bild Kunst Nr. 0287146

Ihre Arbeiten für den öffentlichen Raum befinden sich im Tunnel der Berliner U-Bahn, in der Kommandantenstraße in Berlin-Kreuzberg, auf dem Garbátyplatz in Berlin-Pankow,  in der Schönhauser Allee Berlin-Prenzlauer-Berg, in Lüneburg, Magdeburg, Sangerhausen und in Erfurt.

Susanne Ahner lehrte an der Universität Erfurt und der Universität der Künste (zu Beginn Hochschule der Künste (HdK/UdK Berlin).

Sie ist auf zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen an exponierten Kunstorten vertreten (Auswahl seit 2011): „Beziehungswald – Skulptur und Raum“, mit Ingeborg Ahner-Siese, Kulturzentrum Lilienthal (2011). „Hände“, Arbeit in der Ausstellung „Gesichter Anhalts“ in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau (2012). „Die Dinge 5 | ÜBER LEBEN“, Gedok Brandenburg/Bunkeranlagen Wünsdorf-Waldstadt (2013). „Zeitverschiebung“, Dessau-Memory aus fünf Jahrhunderten, Museum für Stadtgeschichte Dessau und „Mobiles heute, Antworten auf Calder“, Kunsthalle Wilhelmshaven (2014). „LineaRES II“, Zeichnerische Positionen im Raum, Galeria Kobro, Lodz/Polen (2018).

Seit 2010 stellt Susanne Ahner regelmäßig mit dem Verein Endmoräne – Künstlerinnen aus Brandenburg und Berlin e.V.aus.

Website von Susanne Ahner

 

Paula Anke
Paula Anke, Collecteurs de mémoire, Assemblage, Stahl-Vitrinns, 2011, 60x 800cm © Eric Tschernow

Paula Anke (*1961) lebt und arbeitet in den Cévennen (Frankreich) und in Berlin. Ihre Schwerpunkte sind Malerei, Assemblage, Druckgrafik, Fresko, Installation und Video. Die Künstlerin ist seit 2015 Mitglied des VdBK 1867. 2017 beteiligte sie sich am 4. Teil der Ausstellungsreihe „Fortsetzung jetzt!“ zum 150. Jubiläum des VdBK.

Nach einem Volontariat an der Schaubühne für Kostüm-und Bühnenbild (1980-82) studierte sie 1983-1990 Kunst in Brüssel (ERG/Saint Luc), an der Ecole Goetz Daderian in Paris, und in Perpignan bei Jeanne Gerardin. 1991 erhielt sie das Postgraduierten Stipendium an der HDK (heute UdK) Berlin.

Paula Anke, Processus de distillation, Assemblage peinte, 2003, 50x50cm © Eric Tschernow
Paula Anke, Processus de distillation, Assemblage peinte, 2003, 50x50cm © Eric Tschernow

Paula Anke stellt im In- und Ausland aus, u.a. in der Galerie Cocon, der Galerie Bremer und im Verborgenen Museum, Berlin. Auswahl ihrer Ausstellungen seit 2014: „Paula Anke Peintures, Assemblages et Installations“, Petit Temple, Ganges (FR). „Zwischenräume”, Installation und Video, Paula Anke zu Gast bei AJLART, Anna Jill Lüpertz Gallery Berlin. Les Salaisons “Les forces d’attraction”, Romainville. 2015: Chip Chop. Art du Collage, La Fenêtre, Montpellier. Expo des artistes du Livret des créateurs, Château Assas et Chapelle de l´Hôtel de la Condamine. 2016: Schattenamazonen, Théâtre Mouffétard, Paris. 2019: Amazones de l´Ombre, Paula Anke, Ecam, Théatre du Kremlin-Bicetre

Paula Anke setzt sich mit dem Erbe der Surréalisten, Dadaisten, Nouveaux Réalistes, Robert Rauschenberg und Alexander Camaro auseinander. Die Konstruktionen von Weiblichkeit sowie die Inszenierung von Erinnerungen bilden den inhaltlichen Fokus ihrer Arbeiten, zu denen seit den 1990er Jahren folgende Projekte entstanden sind (Auswahl):

In den „Weißen Bildern“ übermalt und collagiert Paula Anke „objets trouvés“ Objekte und heterogene Elemente und schafft damit Palimpseste. In filmischen Installationen untersucht sie Strukturen und Formen die aus der tänzerischen Bewegung entstehen.

Die „collecteurs de mémoire“ sind reliquienartige Assemblagen aus geschichtsträchtigen Materialien, wie Holz, Textilien und ausgedienten Gegenständen.

Paula Anke, "Amazones de l'ombre" 2015-18 Assemblages © Eric Marcheux
Paula Anke, Amazones de l’ombre, 2015-18 Assemblages © Eric Marcheux

In der theatralischen Rauminstallation „L’Armée des Amazones de l’Ombre“ stellt die Künstlerin 300 unterschiedlich ausgestattete Figurinen zu einem im Schatten agierenden Amazonenheer zusammen, das sich selbst nicht erkennt. Die Installation kann als eine Reise durch Raum und Zeit gelesen werden.

1993-2010 widmete sich Paula Anke der architektonischen Umgestaltung einer historischen Seidenmanufaktur in Le Vigan/Cevennen in einen Künstlerhof. Seit 2009 ist sie verantwortlich für die künstlerische Leitung und das Raumkonzept der Camaro-Stiftung in Berlin. 2018 leitet sie das Land Art Projekt „Les Balcons l´Aigoual“ in Valleraugue (FR).

Website von Paula Anke

Paula Anke in der Camaro-Stiftung

Paula Anke im Ecam, Théatre du Kremlin-Bicetre

 

 

Clara Arnheim
Clara Arnheim, Fischermädchen in Neuendorf, (Hiddensee), 1906, 63,5 x 90 cm , Öl/Lwd., Galerie "der Panther", München. © Galerie "der Panther", München

Clara Arnheim (24. 04.1865 Berlin-28.08.1942 im KZ Theresienstadt) war eine deutsche Landschaftsmalerin und Graphikerin jüdischer Herkunft. Sie lebte und arbeitete in Berlin und auf Hiddensee. 1904-1927 war sie Mitglied im VdBK, 1911 hatte sie das Amt der Schriftführerin. 1904 und 1910 beteiligte sie sich an den Vereinsausstellungen.

Clara Arnheim studierte bei Franz Skarbina in Berlin und bei Edmond Aman-Jean in Paris.1919 gründete sie gemeinsam mit Henni Lehmann und Elisabeth Büchsel den Hiddenseer Künstlerinnenbund. Ihm gehörten Malerinnen unterschiedlicher Stilrichtungen an, die aus ganz Deutschland kamen und in der Kunstwelt bereits einen Namen hatten.

Arnheims Gemälde und Auqarelle stehen in der Tradition der Hiddenseer Freilichtmalerei, die die Insellandschaft und das Leben der Fischer in impressionistischer Manier würdigt.

Die Künstlerin beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen, u.a. war sie auf den Kunstschauen der Berliner Secession vertreten. Auch nahm Clara Arnheim an der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Grafik (1914) mit zwei Grafiken teil, für die sie die Goldmedaille erhielt. Die Malerin war Mitglied des Lyceum-Clubs Berlin, Vorstandsmitglied des Frauenkunstverbandes und Mitglied im Deutschen Künstlerbund.

Die Nationalsozialisten erteilten Clara Arnheim ein Berufs- und Reiseverbot. Anfang Juli 1942 wurde sie mit dem 18. Alterstransport ins KZ Theresienstadt deportiert, wo sie am 28.8.1942 ermordet wurde.

Ihre Werke befinden sich im Landesmuseum Braunschweig und in der Galerie „der Panther“, München.

Clara Arnheim hat ca. 120 Ölgemälde, Aquarelle und Grafiken hinterlassen. Aktuell wird ihr Werkverzeichnis im Rahmen einer Forschungsarbeit an der Universität Hamburg erstellt.

Charlotte Behrend-Corinth
Charlotte Berend Corinth, Selbstbildnis, 1921, Öl/Lw. © Friedhelm Oriwol-Walchenseemuseum Urfeld, Foto: Stiftung Stadtmuseum Berlin, Fotograf: Oliver Ziebe

Charlotte Berend-Corinth (27.05.1880 Berlin-10.01.1967 New York) war eine deutsche Malerin und Graphikerin mit jüdischer Herkunft. Sie lebte und arbeitete in Berlin, Kalifornien und New York. Im VdBK stellte sie 1928 als Gast aus. Material befindet sich im VdBK-Archiv.

Charlotte Berend-Corinth begann ihre Ausbildung 1898 an der Staatlichen Kunstschule Berlin in der Klosterstraße. 1899 studierte sie bei Eva Stort (siehe dort) und Max Schäfer an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums. Hier nahm sie am Aktunterricht in der Herrenklasse teil. 1901- 1903 besuchte sie das Privatatelier von Lovis Corinth. 1904 heiratete sie den Secessionisten, das Paar hatte zwei Kinder.

Seit 1906 war sie Mitglied der Berliner Secession, ab 1924 auch im Vorstand. 1908 stellte sie das Gemälde “Die Gebärende” (ein bis dahin nie öffentlich gezeigtes Motiv) in der Secessionsausstellung aus. Ab 1917 schuf sie hervorragende Mappenwerke und Portraits von Persönlichkeiten aus der Theaterbranche, wie Anita Berber, Max Pallenberg, Fritzi Massary und Valeska Gert. Ihr Frühwerk ist von der Secessionskunst mit impressionistischem Einschlag geprägt. In den Folgejahren entwickelte Berend-Corinth einen dem modernen Realismus zugehörigen Stil.

Nach dem Tod von Corinth 1925 unternahm die Malerin Studienreisen in die Karibik und Türkei, nach Spanien, Ägypten, Tunesien, Dänemark und in die Kunstmetropole Paris. 1927 eröffnete sie eine eigene Malschule in Berlin.

1932-1937 war sie in Italien ansässig, 1934 wurde sie von den Nationalsozialisten aus der Secession ausgeschlossen. Nach einer Übergangszeit in der Schweiz emigrierte sie 1939 in die USA. Bis 1945 lebte sie in Santa Barbara in Kalifornien. Dann zog sie nach New York, wo sie erneut eine Malschule eröffnete.

1948 veröffentlichte sie ihre Autobiographie: Mein Leben mit Lovis Corinth und 1958 das Werkverzeichnis der Gemälde von Lovis Corinth.

Die Malerin stellte u.a. in der Berliner Secession (seit 1906), in der Galerie Nierendorf (1930) sowie in München und New York aus. 1967 fand ihre Gedächtnisausstellung in der Berliner Nationalgalerie statt.

Ihre Werke befinden sich in folgenden Museen und Sammlungen: Berlinische Galerie, Stiftung Stadtmuseum Berlin, Nationalgalerie Berlin, Städtische Galerie im Lenbachhaus in München, Staatliche Kunstsammlung Kassel, Von-der-Heydt Museum Wuppertal u.a.